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Berlin, Columbiahalle, Oktober 2012. Endlich Madness live sehen! Eine weitere legendäre Band, die man auf seinem persönlichen Wunschzettel abhaken kann. Und ein neues Album haben sie auch mitgebracht, das ist natürlich extra fein.

Ja, und da stehen sie dann auf der Bühne, die reifen Herren, so britisch wie nur was und allesamt natürlich stilvoll im Anzug. Und der berühmte nutty sound bringt das Publikum – altersmäßig ist vom jugendlichen Ska-Punk bis zum sportlichen Mittfünfziger-Rebellen alles vertreten und man kann schon mal sagen, dass hier das Konzert mit den besten und coolsten Kopfbedeckungen des Jahres stattfindet – sofort zum Tanzen. Es gibt sie fast alle, die Hits: „One Step Beyond„, den unverwüstlichen Opener, „My Girl“, „House Of Fun“, „Baggy Trousers“, „It Must Be Love“ und natürlich „Our House“. Hach, schön ist das.

Außerdem – und das ist bei einer Band, die seit über 35 Jahren im Geschäft ist, nicht selbstverständlich – gibt es aber doch auch einige Stücke vom brandneuen Album „Oui Oui, Si Si, Ja Ja, Da Da“, welche sich ohne Weiteres ins ca. 90-minütige Set einfügen. Da ist natürlich die neue Single „My Girl 2“, die außer dem Titel nicht so viel mit dem alten Bandklassiker zu tun hat, aber einfach eine schmissige Popnummer ist.

Auch das melancholische „Never Knew Your Name“ ist ein Highlight des Albums, das ansonsten vielleicht nicht das Karrierehighlight von Madness darstellt, aber allemal ein sehr solides, würdiges und durchweg eingängiges Werk. Mit den typischen Ingredienzen der Madness-Musik – Ska, Pop, Reggae plus der geheimen Zutat. Bei „La Luna“ sind das zum Beispiel Mariachis, beim eigentlich recht düsteren „Death Of A Rude Boy“ gibt es gar einen kurzen Rap zum tiefen Dub. Und „Misery“ ist einer jener Schunkelschlager, die gerade noch auf der guten Seite des Kitsches stehen.

In jedem Fall toll, sie live gesehen zu haben (und die touren ja immer mal wieder, also Augen auf!), der Hallenboden war pitschenass hinterher! Und schön, dass Madness immer noch gute Musik machen.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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