Wer diese Band einmal live erlebt hat, ist ihr hoffnungslos verfallen. Da wird auf Ölfässer und sonstige Gerätschaften eingetrommelt und generell wild auf der Bühne gefeiert. Aber auf ihren Alben überzeugen die Norweger ebenso mit einem völlig eigenen Stil, so auch auf ihrem neuen Album.

Klar, Klappern gehört zum Handwerk, doch wenn Frontmann Janove Ottesen behauptet, „Violeta Violeta“ habe das Zeug, das bislang beste Kaizers-Album „Maestro“ (auch nach Meinung des Rezensenten der bisherige Höhepunkt der Diskografie) zu übertreffen, dann wird man doch hellhörig. Zudem besagt das „Vol. 1“ hinter dem Albumtitel, dass man wohl Größeres vorhat. Bis Ende 2012 soll nämlich eine ganze Trilogie daraus werden, mit zusammenhängender Story und allem.

Kurzer Rückblick: Schon das Debütalbum „Ompa Til Du Dør“ räumt 2001 in der norwegischen Heimat Preise und Verkaufszahlen ab und sorgt mit seinem originellen Mix aus Gypsy-Rock, Polka und mehr für internationales Aufsehen. Mit „Evig Pint“ (2003) und „Maestro“ (2005) schloss man eine erste Art Trilogie ab und stieg dabei stets in der Gunst von Kritik und Publikum. Das letzte Album „Maskineri“ hatte erstmals kein durchgehendes Konzept und überraschte außerdem mit verhältnismäßig großer Geradlinigkeit.

Violeta Violeta“ knüpft daher in der Tat wieder eher an „Maestro“ an. Es gibt eine dramatisch-düstere Hintergrundgeschichte über eine Mutter und ihre Tochter, die sich über alle drei Alben erstrecken soll. Okay, fragt man sich, aber die singen doch immer noch in Norwegisch? Richtig, das bleibt auch so, aber wen die Story interessiert, der bekommt im Booklet auch englische und deutsche Übersetzungen dazu.

Musikalisch überzeugte die Vorabsingle „Hjerteknuser“ mit fast schon radiotauglichem Schunkelrhythmus. Keine Bange, höchstens der Ohrwurm „Diamant Til Kull“ geht noch so direkt rein. Der Rest ist größtenteils schräger, hat aber stets eingängige Stellen, die den Hörer beim Brecheisen halten. Darüber hinaus sind die Stücke höchst abwechslungsreich, vom schwofenden Chorstampfer über den jahrmarktstauglichen Zigeunerhit, scheinbar fröhliche Pfeifereien bis hin zu James-Bond-Soundtrack-verdächtigen Intros („Svarte Katter & Flosshatter“) wird eine Menge geboten.

„Violeta Violeta“ sortiert sich in der Banddiskografie definitiv weit vorn ein, und wir Kaizers-Fans sind schon ganz gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

(Addison)

P.S. Live wie gesagt ein Erlebnis und zwar hier: 25.03. Köln, 29.03. Darmstadt, 05.04. München, 06.04. Berlin, 07.04. Hamburg.

Kaizers Orchestra – Hjerteknuser from Kaizers Orchestra on Vimeo.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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