hardfi_killer

Album Nummer 1 – Knalleralbum! Album Nummer 2 – von vielen (oft zu Unrecht) als Flop bezeichnet. Wie vielen Bands geht das eigentlich so? Und Album Nummer 3 entscheidet dann oft, ob es überhaupt noch weitergeht. Bei Hard-Fi ist der Karriereverlauf ganz ähnlich – und dies ist ebenjenes wichtige dritte Werk.

Das Debüt – „Stars Of CCTV“ – gehörte im goldenen (Indie-)Jahrgang 2005 zu den Klassenbesten. Die Londoner Vorortburschen um Richard Archer brachten eine fast perfekte Hitsammlung mit einem Stilmix irgendwo zwischen The Clash, Madness, Blur und anderen Britgrößen zur Welt, die übrigens auch jetzt noch frisch wirkt. Kritiken und Verkaufszahlen stimmten in ihrer Wertschätzung überein, und „Cash Machine“, „Hard To Beat“ etc. sind immer noch großartig.

Der Nachfolger „Once Upon A Time In The West“ verkaufte sich zwar auch bestens (nicht nur im UK), aber von den Kritikern gab es viele Prügel. In dieser Härte durchaus zu Unrecht. Das Album erreichte zwar weder Hitdichte noch Frische und Einfallsreichtum des Erstlings, war aber auch weit weg von einer kompletten künstlerischen Enttäuschung.

Und nun diese frech betitelten „Killer Sounds“. Hat man den Mund zu voll genommen? In jedem Fall wird hier eher geklotzt als gekleckert. Hard-Fi haben lange an den Songs gearbeitet und diverse Köche, äh, Produzenten, durften mitrühren – u.a. Größen wie Greg Kurstin, Andy Gray und Stuart Price. Das führt dazu, dass das Soundbild recht unterschiedlich ist. Ein zusammenhängendes Albumkonzept bleibt da nicht. Aber: Die Sounds sind fett und die Songs sind größtenteils richtig gut.

Da geht es dann eben mit einer Hymne los, wie sie Primal Scream zu Screamadelica-Zeiten hätten schreiben können: „Good For Nothing“ – Hit. Gleich danach kommen die Synthies ins Studio gerollt, Zoot-Woman-Madonna-Killer Stuart Price tritt an die Regler und macht aus „Fire In The House“ ein astreines New-Order-Stück. „Give It Up“ rockt und quietscht danach das Indie-Publikum in Grund und Boden, bevor „Bring It On“ Rock und Dance zusammen schwitzen schickt und „Feels Good“ auch noch indische Sounds auspackt. Selbst Duran Duran dürfen sich zitiert/geehrt fühlen („Excitement“).

Klar, Innovation muss man hier nicht suchen, das Album ist eher eine Zusammenfassung, was in der britischen Musik der letzten 20 Jahre alles so ging. Das gelingt aber eben über weite Strecken sehr überzeugend, so dass man über die Schwächen (Überproduktion, gelegentlich recht ähnlich aufgebaute Songs…) hinwegsehen kann. Wohin die Reise von Hard-Fi zukünftig geht, darüber wird man sich so zwar nicht ganz klar, aber weitergehen wird sie wohl und darf sie gern.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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