Schon wieder Nordirland? Irrtum, dieser verrückte Haufen kommt aus dem schönen Island. Eine frische Bande, die ihre eigene Interpretation von feierfreudigem Elektropop abliefert, selbst vor komplett abseitigen Coverversionen nicht zurückschreckt und neben GusGus und Kasper Björke demnächst sicher noch mehr Freunde haben wird.

Klar, zwischen sprudelnden Geysiren, schwankenden Alkoholikern und sich verspekulierenden Finanzspekulanten muss man ja auf seltsame Gedanken kommen. Doch lassen wir die Klischees mal beiseite. Ursprünglich von Arni Hlodversson und Loa Hjalmtysdottir gegründet, variiert die Zahl der Bandmitglieder ständig, auf der Bühne stehen angeblich zwischen 3 und 45 Personen – wobei mitscheppernde Kuhglocken mitgezählt werden. Mit stimmungsvollen Liveshows machte man auf sich aufmerksam und wurde sogar bereits beim einflussreichen SxSW-Festival in Austin, Texas, USA gefeiert.

Mit ihrem unbekümmerten Debütalbum werden sie sich nun weltweit zahlreiche Freunde (für die oben erwähnten remixte man bereits bzw. nahm zusammen Songs auf) machen. Entspannt werden neben erwähnten Glocken zahlreiche Keyboards verwendet, männlich-weiblicher Wechselgesang ist fast immer eine gute Idee, und zwischen 80er-Pop und 90er-(Euro-)Dance kennt man keinerlei Berührungsängste. Nach Scissor-Sisters-Quietsch-Pop („Frequency“) folgt ein hervorragender Retro-Ohrwurm („Underwear“), bevor die 90er und anderes Unkraut fröhlich wuchern dürfen. Darüber hinaus lauern mit „Par Avion“ und „Optical“ noch mindestens zwei weitere melodische Hitkandidaten.

Und dann wären noch die Coverversionen, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Erstens wegen der Songauswahl, zweitens wegen der Umsetzung. „Pump Up The Jam“! „Killing In The Name Of!“ Technotronic und Rage Against The Machine! Ersteres Stück Partytrash wird in einer komplett heruntergebremsten Fassung zum putzigen Schmusetanz, der RATM-Klassiker ist noch viel weniger zu erkennen, heißt hier „Lotus“, und viel mehr als die markanteste Textzeile blieb auch nicht übrig. Muss man erst mal drauf kommen.

Ein reizender Geheimtipp, den Elektropopfans unbedingt mal überprüfen sollten. Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass man danach das fröhliche Grinsen eine Weile nicht aus dem Gesicht bekommt.

(Addison)

P.S. Live: 04.05. Berlin – 07.05. Wien – 08.05. Salzburg – 09.05. München – 10.05. Regensburg – 23.05. Hamburg – 25.05. Frankfurt – 26.05. Neuchatel – 27.05. Zürich – 29.05. Neustrelitz (Immergut)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. 12.4.2010 - 20:32 Uhr

    Witziges Lied und cooles ZDF-Mikro. :-)