booka-sun Walter Merziger und Arno Kammermeier sind ja schon wieder da. Dabei ist ihr Erfolgsalbum „Movements“ noch in aller Munde. Was sicherlich auch an der kürzlichen Neuauflage als Touredition liegt. Oder an der schier unendlichen Tour selbst. Aber auch an unsterblichen Clubhits wie „Mandarine Girls“ oder „In White Rooms“. Nun gibt es feinsten Nachschub.

Die beiden Berliner Produzenten verunsichern die Clubs schon seit Mitte der 90er, zunächst als waschechte Synthiepopper (Bitte ein Re-Release!), bevor sie sich zur Jahrtausendwende mehr aktuelleren elektronischen Strömungen zuwandten. Mit DJ T und den Kumpels von M.A.N.D.Y. gründete man das Get Physical Label und veröffentlichte einen Berg an Remixen (auch für große bis sehr große Namen, Depeche Mode sind da nicht die einzigen) und Maxi-Vinyl. 2004 das erste „richtige“ Album, später der oben erwähnte große Durchbruch und dann die Mammuttour.

Und nun? Überraschen die beiden mit einem Album, das sich zwar nicht direkt von der Clublandschaft abwendet, aber doch erheblich vielseitiger ist, als man das vielleicht erwarten konnte. Der grandios gewählte Albumtitel passt wie das Stroboskop zur Nebelmaschine. Oder eben wie der Strand zum Sonnenschein. Es gibt Stücke, die man lieber entspannt unter freiem Himmel, mit einem Gläschen … (bitte hier alkoholisches Wunschgetränk einfügen) in der Hand genießen möchte. Aber natürlich gibt es auch immer noch genug Tracks, die in den Sets der guten DJs demnächst prominente Positionen besetzen werden.

Mehr als zuvor werden die – natürlich nach wie vor dominierenden – elektronischen Sounds mit organischen Elementen angereichert. Gleich zu Beginn darf das Filmorchester Babelsberg bei „Outskirts“ opulente Streicher hinzufügen (und später noch einmal bei dem entspannt vor sich in klingelnden Titelstück), die nicht zum ersten Mal hoffen lassen, dass die beiden Herren uns in Zukunft womöglich mit Filmsoundtracks erfreuen werden. Beim, äh, staubigen „Dusty Boots“ scheint man sich direkt eine von Mr. Gores Richtung Weste(r)n schielenden Gitarren ausgeborgt zu haben. Auch auf „Solo City“ taucht eine akustische Gitarre auf und fügt sich harmonisch in die vielschichtigen Sounds. Überhaupt die Sounds. Da wurde wieder an den Geräten geschraubt und an den Knöpfchen gedreht (bzw., wer es unromantischer haben möchte: mit der Software gespielt), dass es ein Ohrenschmaus ist. Was gerade bei atmosphärischen Stücken wie „Sweet Lies“ oder dem Kopfhörerschmeichler „Comacabana“ beeindruckt.

Nun zu den Favoriten für die Clubs: Das pumpende „Control Me“ ist ein elektronischer Knaller allererster Kajüte. Und, huch, die singen da ja plötzlich (insgesamt gar auf fünf Stücken, mal mehr, mal weniger). Ich wage mal zu behaupten, dass dieses Stück sich ohne weiteres auf dem ja streckenweise ebenfalls äußerst poppigen aktuellen Album Fixmer/McCarthy hätte einschleichen können. Dann ist da natürlich die Vorabsingle „Charlotte„, die auf den wenigen guten Radiosendern dieses Landes (z.B. Radio Eins in und um Berlin) längst schwer rotiert. Auch „Numbers“ gibt den Beinen Futter, das vielschichtige „Karma Car“ und die anständig groovenden „Psychameleon“ und „Planetary“ erhöhen die Beatzahl im hinteren Albumteil ein ganzes Stück.

Zum Abschluss kehrt dann noch das große Gefühl ein, wenn Walter Merziger das sanfte „You Don’t Know What You Mean To Me“ seinem eineinhalb Jahre alten Sohn widmet.

Booka Shade ist mit „The Sun & The Neon Light“ ein durchdachtes, harmonisches und abwechslungsreiches Album gelungen, dass Clubgänger und Couchpotatoes sowie überhaupt Freunde intelligent gemachter elektronischer Musik ansprechen sollte. Ganz klarer Kaufbefehl (Als besonderen Leckerbissen gibt es das Werk als schicke Limited Edition mit einer Bonus-CD, die elf (!) Remixe aktueller Stücke enthält, welche als fantastisches DJ-Set abgemischt wurden)!

(Addison)

P.S. Auf www.myspace.com/getbookashade gibt es ein exklusives Pre-Listening!

P.P.S. Apropos exklusiv: Wir verlosen 10 (!) Exemplare der Limited Edition des Albums. Um zu gewinnen, löst die folgende Aufgabe und sendet die Antwort bis zum 13.06.2008 zusammen mit Namen und Postanschrift an contest@depechemode.de (Betreff: Booka Shade). Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt Ihr Euch mit unseren Teilnahmebedingungen einverstanden. Eure Daten werden ausschliesslich für dieses Gewinnspiel verwendet und NICHT an Dritte weitergegeben!

Aufgabe: Booka Shade haben schon reichlich prominent geremixt. Depeche Mode, klar, Dave Gahan, klar. Nenne wenigstens zwei weitere Künstler!

P.P.P.S. Schon wieder auf Tour, die Herren. Nicht verpassen: 31.05. Köln (Bootshaus), 05.06. Berlin (Lido), 06./07.06. Rock am Ring/Rock im Park, 28.06. München (Kesselhaus), 18.07. Melt!-Festival!

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www.bookashade.com

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Schuhgott
    1
    26.5.2008 - 18:16 Uhr

    … geile Scheibe und immer schön laut machen !
    Gruß aus Hamburg !