
Opulent ist sie ausgefallen, die Doppel CD mit dem Namen „Anthology 1992 โ 2010“ und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen wรคren da die 18 Songs, die dem ersten Silberling den Best Of Stempel verpassen, zum anderen gibt es auf CD 2 ein Sammelsurium von unverรถffentlichten Tracks und Remixes, was fรผr jeden Fan ein absolutes Highlight sein dรผrfte.
18 Jahre, 18 Songs โ so zumindest die einfache Rechnung die der ersten CD zu Grunde liegen dรผrfte. Neben Singles wie dem grandiosen „Confession„, „Conversation Overkill“ und „Tears Of Joy“ finden sich auch reine Albumtracks auf dem Silberling wieder, was „Anthology 1992 โ 2010“ รผber den Status einer plumpen 08/15 Best-Of CD hinaus hievt. Der Spagat zwischen Reflexion und Best-Of ist der Band hier sehr gut gelungen und gibt dem Hรถrer einen differenzierteren Einblick in die bisherige Schaffensphase der Augsburger.
Interessant ist hierbei sicherlich der doch recht groรe Sprung vom reinen Synthiepop, wie er noch zu „Cement Garden“ und „li:quid“ Zeiten zelebriert wurde, hin zum Electropop auf „Homesick Alien“, wo die Band zunehmend mit Anleihen aus Trance und Dance experimentierte und mit Songs wie „Promises“ und „Tears Of Joy“ ihren kรผnstlerischen Hรถhepunkt erreichte.
Nach dem 1998er Album „Homesick Alien“ wurde es sehr ruhig um das damalige Trio, gefolgt vom Ausstieg von Sebastian und Oliver, sowie einem Neustart im Jahr 2004. Anders, aber dennoch vertraut meldeten Distain sich mit „Sex’n’Crossโ zurรผck, einer eher mittelmรครigen Single. Auch die restlichen Songs des Albums konnten an alte Hits nicht wirklich anschlieรen. Mit ihrem 2007er Album fand das Duo allerdings wieder langsam zurรผck zu alten Stรคrken und lieferte mit „Mandragore“ eine รผberzeugende Single ab.
Abgerundet wird die Werkschau mit der neuen Ballade „Hole In The Moon“ und dem stampfenden Clubtrack „Dunkle Zeit“ sowie einem druckvollen Remake von „Confession„, das wirklich gut gelungen ist.
Auf dem zweiten Silberling warten dann die wahren Schรคtze aus den Archiven der Band. Vierzehn Tracks die bisher noch nicht das Licht der Welt erblickt haben reihen sich hier aneinander. Mal ist es ein unverรถffentlichter Remix, mal sind es alte Demos oder gรคnzlich unbekannte Songs, die ihren Weg auf diese CD gefunden haben. Mit dabei ist auch ein rein deutsches Lied mit dem Titel „Eines Tages“ sowie ein aktueller Remix von „Conversation Overkill„.
Abgerundet wird das gesamte Paket visuell mit den Videos zu Mandragore, Conversation Overkill, Tears Of Joy und Whispering Love und einem dicken Booklet, wo ihr einige Hintergrรผnde zu den einzelnen Alben bekommt.
Distain liefern mit „Anthology 1992-2010“ eine umfangreiche und sehr lohnenswerte Retrospektive ab, die alle wichtigen Stationen der Band ausgiebig beleuchtet. Nicht nur fรผr Fans eine lohnenswerte Anschaffung! Tipp!