Was Anders Trentemøller in den letzten Jahren angepackt hat, wurde sprichwörtlich zu Gold. Seine DJ Gigs sind legendär, die letzten Veröffentlichungen unter eigenem Namen ernteten durchweg Lobeshymnen und auch als Remixer ist der Däne, der bereits für internationale Top-Acts wie Depeche Mode, Röyksopp oder Booka Shade den Mischer angeworfen hat, heißbegehrt. Kein Wunder also, dass die elektronische Musikgemeinde erwartungsvoll aufhorcht, wenn ein neues Album von Trentemøller angekündigt wird.

Doch wie schafft man es nach all den Jahren voller Erfolg noch innovative Akzente zu setzen und für Aufsehen zu sorgen? Geht man auf Nummer sicher und liefert das, was die Leute erwarten oder macht man einen kleinen Quantensprung, der für viele Hörer Unerwartetes bringt? Eine Frage, die sich Anders Trentemøller sicherlich auch gestellt haben dürfte und uns mit Letzterem beantwortet.

Into The Great Wide Yonder“ ist weit weg von Clubsounds und Dance. Weit weg von „The Last Resort“ und seinen pulsierenden DJ Gigs.
Entschleunigt, harmonisiert, organischer und wesentlich songorientierter präsentiert sich der Däne auf seinem zweiten Album und lässt dabei seiner düsteren Seite den Vortritt. Die cineastischen Soundcollagen der balladesken Vorabsingle „Sycamore Feeling“ sind auf dem Album fester Bestandteil der einzelnen Songs und erschaffen so ein zusammenhängendes Werk, das mit pompösen Streichern, gezielten Gitarrenparts und wunderschönen Melodien überzeugen kann.
Vorbei die Zeit von Minimal und Techno. Vorbei die Zeit treibender Rhythmen und pumpender Bässe. Wir erleben hier einen völlig anderen Trentemøller, der es dennoch schafft unverwechselbar zu klingen und innovative Akzente zu setzen.

Opulent gestaltet sich der Opener „The Mash And The Furry„, der eine wuchtige Soundwand aufbaut, hinter der sich wunderschöne Balladen wie „Tide„, „… Even Though You’re With Another Girl“ oder „Neverglade“ verbergen. Balladen, die durch ihre verspielte und liebevolle Produktion fesseln und dem Album ganz große Momente schenken.
Düster aber ebenso entschleunigt geht es auch beim großen Rest des Albums zu. Lediglich das Tarantino’sche „Silver Surfer, Ghost Rider Go!!!“ zieht im Tempo deutlich an und hämmert eine irre Mischung aus Drum’N’Bass und Rock durch die Boxen. Das Ergebnis erinnert stark an den Soundtrack von Pulp Fiction. Thumbs Up! Fettes Ding!
Etwas minimalistischer fällt dagegen „Shades Of Marble aus, das mit verträumten Flächensounds spielt und den Gitarrenanteil auf ein Minimum reduziert.
Einer der wohl grandiosesten Songs des Albums ist und bleibt aber die Single „Sycamore Feeling„, die durch den markanten Gesang von Marie Fisker und der organischen Instrumentierung durchaus Erinnerungen an Garbage wachruft.

Die Mission „Album Nummer 2“ ist Anders Trentemøller auf beeindruckende Art und Weise gelungen. „Into The Great Wide Yonder“ bietet wundervolle Songs und Balladen, die in harmonischen Einklang stehen und die Ausnahmestellung von Trentemøller nachhaltig manifestieren! Kauftipp!

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www.myspace.com/trentemoeller
www.anderstrentemoller.com

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Kommentare

  1. Salomon
    1
    3.6.2010 - 19:51 Uhr

    ein grandioses album..respekt!