Dieses Mal stehen die Querbeats ganz im Zeichen zweier Jubiläen. Zum einen feierte die Mayday dieses Jahr ihren 20. Geburtstag, zum anderen erschien dieser Tage, 13 Jahre nach dem Debüt, die 50. Auflage der beliebten und etablierten ‚Top Of The Clubs‘ Reihe aus dem Hause Kontor Records. Grund genug also, die insgesamt sechs Silberlinge auf ihre Clubtauglichkeit zu testen.

Eine Jugendbewegung ist erwachsen geworden oder auf simple Art gesagt „Twenty Young„. So lautete das Motto der diesjährigen Mayday, die wie gewohnt in der Nacht vom 30.04. – 01.05. in der Dortmunder Westfalenhalle zelebriert wurde.
Als am 14. Dezember 1991 die erste Mayday in Berlin abgehalten wurde, schien das neue Jahrtausend noch weit entfernt. Im Zeitalter der aufkeimenden Rave- und Technokultur etablierte sich die Veranstaltung ab 1993 als feste Institution in der Dortmunder Westfalenhalle. Rückblickend betrachtet hat sich seitdem nicht nur musikalisch enorm viel getan. Aus einer zunächst im Underground angesiedelten Szene, schufen diverse DJs und Veranstalter in den frühen 90er Jahren eine Musik- und schlussendlich auch Jugendkultur, die nicht nur aus musikalischer sondern auch aus gesellschaftlicher Sicht eine Erfolgsgeschichte der ’90er & ’00er Jahre wurde.
Unter dem Motto „Twenty Young“ refelktiert man auf der offiziellen Mayday Compilation nicht nur den status quo, sondern wirft mit zwei Mixes einen Blick zurück.

Gewohnt elektronisch geht es auf CD 1 & CD 2 zur Sache. Betitelt nach den zwei Floors ( Arena & Casino ), werden hier zwei Mixes abgefeuert, die das who is who der internationalen Technoszene vereinen. Eröffnet wird der Reigen dabei wie gewöhnlich von den Members Of Mayday, die mit „Ravemobil“ endlich wieder einen Track abliefern, der an alte Zeiten und Hits anschliessen kann. Es folgen große Namen wie Moguai & Westbam, Boys Noise, Booka Shade, Blank & Jones, Tom Novy und Paul Kalkbrenner. Der Mix des ersten Silberlings erhält durch die stilistisch recht differenzierten Songs ein gewisse Kurzweil, die man bei vielen gleichgearteten Compilations vermisst.
Beim zweiten Silberling geht es dagegen dagegen deutlich house- und trancelastiger zur Sache. Protagonisten wie Fedde Le Grand, Armin van Buuren, Martin Solveig & Ante Perry sorgen dabei für angenehme Akzente.
…und dann ist da noch CD 3, die man ohne Zweifel als Herzstück dieser Jubiläumsausgabe bezeichnen kann. Zwei Mixes – 22 Klassiker.
Los geht es dabei mit dem „Mayday Classic Mix“ von Tom Novy, auf dem er echte Granaten wie Yoshimoto’s “Do What You Want ( Trentemøller Remix )“, Black Strobe’s “Italien Fireflies“ und Steve Bug’s “Lover Boy“ stimmig zusammengemixt hat.
Mit dem „Mayday Anthems Mix“ geht es dann noch ein Stück weiter zurück in der Zeitleiste. “Marmion“ von Schöneberg, “Acid Phase“ von Emmanuel Top, “Age Of Love ( Jam & Spoon Rmx )“ von Age Of Love, “Redemption“ von RMB oder “Sonic Empire“ von den Members Of Mayday bieten dabei eine fabelhafte Zeitreise in die Anfänge und die Hochphase der Technobewegung.

Mayday 2011 – Twenty Young“ ist eine bis ins letzte Detail gelungene Bestandsaufnahme, samt umfassender Rückschau auf die vergangenen Jahrzehnte der Techno-, Rave- und Trancebewegung. Kauftipp!

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In royalen Farben strahlt das Digipack den Käufer: „Kontor – Top Of The Clubs Vol. 50„.
Seit nunmehr 13 Jahren erscheint diese Compilation mehrfach jährlich und bringt die aktuellen Hits der Clubs in stimmigen Mixes nach Hause. Damit eng verbunden ist natürlich auch die stetige Entwicklung der Dance- und Houseszene, die mal mehr mal, weniger prickelnd ausfällt. Neben den üblichen drei CDs, gibt es zur 50. Ausgabe noch einen Aufkleber oben drauf. Soweit die Bestandsaufnahme. Musikalisch geht es dieses Mal ausgesprochen durchwachsen zur Sache, wobei auch nach mehreren Durchläufen der einzelnen CDs nur der Mix von Markus Gardeweg ( CD 2 ) nachhaltig überzeugen kann.

Komplettausfälle wie „Sexy DJ ( In Da Club )„, „Party Animal“ oder der unrühmliche Black Eyed Peas Track „The Time“ reißen metertiefe Krater in den ersten Mix. Zwar gibt es mit den Beiträgen von Chris Avantgarde, Taio Cruz, Akcent und Basto! einige echte Schmankerl auf der ersten CD zu hören, jedoch schaffen selbst diese es nicht den Mix aus einer gewissen Mittelmäßigkeit heraus zu holen.
Große Namen und fette Hits schmücken hingegen den Mix von Markus Gardeweg, der auch gleichzeitig den einzigen wirklichen Kaufgrund für diese Ausgabe liefert. Auf den Punkt gebrachte Tracks wie „White Noise/ Red Meat“ von Dada Life, „Take Me To The Top“ von Tom & Jerry, „Hello“ von Martin Solveig & Dragonette, „Kings In Exile“ von Fritz Kalkbrenner oder „Hi Scandinavia“ von Matisse & Sadko bilden die Basis, auf der auch die restlichen Songs harmonisch eingefügt werden und dadurch für Abwechslung und Kurzweil sorgen.
Der dritte Silberling bietet mit Robyn, Eric Prydz, Spencer & Hill und Sander van Doorn zwar durchaus große Namen, jedoch verlieren diese sich ebenfalls im eher mittelprächtigen Gesamtumfeld. Schade!

Insgesamt betrachtet muss man konstatieren, dass die ‚Top Of The Clubs‘ Reihe auch bei der Jubiläumsausgabe schwächelt. Da hilft auch der Sticker nicht drüber hinweg. Bleibt zu hoffen, dass mit den kommenden Samplern wieder mehr Qualität Einzug hält.

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