querbeats Querbeats die Erste 2011! Im neuen Jahr starten wir direkt mit einem Spezial, bei dem wir uns an einem homogenen Potpourri elektronischer Dance- und Trance-Musik aus dem Hause Armada Records, dem Label von Armin van Buuren, erlaben. Dieses Mal stehen an den Reglern: Irlands Top-Dj John O’Callaghan, die Ägypter Aly&Fila und der smarte Youngster Kenneth Thomas.

Beginnen wir mit einem echten Schwergewicht der internationalen Trance-Szene: John O’Callaghan.
Der Ire hat in den letzten Jahren nicht nur als DJ für Furore und ausgelassene Parties gesorgt, sondern konnte auch mit seinen beiden Studioalben punkten, wobei ihm mit dem jüngsten Sproß „Never Fade Away“ der endgültige Durchbruch auf internationaler Ebene gelang.
Mit „Subculture 2010“ kehrt John O’Callaghan nun wieder zu seinen DJ-Wurzeln zurück und liefert zwei homogene Mixes, die seine persönlichen, cluberprobten Highlights des vergangenen Jahres in einen kraftvollen Kontext setzen.
Auf dem ersten Silberling dominieren dabei überwiegend melodiöse, bisweilen leicht progressiv angehauchte Trancehymnen wie „Halo“ von Jorn van Deynhoven, „Ascent“ von Ehren Stowers oder „Lesson Learned“ von Orla Feeney das Klangspektrum. Für die zackigeren Beats sorgen dagegen Guiseppe Ottaviani, Tom Colontonio und der Mixmeister himself.

Bekanntere Namen finden sich erst auf der zweiten CD. Mit Thomas Bronzwaer, der übrigens ein fabelhaftes Intro gezaubert hat, W&W und Ruben de Ronde gibt es gleich drei erstklassige Producer (zum Teil mehrfach) auf die Lauscher.
Der musikalische Mix fällt zu Beginn deutlich weniger trancig aus. In den Fokus rücken eher die technoid angehauchten Klänge von „Botnik“, „Check This Tilt“, „Jet 2 Hell“ und das grandiose „Alpha“.
Wünschenswert wäre, insbesondere zum Ende hin, gewesen, wenn dieser progressiv-technoide Stil auch im weiteren Verlauf beibehalten worden wäre. Insbesondere im Mittelteil verschwimmen die einzelnen Songs dann doch ein wenig zu stark.

Nichtsdestotrotz liefert John O’Callaghan auf „Subculture 2010“ einen abwechslungsreichen Ritt durch die verschiedenen Trance- und Dancesphären ab, der einfach Spass macht.

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Womit wir bei einem der angesagtesten Youngster der amerikanischen DJ-Szene angelangt wären! Kenneth Thomas hat im Umfeld von Paul Oakenfolds ‚Perfecto Label‘ sein Lager aufgeschlagen und liefert auf dem labeleigenen Sampler „Perfecto Presents“ eine abgefahrene Mixtur aus House, Progressive und Dance.
Ab Mitte der 80er Jahre avancierte Detroit Dank seiner umtriebigen DJs und Produzenten zu einem echten Mekka der Technoszene. Noch heute schwärmen Anhänger des Detroit-Technos von jenen Sounds, die die elektronische (Tanz-)Musik maßgeblich mitgeprägt haben.

Aus dem einstigen Schmelztiegel stammt auch der junge DJ Kenneth Thomas, der Detroit in Sachen House- & Dance-Szene eine kleine Renaissance bescheren könnte, denn was er auf „Perfecto presents Kenneth Thomas“ abbrennt ist absolut fett!
Es sind nicht die einzelnen Tracks oder Namen die hier aus den beiden Mixes hervorstechen – es ist das Gesamtkunstwerk, was Kenneth hier erzeugt hat. Energetischer Dance trifft auf melodischen House. Garniert wird das Ergebnis mit fein abgestimmten Kompositionen aus Minimal, Progressiv und Hard-Trance.
Dass Kenneth bei seiner Trackauswahl nicht nur auf fremdes Material zurückgreifen musste, wird mit einem kurzen Blick auf die Setliste deutlich. Auf beiden Silberlingen finden sich diverse Produktionen von ihm wieder. Tracks wie „The Heart Speaks„, „ Stronger Creature„, das übrigens stark an Umek bzw. auch Beltek erinnert, oder „Leaving London“ unterstreichen dabei Kenneths feines Gespür für eingängige Melodien. Schwachstellen sucht man hier vergeblich.
Stattdessen bekommt man hier zwei pulsierende DJ-Mixes geliefert die man abwechslungsreicher nicht hätte gestalten können. Ganz großes Kino und der perfekte Auftakt ins Jahr 2011! Must-Have!

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Ägypten & Trance gibt’s nicht? Doch! Das Produzenten- und DJ-Team Aly & Fila zählt dabei sogar zu den außergewöhnlichsten Überfliegern der weltweiten Dance-Bewegung. Ihr Label ‚Future Sound Of Egypt‘ wird sogar als eine der vielversprechendsten Sound-Schmieden der internationalen Szene gehandelt. Doch wie klingt nun Trance aus dem Land der Pyramiden & Pharaonen?

Die Antwort liefert uns das Duo auf seiner ersten Labelcompilation „Future Sound Of Egypt Vol. 1„. Dass dabei nicht alle Protagonisten vom afrikanischen Kontinent stammen, wird bei international bekannten Namen wie Gaia (Armin van Buuren), Robert Nickson, Max Graham oder Henrik Christensen schnell offenbar. Vielmehr vermischen Aly & Fila altbewährte Kost mit leicht exotisch angehauchten Tracks wie „Sky„, „Naiad„, „Remember the Youthful Years“ oder „Ambrosia„.
Selbstverständlich liefern die beiden Ägypter auch zwei frische Kostproben aus eigenem Hause und die können mit Leichtigkeit die internationale Trancegemeinde erobern!
Da wäre zum Beispiel das großartige „I Can Hear You„. Dieser zuckersüße Vocaltrance-Track bezirzt den Hörer von der ersten bis zur letzten Note ohne überladen oder gar schmalzig zu wirken. Gleiches gilt auch für das leicht dramatisch angehauchte „Paradise„, das mit einem Pianopart im Mittelteil Akzente setzen kann.

Leider lässt die Kopplung auf Dauer einen gewissen Spannungsbogen vermissen und verliert sich in seichten Klanggefilden, die hier und da mal mit etwas mehr Druck durch die Boxen gepresst werden. Und um die Eingangsfrage kurz zu beantworten: Trance aus Ägypten klingt, wie… Trance!

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