moonbooticaVor zwei Jahren veröffentlichten koweSIX und tobitob alias Moonbootica ihre gleichnamige Debüt-CD, mit der sie sich umgehend an die Spitze der angesagtesten DJs, Remixer und Clubbands beamten. In den folgenden zwei Jahren tourten die beiden Hamburger durch sämtliche Clubs Europas um ihren BigBeat-House-Electro-Sound in die weite Welt zu tragen. Seit dem Frühjahr wurde es jedoch stiller um Moonbootica und man gab nur noch vereinzelte Gastspiele wie z.B. auf dem diesjährigen SonneMondSterne Festival. Der Grund für diese Stille steht nun seit Mitte des Monats in den CD-Regalen: „Moonlight Welfare“.

Auch auf ihrem zweiten Album vereinen koweSIX und tobitob einmal mehr die aktuellen Strömungen der Clubszene mit melodischen und bisweilen bizarren Ausflügen. Schon auf ihrem Debüt brachte das Duo unterschiedlichste Genre der elektronischen Musik zusammen und bediente sich diverser Gastsänger und Musiker. Da wurden neben Chris Corner (IAMX) und Jansen&Kowalski auch Client oder Marc Deal geschickt in das Gesamtwerk eingebunden, wodurch ein perfekter Mix aus treibenden und poppig anmutenden Songs erschaffen wurde.

Auch auf Moonlight Welfare präsentieren Moonbootica wieder hochkarätiges Clubfutter und ebenso bekannte Gastmusiker. Den Auftakt in den zweiten Longplayer bildet das stark nach 70er Jahre klingende und sehr chillige Sundown. Es folgt mit Der Mond der erste deutschsprachige Track der Band, für den sich tobitob und koweSIX gesangliche Unterstützung von „Jan Delay“ geholt haben, der diesem typischen Moonbootica-Track durch seine markante Stimme sein ganz eigenes Profil verleiht.

Getoppt wird ‚Der Mond‘ jedoch schon direkt im Anschluss mit Strobelight. Hier zeigen die Hamburger, dass sie es nicht verlernt haben Clubhymnen mit fetten Sounds und genialen Spannungsbögen zu schreiben – für mich der wohl beste Track dieses Jahr in diesem Sektor und auch auf diesem Album. Respekt!

Mit „Jump Around„, der aktuellen Single, haben sich die Beiden an dem „90er Jahre Klassiker“ von ‚House of Pain‘ versucht. Die Umsetzung geht so zwar in Ordnung und ist sogar besser als das Original, kann aber letztendlich nicht in aller Konsequenz überzeugen, was aber am Ausgangsmaterial liegt. Wo wir schon im Bereich des „elektronischen HipHops“ sind, sollte man gleich noch Do You See? erwähnen. An diesem Track werden sich sicherlich sämtliche Geister scheiden, denn hier gibt es 1A „Gangsta-Rap“ zu hören. Die musikalische Umsetzung und auch der Rap von ‚Phantom Black‘ können voll überzeugen und klingen auch wesentlich besser als vieles, was man auf den einschlägigen Teenie-Sendern zu sehen bekommt. Sicherlich dürfte für ‚Do You See?‘ vor allem tobitobs Vergangenheit (Stichwort „Fünf Sterne Deluxe“) ausschlaggebend gewesen sein. Das Ergebnis kann man als genial titulieren – hat jedoch nichts mehr mit den eigentlichen Genre der Band zu tun.

Mit Tracks wie Siren, Joan Landor oder Like A Riot gibt es aber noch ausreichende Clubsounds auf „Moonlight Welfare“ zu hören, so dass der Kontakt zur Basis stets sichergestellt wird.
Die am Anfang des Albums angestimmten, chilligen Sounds ziehen sich übrigens auch durch den weiteren Verlauf des Albums. Mit She’s A Cat und Ridin‘ A Train setzen Moonbootica geschickte Ruhepole, die durch die jeweilige Melodik auffallen und begeistern können.

Insgesamt zeigen sich Moonbootica auf ihrem zweiten Werk genauso experimentierfreudig wie schon auf ihrem Debüt. Die ‚bizarren‘ Ausflüge in Gebiete wie ‚Gangsta-Rap‘ oder ‚HipHop‘ wirken zunächst zwar etwas befremdlich, passen sich aber nach ein paar Rotationen perfekt ins Gesamtwerk ein. Gerade hierdurch kommt die Abwechslung, die man auf anderen Platten vermisst, voll zur Geltung. Abgerundet wird „Moonlight Welfare“ durch die fetten Clubtracks und chilligen Momente. Kauftipp!

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Anspieltipps: ‚Der Mond‘, ‚Strobelight‘, She’s A Cat‘, ‚A Perfect Machine‘, ‚Do you See?‘

www.moonbootica.de

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