bierbeben Ein seltsam nach Altpunks klingender Name, doch die Band dazu ist erst seit diesem Jahrtausend aktiv. Das Hamburger Künstlerkollektiv veröffentlicht sein drittes, selbstbetiteltes Album zwischen Electro-Punk und Polit-Techno.

Vor etwa sechs Jahren ließen sie erstmals ernsthaft aufhören und forderten „Mach deinen Fernseher kaputt“. Im Folgejahr dann das Albumdebüt „No Future No Past“. Punkige Slogans, technoide Sounds. 2006 zeigte der Nachfolger „Alles fällt“ dann mehr Spuren von Indie-Rock. Und 2009? Dominiert weiterhin die Elektronik, es geht aber etwas sanfter und vor allem poppiger zu als früher. Dazu haben sich diverse akustische Instrumente hinzu gesellt – Schlagzeug, Gitarre, Marimba, Flöte etc., aber alle sehr dezent eingesetzt.

Überhaupt herrscht ein angenehm aufgeräumtes Klangbild (von Bandvorstand Jan Müller zusammen mit Thies Mynther produziert, von Shitkatapult-Labelchef Marco „T.Raumschmiere“ Haas abgemischt), in dem Julia Wilton mit schöner, klarer Stimme fast unbemerkt subversive Botschaften unterbringt. Laut protestiert im Scherbenstil wird nur kurz einmal („Wehr dich doch“), ansonsten erfreuen Melodien in repetitiver Elektronik das Ohr. Ja, es ist ein regelrecht eingängiges Album geworden.

Die besten Beweise liefern
-> „Dunkle Tage“ (für Electropunker),
-> „Wie ein Vogel“ oder „Die Übermacht“ (für Electropopper),
-> „Der König“ (für modernisierte NDW’ler)
-> und insbesondere das überragende „Abschied“ (für Indiepopfans).

Da ist doch für viele etwas dabei, oder? Dann also los, reingehört und bei Gefallen gekauft! Das bislang beste Album des bebenden Bieres.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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