VNV Nation – Matter + Form

VNV Nation - Matter+FormAm 04.04.05 erschien das nun mehr 5. Studioalbum „Matter + Form“ des Irisch/Englischen Duos VNV Nation. Die Fangemeinde musste seit Veröffentlichung des letzten Longplayers, Futureperfect, geschlagen 3 Jahre auf musikalischen Nachschub warten. Doch die lange Abstinenz von VNV Nation hat sich mehr als gelohnt!
Mit „Matter+Form“ zeigen VNV Nation einmal mehr, dass sie zur Speerspitze des deutschen und auch internationalen Elektro- und FuturePop Genre gehören. Dachte man, das Thema FuturePop sei ausgereizt, belehren VNV Nation den Hörer eines besseren und zeigen mit ihrer durchgehend hochwertigen Produktion, dass es durchaus auch heute noch möglich ist, durch geschickte Instrumentierungen Akzente zu setzen und neue Wege zu gehen.

Mit „Matter+Form“ präsentieren die Herren Harris und Jackson eine konsequente Weiterentwicklung ihres, auf Futureperfect begonnenen, technoidisch angehauchten Sounds.
Die Einflüsse aus Underground Dance, Industrial und auch House sind unüberhörbar. Dennoch haben VNV Nation es geschafft, ihrer Linie treu zu bleiben und irgendwie wieder wie „typisch VNV Nation“ zu klingen.

Beginnend mit dem obligatorischen „Intro“ folgt mit „Chrome“ gleich der erste Kracher des Albums, der zurecht als Vorabsingle ausgekoppelt wurde. Treibende Beats und eine sehr eingängige Gesangslinie lassen „Chrome“ zu einem, nicht nur livetauglichen, Opener avancieren.
„Arena“ ist einer der stilistisch typischsten VNV Nation Tracks auf der LP. Langsam steigernd entwickelt „Arena“ sich von einem eher ruhig beginnenden Track zu einem energiegeladenen Dancesong.
Das Instrumental „Colours of Rain“ erinnert in seiner Einfachheit sehr stark an den Soundtrack von „Blade Runner“, wo schon „Vangelis“ durch eine sparsame Instrumentierung äußerst atmosphärische Songs erschaffen hat.
Bei den beiden darauffolgenden Songs „Strata“ und „Interceptor“ geht es nicht mehr ganz so ruhig zu. Auch ist eine Grenze der beiden Instrumentaltracks nicht wirklich erkennbar. Beide werden durch harte, knallige Beats getrieben. Diese unterstreichen wiederum die fortentwickelte, technoide Ader von VNV.

Nach der sehr instrumental gehaltenen Mitte des Albums wird mit „Homeward“ einer der stärksten Songs des Albums präsentiert. Er besticht durch seine seichte und stimmungsvolle Instrumentierung, sowie dem sehr gefühlvoll eingebetteten Gesang von Ronan .
„Lightwave“ repräsentiert das letzte Instrumental auf Matter+Form und läutet das furiose und überragende „Perpetual“ ein, das nicht nur der Favorit von Ronan und Mark sein dürfte, wie man auf dem ein oder anderen Konzert zu hören bekam. Vielmehr handelt es sich bei „Perpetual“ um einen der besten Songs, die in diesem Genre das Licht der Welt erblickt haben. Seicht beginnend wird durch eine Gitarre der mitreißende und hämmernde Beat angekündigt, der diesen Track zum absoluten Highlight von „Matter+Form“ werden lässt.
An „Perpetual“ dürfte der Einfluss von Producer „Humate“ mehr als deutlich werden. Live ist „Perpetual“ einer der Höhepunkte eines jeden VNV Nation Konzerts auf der derzeit laufenden Tour.

Mit „Matter+Form“ haben VNV Nation einmal mehr bewiesen, dass ihr Name für Innovation und Qualität steht. Trotz aller Lobeshymnen gibt es auch einen kleinen negativen Aspekt. Die Zusammenstellung von Instrumental- und Gesangsstücken hätte man durchaus etwas ausgewogener gestalten können. Mit „Colours of Rain“, „Strata“ und „Interceptor“ bekommt der Hörer gleich drei (!) Instrumentals hintereinander serviert. Ob „Colours Of Rain“ zwischen so treibenden Tracks wie „Arena“ und „Strata“ passt, ist hingegen eher Geschmackssache.

Wer noch die Möglichkeit hat VNV Nation live zu erleben, sollte diese unbedingt nutzen! Neben einer weit über 2-stündigen Show von VNV, lohnt es sich auch die beiden Vorbands anzuschauen.

Live erleben könnt ihr VNV Nation noch in:

20.04.2005 Frankfurt
21.04.2005 München
22.04.2005 Krefeld
23.04.2005 Lahr
24.04.2005 Dortmund

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Offizielle Site

Letzte Aktualisierung: 20.4.2005 (c)

3
Kommentare

  1. 22.5.2005 - 15:33 Uhr
    3

    Die Aussage war auch eher auf den weiterentwickelten Stil von VNV bezogen und weniger auf das Allgemeine. ;-)

    Ronny

  2. Alpha
    20.5.2005 - 15:10 Uhr
    2

    „Diese unterstreichen wiederum die fortentwickelte, technoide Ader von VNV.“

    naja, die techno tracks klingen eher wie vor 10 jahren.

    ich habe dem album 7 v. 10 gegeben. hätte schlimmer kommen können.

  3. Klaus
    26.4.2005 - 22:07 Uhr
    1

    Wenn doch nur nicht immer dieser „Trance-Lead“ Sound vorkommen würde…