Depeche Mode-Konzert am 04.12.2020 in London, O2 Arena

My first Time in The O2 to visit Dave, Martin and Fletch

lon-182Ist jetzt zwar schon wieder ein paar Tage her, aber da London nur im Forum diskutiert wurde und hier nur ein kleiner Artikel steht, schreibe ich mal meinen ersten Fan-Bericht zu meinem ersten London-Konzert überhaupt.

Da wir bereits das Wochenende vor dem Konzert angereist waren, wurden wir schon etwas in die Londoner Art zu leben eingestimmt: In der Tube (U-Bahn) geht man besser den Ausschilderungen nach, an der Bushaltestelle anstehen und im Restaurant vorne warten, bis man an einen Platz geführt wird. In London wird einiges wesentlich strenger geregelt, als bei uns, aber irgendwie wird man dadurch auf wundersame Weise entschleunigt. Es war ungelogen das erste Mal, dass ich in einer Großstadt entspannte, anstatt aufgepusht zu werden.

In diesem Fluss, ich kann es wirklich nicht anders nennen, gingen wir den großen Tag des Konzertes, sehr entspannt an. Wir peilten grob die erste Einlasszeit an und nahmen uns an diesem Tag auch keine großartigen Sightseeing-Touren vor, um für das lange Stehen fit zu sein. Ca. 30 Minuten vor Einlasszeit kamen wir dann bei „The O2“ an.

Schon als ich aus der Undergroundstation raus kam und direkt vor mir diese riesen Leinwände mit Depeche Mode sah, bekam ich Herzklopfen. Es war so wundervoll hier zu sein! Wir machten gleich die ersten Fotos und gingen dann rein. Rechter Hand war der riesige Merchandising-Stand aufgebaut. Davor war kaum etwas los, so setzte ich den T-Shirt-Kauf spontan an den Anfang des Konzertes, zumal ich entdeckte, dass das T-Shirt in London rund 5 Euro weniger kostete, als im Euro-Land (es gab in London nur zwei Sachen, die billiger waren, als in Deutschland, eines davon waren DM-T-Shirts ;) ). Alles very easy and very friendly.

Dann ging es weiter an diversen Pubs vorbei. Dazu muss man sagen, dass die O2-Arena ein großes Spanndach hat, im Zentrum befindet sich die eigentliche Halle, aber im Halbbogen um die Halle befinden sich, ebenfalls unter dem Spanndach, diverse Pubs, Bars, Clubs und Bistros. Aus ihnen allen klang Depeche Mode Musik und die Speisekarten waren mit Depeche Mode versehen und es hingen überall Plakate an den Pubs und Clubs, dass hier im Anschluss „inoffizielle“ After-Show-Partys statt fanden. Gut, dann war die Frage ja auch schon mal geklärt.

Einmal den Halbkreis rum war der Zugang zum Innenraum. Aber wo waren die Leute? Nur noch ca. 15 Minuten bis zum Einlass und nirgends Menschenmengen zu sehen. Ganz versteckt war dann eine kleine Menschenansammlung zu finden, die britisch, wohlgeordnet in einer Schlangenlinie, die durch Gitter formiert war, anstand. Wir stellten uns mit an. Alle blieben fein in der Reihe, obwohl rechts und links genug Platz gewesen wäre, den einen oder anderen auf Gedanken zu bringen… Dann wurde vorne angefangen einzuscannen und Armbänder zu verteilen, immer schön der Reihe nach. Dann wurde der erste Pulk mit Armbändern reingelassen, die Schlange bewegte sich langsam weiter nach vorne, dann gingen die Ordner nach vorne und es kamen die nächsten dran. Zunächst nahm der erste einem das Ticket ab, dann gab es ein Armband, dann wurde man gefilzt. War man freundlich, weniger, war man ruppig, mehr. London ist ein Land der Organisation und Ordnung und sie mögen es, wenn man sich anpasst. Das war eine Erfahrung, die wir auch schon die Woche über machen mussten.

Dann ging es in die Halle. Wir waren erstaunt, wie leer alles (noch) war. Wir kamen bis ca. in die 10 Reihe! Davon hätte ich nicht zu träumen gewagt und das alles ganz ohne Stress (und ohne Früheinlassticket). Es dauerte dann schon noch eine Weile, bis Trentemøller anfing zu spielen. Auch auf diese Band freute ich mich sehr, allerdings nahm das Publikum sie kaum war. Egal, ich genoss die Musik. Dann wieder warten. Ein Blick zu den Rängen hinterließ fragende Gesichter, es war alles noch leer. War das Konzert nicht ausverkauft? (Ach ja, hier wäre noch zu erwähnen, dass es vor der Halle keine Schwarzmarkttickets gab!) Kurz vor 21 Uhr füllte sich die Halle dann auf Schlag und es fing an eng zu werden (bis dahin standen wir sehr entspannt rum). Ein paar wollten sich vordrängeln, aber ein paar Londoner regelten das sofort. Ein Wink zur Security und zack, waren die Herrschaften draußen. Auch Rauchen wurde null geduldet (das würde ich mir in unseren deutschen Hallen auch sehr wünschen, denn dort hat sich das absolute Rauchverbot irgendwie noch nicht so rumgesprochen und Security ist da auch mehr zur Zierde an den Rand gestellt).

Dann endlich kamen die ersten Töne und ich musste aufpassen, dass ich nicht anfange wie ein hysterischer Teenie zu kreischen (ich bin Ü40!). Schon das erste Lied war der Hammer (auch wenn ich wusste, welches es war, man kennt ja schon ein wenig die Abläufe ;) ). Und ich hatte den Eindruck, den Leuten um uns herum ging es genauso. Es war einfach nur schön!

Im Forum gibt es soviele Diskussionen darüber, welches Lied auf die Setliste gehört und welches nicht. Einiges hatte ich gelesen, aber irgendwie hatte ich lieber versucht nicht zuviel zu lesen und nicht zuviel zu spekulieren und so waren für mich dann doch einige Überraschungen dabei (auch wenn „alte“ Lieder vielleicht keine Überraschung sind, aber irgendwie empfand ich es einfach so, weil ich alles auf mich zukommen ließ).

Für mich war es alles in allem ein super Konzert. Die Stimmung war super, die Interpretationen der Lieder toll und dass ich alles so nahe sehen durfte einfach ein Geschenk des Himmels.

Ab und zu musste ich allerdings beim Klatschen, Singen, Tanzen, Toben, Armewedeln inne halten, da es im vorderen Bereich so dermaßen warm war, dass ich auf meinen Kreislauf aufpassen musste. Kreischen wie ein Teenie geht ja vielleicht gerade noch, aber ich wollte nicht rausgetragen werden, wie einer ;)

Ich werde noch ein paar Konzerte mehr besuchen und ich hoffe einfach für mich persönlich, dass ich selbst auch immer diesen Gruf und diese Lässigkeit in mir haben werde, so wie ich es in London hatte. Sicherlich hatte die Stadt auch sehr viel dazu beigetragen.

Mein Fazit: Ich würde immer wieder zu einem Londoner Konzert gehen wollen.

P.S.: Total angenehm fand ich in London, dass auf dem Konzert die Handys und Kameras nur für kurze Fotos rausgeholt wurden und den Rest der Zeit die Dinger in der Tasche blieben, so hatte man jederzeit freie Sicht. Für mich ein echter Ausdruck von Respeckt *daumenhochlondon*

Von Tine Elstner
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Kommentare

  1. Tine Elstner
    5.6.2013 - 22:04 Uhr
    2

    Vielen Dank

    Hallo Corina,

    vielen Dank für deinen schönen Kommentar! Es freut mich, dass dir mein Beitrag so gut gefallen hat. Sehr interessant fand ich auch, dass du meinen Eindruck von der Londoner Lebensart bestätigen konntest (ist ja zunächst mal mein persönlicher Eindruck gewesen).

    Wünsche dir auch ein/ein paar schöne Konzerte :)

    Liebe Grüße aus NRW (zum Glück auch ohne Hochwasser; ist ja übel, was da abgeht)

    Tine

    P.S.: Ich würde ja soooooo gerne noch ein paar Rechtschreibfehler in meinem Bericht abändern, aber das geht leider nicht :( Ich sag jetzt aber nicht welche, vielleicht fällt es ja gar nicht auf ;)

  2. Corina Bluhm
    4.6.2013 - 21:31 Uhr
    1

    Ein sehr schöner und anschaulicher Bericht

    Hallo Tine,

    schon wie du die ersten Sätze geschrieben hast, hatte ich Lust deine Bericht zuerst zu lesen. Es hat sich auch gelohnt. Denn erstens kann ich die Schilderungen von London und den Einwohnern sehr genau nachvollziehen (war selbst 2011 für 6 Wochen dort) und Zweitens die sachliche und humorvolle Darstellung des Erlebten. Ich liebe auch London und ein Konzert von den Jungs dort zu erleben, wo alles für sie begann, ist schon was gaaaaaaanz besonderes. Ich wünsche dir auch noch weitere tolle Erfahrungen bei den nächsten Konzerten und freue mich wieder von dir zu lesen.
    Lg aus Sachsen (ohne Hochwasser)

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