Depeche Mode-Konzert am 18.09.2020 in London, O2 Arena

Coole Setlist-Überraschung!

20130529_211037Nach dem Einlass-Krimi vom Vortag, der Rumsteherei und dem 8h nicht aufs Klo können (was tut man nicht alles für eine Band!), habe ich mir am Tag 2 gesagt: “Probiers mal mit Gemütlichkeit” und mir einen Sitzplatz gekauft. Das hatte den Vorteil, dass ich kurz vor Beginn erst da sein musste und vorher gemütlich etwas essen konnte. Außerdem war die Akustik deutlich besser.
Nachteil ist natürlich, die Bühne ist weit weg und man sieht nicht allzu viel von der Band. Aber irgendwas ist ja immer. Dafür wirkt das Bühnenbild hervorragend. Die Arbeit, die sich Herr Corbijn gemacht hat, möchte ja auch gewürdigt werden. Jaaaaa, ich weiß. Sitzplatz ist uncool. Aber ich bin alt, so. Besonders gefallen mir bei Precious die Bilder von den Hunden, die sind toll! Ich liebe Hunde!
Vorgruppe war diesmal Trentemøller. Die Musik fand ich richtig gut und im Vergleich zu How To Dress Well für die Einstimmung auf Depeche Mode ideal. Interaktion mit dem Publikum schien aber kein Bedürfnis von ihm zu sein. Keine Begrüßung, kein Abschied, nix. Wie unhöflich!
Kurz vor 21 Uhr war es dann wieder soweit und Depeche Mode betraten die Bühne. Schon nach den ersten beiden Songs gab es gleich die Überraschung: die Setlist wurde umgemodelt. Ich hatte ja still und heimlich darauf gehofft. Von wegen “Ist das nicht alles nur dasselbe?” Neee, ist es nicht! Har, har! Als “In Your Room” ertönte, mochte ich es kaum glauben!
Erfahrungsgemäß ist es bei Sitzplätzen eher so, dass die Stimmung nicht so mitreißend ist. Galt aber nicht für London. Spätestens bei den ersten Takten von “Behind The Wheel” standen alle und feierten. Es war wirklich eine riesengroße Party da drinnen. Außerdem gab es etwas, was ich bis dahin noch nicht gehört habe: Dave sang den Refrain von “Enjoy The Silence” selbst! Zumindest einmal. Diesmal konnte ich tatsächlich seine Stimme hören. Am Vortag klappte das nicht so ganz. Entweder sehen oder hören, beides geht wohl nicht.
Ich habe für diese Tour einen Mix aus Steh- und Sitzplatzkarten, das heißt, ich werde wohl von allem genug abbekommen. Das hoffe ich jedenfalls. ”Soft Touch / Raw Nerve”, welches zu meinen Favoriten auf dem Album gehört, wurde ebenfalls in die Setlist aufgenommen. Über “Broken” oder “Alone” hätte ich mich noch gefreut, aber vielleicht kommt das ja noch. Im Winter geht’s ja weiter.
Bei der Zugabe stand eigentlich “But Not Tonight” auf der Setlist, gespielt wurde jedoch wieder “Home”. Ob das ein Irrtum war oder Absicht – keine Ahnung. Möglicherweise kommt das später auch noch. Wir dürfen gespannt sein. Das Finale bildete wieder “Never Let Me Down”. Wenn 20.000 Leute mit den Armen wedeln, sieht das schon genial aus. Diesmal konnte ich ja alles überblicken. Ich kann mir kaum ausmalen, wie die Band sich bei diesem Anblick fühlen muss.

Von Jessica Gernandt
Wohnort: München

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