Depeche Mode-Konzert am 22.10.2020 in London, O2 Arena

1. Reihe in London – Ein Traum wird wahr!

20130528_205401Nachdem ich jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet und hingespart hatte, war der Tag des Konzerts endlich da. Am Vortag schaute ich schon mal bei der O2-Arena vorbei, um mir die Location anzusehen. Begrüßt wurde ich von einem Plakat, welches bereits den Novembertermin bewarb. Es versteht sich von selbst, was ich dann gleich tun musste: Posing mit der “Band“.
Die Location an sich war nicht minder beeindruckend. Nach offiziellen Angaben finden in der Arena 20.000 Menschen Platz. Da ich ein Early-Entry-Package erworben hatte, konnte ich mir einen Platz in der ersten Reihe sichern. Das war die Erfüllung eines langgehegten Traumes. Depeche Mode live in London in der 1. Reihe. Unfassbar. Ich stand direkt an Daves “Catwalk”. Erst einmal hieß es jedoch: Warten. Ich liebe es, auf Konzerte zu gehen. Aber diese elende Warterei! Damit werde ich mich wohl niemals anfreunden können.
Kurz vor 20 Uhr kam die Vorgruppe How To Dress Well. Ich habe an und für sich nichts gegen das Konzept der Vorband, weil es jungen & unbekannten Künstlern Gelegenheit gibt, ihre Stücke einem breiteren Publikum vorzustellen. Was der Herr da auf der Bühne von sich gab, hörte sich auch nicht schlecht an. Allerdings war es für einen solchen Event viel zu ruhig, einschläfernd und zu -sagen wir- drückend. Es machte jegliche gute Stimmung zunichte. Hätte ich nicht viel Sarkasmus eingepackt, hätte ich das kaum überstanden. Was mir allerdings gefallen hat ist, dass der Künstler sich vorgestellt hat und auch etwas über die Intension in seinen Liedern gesagt hat. Etwas, dass ich bei Trentemoeller am nächsten Abend vermisst habe. Haltet mich für altmodisch, aber “Hallo” und “Tschüss” kann man schon sagen.
Sei’s drum. Vorband weg, Licht wieder an und es hieß wieder: Warten. Ein englischer Herr überbrückte das ganze mit den Worten “Sweetie-Time!” und verteilte Gummibärchen. Kurz vor 21 Uhr ging das Licht aus. Die Halle ging unter in frenetischem Jubel, als die ersten Töne des Intro erklangen. Dann kamen sie auf die Bühne und es hieß “Welcome To My World”. Andächtig und mit Gänsehaut am ganzen Körper lauschte ich Song für Song. Noch nie hatte ich meine Helden so nah erleben dürfen. Sogar ein Lächeln von Dave konnte ich erhaschen. Davon werde ich wohl sehr lange zehren!
Ja ja… Dave. Ein Poser vor dem Herrn, das muss man schon sagen. Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Energie dieser Mann über die Bühne fegt. Absolut einzigartig. Und dabei singt der noch! Ich wäre nach 15 min nur noch zum Japsen fähig. Vielleicht sollte ich Sport machen und das Rauchen aufgeben? Ach neeee!
In der Mitte kam wie gewohnt der Martin-Teil. Ich war sehr skeptisch, da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie dieser Mann “Higher Love” singt.
Aber er hat den Job gut gemacht. Von Dave hätte es mir besser gefallen, aber Martin war wirklich gut. Nach “When The Body Speaks” kam Dave wieder auf die Bühne und es folgte die 1. Single “Heaven”. Leider ist vorne die Akustik wirklich mies, weshalb ich kaum was zur Gesangsqualität sagen kann. Außerdem wurde sehr viel und sehr laut mitgesungen. Und nicht nur einmal liefen mir die Tränen übers Gesicht.
Sehr beeindruckend sind auch die Dance-Moves des Herrn Fletcher. Man sollte sich wirklich mal die Zeit nehmen, ihn eine Weile zu beobachten. Man bekommt erstklassiges Entertainment geboten, das kann ich versprechen!
Überglücklich war ich, als ich Martin mit “Home” bei der Zugabe hörte. Ohne “Home” ist ein Konzert für mich nicht komplett, ich verbinde einfach sehr viel mit diesem Song. Er ist bei mir auch einer der Tränen-Garanten. Bei “Just Can’t Get Enough” hüpften wir wie die Irren. Viele sagen ja, dass man diesen Song aus der Setlist getrost streichen könne. Ich fände das schade, es ist einfach ein toller Party-Song und zum Feiern sind wir doch da, oder nicht?
Alles in allem war es ein geiles Konzert, es war jeden Cent wert, ich bereue nichts. Höchstens die Tatsache, dass damit schon eines rum war und ich nur noch 15 vor mir hatte. Was mich verblüffte: ich stand in der ersten Reihe und wurde weder bedrängt noch gequetscht oder ähnliches. Nicht mal, wenn Dave vorbei lief. Ich hatte tatsächlich Platz zum Hüpfen und Tanzen! Sowas entspanntes habe ich bei Konzerten in Deutschland nie erlebt, da wurde ich jedesmal fast püriert.

Von Jessica Gernandt
Wohnort: München

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