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Köln-im Flow mit Depeche Mode!

Nach einigen Konzerten im Sommer und zuletzt in Frankfurt im November war ich nicht sicher, ob eine Steigerung möglich ist. Unglaublicherweise gibt es aber bei  Depeche Mode anscheinend keine Grenze nach oben!

Überzeugend finde ich immer wieder, dass einige Songs, die nicht zu meinen Lieblingsliedern gehören, live unheimlich abgehen und, je nach Konzert, mit viel mehr Emotionen als bei den Studioaufnahmen einhergehen. In Köln fand ich das besonders unerwartet bei „It`s no good“, „precious“ und „cover me“. Meine Liste von Lieblingsliedern wird so stetig erweitert….

Die Frage, ob ein Konzert von Depeche Mode nicht mal langweilig werden kann, wenn man öfter da war-gleiche Setlist, gleiche Posen von Dave an immer denselben Stellen? Meine Antwort für mich: ein klares Nein! Da ich gestern recht mittig und relativ weit vorne stand, wurde mir auch klar, warum bei mir bei dieser Band trotz gleicher Setlist nie Langeweile aufkommt. Auch wenn vieles auf andere Besucher wohl einstudiert wirkt: Ich nehme Dave zu einhundert Prozent ab, dass das, was er auf der Bühne tut, genau das ist, was er in seinem Leben tun möchte. Nicht umsonst überträgt sich die Stimmung in der Halle immer deutlich auf ihn und lässt ihn entsprechend zu Höchstform auflaufen, obwohl die immer gleiche Setlist alle zwei Tage für ihn sicherlich nicht nur Freude, sondern auch ein harter Job ist. Dass Dave-auch wenn die Bühnenshow auf viele einstudiert wirkt- einen absolut hohen Anspruch an sich selbst hat, immer alles zu geben, war auch in Köln deutlich zu sehen. Angespornt von der guten Stimmung in der Halle feierte er mit dem Publikum ohne Rücksicht auf seine Kräfte- die Tour ist immerhin noch lang-  so ab, dass er bei der Zugabe sichtlich atemlos und angestrengt war. Ein Sänger, der nur eine einstudierte Performance abliefert und nicht hinter dem stehen würde, was er tut, würde sicherlich nicht ständig so auf der Bühne abgehen, sondern seine Kräfte (zu Recht eigentlich bei der langen Tour! (auch wenn es zum Leidwesen des Konzertbesuchers wäre)) auch einmal schonen. Aber die Band lässt sich trotz so vieler Jahre Bühnenerfahrung begeistert mitreißen, wenn die Stimmung in der Halle entsprechend ist, und das macht sie so glaubwürdig und zu einem persönlichen Teil von einem selbst. So war es zum Glück auch in Köln.

Nach routiniertem Auftakt war-bei bester Stimmung in der Halle,  die sich schnell auf die Band übertrug- Daves Bewegungsdrang und seinem Ausdruck im Gesicht beim Singen und Performen keine Grenzen gesetzt (wie kann man eigentlich beim Singen gleichzeitig noch so viel Ausdruck ins Gesicht legen?). Dave geht mit Leidenschaft (oft im wahrsten Sinne des Wortes!) ganz in seinem Tun auf, wirkt oft völlig versunken und nimmt die Fans in diesem Flow dankenswerterweise mit (es sei denn, der „Fan“ spielt die ganze Zeit an seinem Handy, filmt, geht zum Bierstand-dann ist er aber auch selbst schuld). Trotzdem schafft Dave es faszinierenderweise, aus dieser wunderbaren Versunkenheit in seinem Gesang und seinen Bewegungen, der zu einem unglaublichen Ausdruck in vielen Songs führt, die Verbindung zum Publikum zu halten und dieses stimmungsmäßig immer wieder miteinzubeziehen. Das alles, zusammen mit diesen einzigartigen Stimmen von Martin und Dave, macht Depeche Mode für mich zu einer einzigartigen Ausnahmeband mit Suchtfaktor!