Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

DM gar keine Stadionband?

Ich habe Depeche Mode mittlerweile vier Mal live gesehen und in Gelsenkirchen fiel es mir auf: Depeche Mode sind eigentlich gar keine Stadionband. Ich habe bei keinem der von mir besuchten, größeren Konzerte (Düsseldorf, Rock am Ring, Gelsenkirchen) erlebt, dass das Publikum komplett mitgerissen wird. Das liegt natürlich zu null Prozent an Depeche Mode selbst. Die Band war in Gelsenkirchen in bester Laune und Dave Gahan sah man die Freude daran, dass er seinen „Beruf“ immer noch vor so vielen Menschen ausüben darf sichtlich an.

Aber, und das klang hier teilweise ja auch an, das Publikum ist einfach zu unterschiedlich. Es gibt die Leute, die nur die großen Hits kennen und sich die Wartezeit darauf mit Bierholen, Essen oder laut Unterhalten vertreiben. Es gibt die Leute, die der Meinung sind, dass Depeche Mode bis heute kein schlechtes Album abgeliefert haben und auch die Songs von Spirit sehr mögen (dazu gehöre ich) und es gibt den üblichen Anteil an Leuten, die einfach mal so hingehen, weil sie den Partner begleiten, die Karte günstig irgendwo bekommen haben oder einfach mal die Schalke-Arena von innen sehen wollen :-)

Und bei den Stadionkonzerten die ich besucht habe, war der Teil der Leute, die auf die Hits warten eindeutig in der Überzahl. Und da Depeche Mode (zum Glück) nicht nur massentaugliche Stampfer produzieren, wird den Zuschauern, die das neue Album beispielsweise gar nicht kennen, die Setlist zunächst etwas zäh vorkommen, bis es dann hinten raus endlich los geht.

Am besten sind Depeche Mode aus meiner Sicht in Hallen bis 10.000 Leuten aufgehoben, aber warum sollten sie dort spielen, wenn sie locker jedes Stadion in Deutschland (doppelt) voll bekommen? Deshalb kommen wohl immer die Stadien zuerst und wer dann als eingefleischter Fan noch Lust und Geld hat, kann sich den „intimeren“ Rahmen einer Halle bis zu 15.000 Leute gönnen.

Und was ich auf jeden Fall noch anmerken muss, im Ruhrpott ist nach wie vor (neben Köln) das beste Publikum des Landes zu finden. Die hier erwähnten „Ruhrpott-Asis“ lassen mehr auf den jeweiligen Autor schließen. Denn wer ernsthaft glaubt, dass sich bei Depeche Mode auf Schalke ausschließlich Ruhrpott-Einwohner einfinden über die der einzig von außerhalb angereiste verächtlich die Nase rümpfen kann, ist im völlig falschen Film. Das Einzugsgebiet ist riesig und wer so eine starke Ablehnung gegen seine Mitmenschen verspürt, sollte vielleicht kein Stadionkonzert mit zigtausenden Besuchern aufsuchen. Und in Sachen Knappenkarte, ich wurde schon vor der Arena, also im inneren Bereich vor den Türen zur Halle, oft von „mobilen Knappenkarten-Verkäufern“ angesprochen und habe da mit null Wartezeit eine Karte mit 20 Euro Guthaben kaufen können. Aber das geht wohl jedem so. Wer das erste Mal auf Schalke ist hat immer zwei Probleme, Knappenkarte und Parksituation. Das mit dem Parken ist in Düsseldorf aber nicht viel anders, das mit der Knappenkarte könnte man vorab wirklich besser kommunizieren

Mein Fazit zum Konzert auf Schalke: Es war genau so, wie ich erwartet hatte. Ich bin mit nicht zu großen Erwartungen, was die Stimmung angeht rein, die „Spirit“-Lieder haben mir live wunderbar gefallen, die Band kam mir sehr gut gelaunt vor und als am Ende die „Stampfer“ kamen und das Publikum mitzog, gab es auch noch ein wenig schöne Stadionatmosphäre.

In diesem Sinne, Glück auf :-)