Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

Home / Global Spirit Tour 2017/2018 / Köln, 05.06.2017 / Naja,…business as usual.

Naja,…business as usual.

Zur Person: männlich, 40 Jahre
Lieblingsalben: alles bis Ultra, evtl. noch Exciter, ab dann gings m. E. bergab (bzw. „die Band hat sich musikalisch weiterentwickelt“, ich jedoch leider nicht mit ihr)

Sitzplatz: West Oberrang (Zum ersten Mal kein FoS)

was hat mir gefallen:

– Organisation (Parkplätze, Einlass) waren optimal. Verpflegung fand ich jetzt nicht so prickelnd (2 Getränke, 2 Pommes: 24 €)
– Sound und Lautstärke waren hervorragend,…endlich mal! Wer die letzten Jahre in Düsseldorf war, weiß den Klang in Köln zu schätzen.
– Band war scheinbar gut drauf, stimmlich war’s einer der besten Konzerte, die ich gehört habe.
– Bühne sah gut aus, Visuals und Videos waren toll und gaben besonders im Dunkeln einiges her.

was hat mir gar nicht gefallen:
– die Setlist und die Stimmung

Setlist:
DM hat sich in den Jahren ein musikalisches Repertoire aufgebaut, auf das leider kaum zurückgegriffen wird. Jeder hat seine Hits, die er gerne hört – geschenkt. Aber, dass seit Jahrzehnten immer die selben Lieder gespielt werden und kaum Abwechslung stattfindet, ist mir persönlich zu langweilig geworden:
I feel you ist immer gesetzt, Walking in my shoes auch, Personal Jesus auch, Enjoy the silence und Never let sowieso, dann kommen 3-4 Lieder des aktuellen Albums, 2-3 80er Hits, der Rest wird aufgefüllt mit dem Kram der letzten 3 Alben….so viel zu Dave.
Martin: Wenn ein Mensch ein solches Genie an Musikalität besitzt, das Depeche Mode auf Jahrzehnte hinweg vollkommene Alben bescheerte,…warum spielt er dann auf Livekonzerten der letzten 15 Jahre immer nur Home und läppische Piano-Versionen.
Piano-Versionen,….ich kanns nicht mehr hören. Was soll das? Lieder wie Judas, Dressed in black, but not tonight usw begeistern durch ihre elektronisch, sphärische Stimmung, das verliert sich bei Gore seit Jahren zunehmend in einem geklimperten Einheitsbrei. Ist es verwerflich auch mal die Album-Versionen zu singen?

Fragen: Warum spielen DM auf jedem Konzert einer Tour in der Regel die gleiche Setlist? In der selben Reihenfolge? …den selben Zwischenrufen? …den selben Interaktionen mit Fans? Alles bis auf die Sekunde vorhersehbar.
Ist es einer Band dieser Größe zuzumuten auf einer Welttour variabler zu sein? Spontaner? Mutiger? An alle, die in Köln waren: Habt ihr wirklich das Gefühl, ein einmaliges Konzert erlebt zu haben? Was unterscheidet das Konzert in Köln mit dem in Stockholm, Amsterdam oder London? Schaut euch die Videos auf Youtube an: Alles gleich.
Stellt euch eine Welttournee vor, auf der ein Repertoire von 30-40 Liedern einstudiert werden, an jedem Abend eine andere Zusammenstellung, spontan, je nach Bock und Laune der Band (ähnlich wie bei den Rolling Stones).
Ihr sagt, das sei unmöglich? Nöö ginge, würde der Band aber einiges mehr abverlangen.

Die Stimmung war meines Erachtens nicht der Rede wert. Die schlechteste, die ich bisher erlebt habe.
Aber vielleicht lags an unserem Platz: War zum ersten Mal auf einem Sitzplatz. Da sitzt man tatsächlich, manche Gäste ein ganzes Konzert lang. Unverständlich.
Noch was: Schön, wer sein Taschentelefon vergessen hat, der kann genießen. Der Rest scheint sklavisch auf der Jagd nach den besten Momenten und verpasst sie andauernd.

Wer Interesse hat, kann mir seine Meinung zu den obigen Fragen in den Kommentaren posten, es würde mich wirklich interessieren, was du über die starren Setlists der letzten Jahre denkst.
Wenn du das tust, achte darauf, nicht zu beleidigen. Den „wahren Fan“ erkennt man an seinen guten Umgangsformen. ?

Bedenke: Das ist ein subjektiver Konzertbericht. Ich freue mich für alle, für die das Konzert in Köln ein tolles Erlebnis war. War es bei mir bei Everything counts auch,…bei dem Stück hat man gestern mal kurz ahnen können, zu was DM in der Lage sind.

Lg John Billy