Depeche Mode-Konzert am 24.10.2020 in Köln, RheinEnergieStadion

Naja,…business as usual.

Zur Person: männlich, 40 Jahre
Lieblingsalben: alles bis Ultra, evtl. noch Exciter, ab dann gings m. E. bergab (bzw. „die Band hat sich musikalisch weiterentwickelt“, ich jedoch leider nicht mit ihr)

Sitzplatz: West Oberrang (Zum ersten Mal kein FoS)

was hat mir gefallen:

– Organisation (Parkplätze, Einlass) waren optimal. Verpflegung fand ich jetzt nicht so prickelnd (2 Getränke, 2 Pommes: 24 €)
– Sound und Lautstärke waren hervorragend,…endlich mal! Wer die letzten Jahre in Düsseldorf war, weiß den Klang in Köln zu schätzen.
– Band war scheinbar gut drauf, stimmlich war’s einer der besten Konzerte, die ich gehört habe.
– Bühne sah gut aus, Visuals und Videos waren toll und gaben besonders im Dunkeln einiges her.

was hat mir gar nicht gefallen:
– die Setlist und die Stimmung

Setlist:
DM hat sich in den Jahren ein musikalisches Repertoire aufgebaut, auf das leider kaum zurückgegriffen wird. Jeder hat seine Hits, die er gerne hört – geschenkt. Aber, dass seit Jahrzehnten immer die selben Lieder gespielt werden und kaum Abwechslung stattfindet, ist mir persönlich zu langweilig geworden:
I feel you ist immer gesetzt, Walking in my shoes auch, Personal Jesus auch, Enjoy the silence und Never let sowieso, dann kommen 3-4 Lieder des aktuellen Albums, 2-3 80er Hits, der Rest wird aufgefüllt mit dem Kram der letzten 3 Alben….so viel zu Dave.
Martin: Wenn ein Mensch ein solches Genie an Musikalität besitzt, das Depeche Mode auf Jahrzehnte hinweg vollkommene Alben bescheerte,…warum spielt er dann auf Livekonzerten der letzten 15 Jahre immer nur Home und läppische Piano-Versionen.
Piano-Versionen,….ich kanns nicht mehr hören. Was soll das? Lieder wie Judas, Dressed in black, but not tonight usw begeistern durch ihre elektronisch, sphärische Stimmung, das verliert sich bei Gore seit Jahren zunehmend in einem geklimperten Einheitsbrei. Ist es verwerflich auch mal die Album-Versionen zu singen?

Fragen: Warum spielen DM auf jedem Konzert einer Tour in der Regel die gleiche Setlist? In der selben Reihenfolge? …den selben Zwischenrufen? …den selben Interaktionen mit Fans? Alles bis auf die Sekunde vorhersehbar.
Ist es einer Band dieser Größe zuzumuten auf einer Welttour variabler zu sein? Spontaner? Mutiger? An alle, die in Köln waren: Habt ihr wirklich das Gefühl, ein einmaliges Konzert erlebt zu haben? Was unterscheidet das Konzert in Köln mit dem in Stockholm, Amsterdam oder London? Schaut euch die Videos auf Youtube an: Alles gleich.
Stellt euch eine Welttournee vor, auf der ein Repertoire von 30-40 Liedern einstudiert werden, an jedem Abend eine andere Zusammenstellung, spontan, je nach Bock und Laune der Band (ähnlich wie bei den Rolling Stones).
Ihr sagt, das sei unmöglich? Nöö ginge, würde der Band aber einiges mehr abverlangen.

Die Stimmung war meines Erachtens nicht der Rede wert. Die schlechteste, die ich bisher erlebt habe.
Aber vielleicht lags an unserem Platz: War zum ersten Mal auf einem Sitzplatz. Da sitzt man tatsächlich, manche Gäste ein ganzes Konzert lang. Unverständlich.
Noch was: Schön, wer sein Taschentelefon vergessen hat, der kann genießen. Der Rest scheint sklavisch auf der Jagd nach den besten Momenten und verpasst sie andauernd.

Wer Interesse hat, kann mir seine Meinung zu den obigen Fragen in den Kommentaren posten, es würde mich wirklich interessieren, was du über die starren Setlists der letzten Jahre denkst.
Wenn du das tust, achte darauf, nicht zu beleidigen. Den „wahren Fan“ erkennt man an seinen guten Umgangsformen. ?

Bedenke: Das ist ein subjektiver Konzertbericht. Ich freue mich für alle, für die das Konzert in Köln ein tolles Erlebnis war. War es bei mir bei Everything counts auch,…bei dem Stück hat man gestern mal kurz ahnen können, zu was DM in der Lage sind.

Lg John Billy

Von John Billy
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12
Kommentare

  1. Dirk Resch
    13.6.2017 - 0:53 Uhr
    8

    Statische Setlist

    Bei Depeche Mode hat das Geheimnis der statischen Setlist mit einem magischen Wort zu tun : Banking Tracks oder auch Back Tracks genannt. Für Leute die sich mit Livekonzerten auskennen oder selber live Musik machen ein Begriff. Banking Tracks oder Back Tracks gibt es schon sehr lange und viele Bands (nicht alle!) bedienen sich der Hilfe von vorgefertigten Tracks die zum Konzert mit eingespielt werden und so den Ablauf des Konzertes bestimmen. Auch die Rolling Stones oder auch Pink Floyd bedienten sich eignes für die Konzerte gefertigten Tracks die im Hintergrund ablaufen, oder wo kam bei den The Wall-Konzerten nachts der Kinderchor bei Another Brick In The Wall her. Bei Depeche Mode wurde diese Technik in den Jahren noch verfeinert. Bei früheren Konzerten von DM in den 80ern stand da noch die Bandmaschine mit aufgenommen Drums und Sounds auf der Bühne, heute übernehmen das Computer, die die Tracks einspielen, oder meint ihr wirklich, das der Basslauf, den eigentlich Fletcher spielen sollte, der aber lieber vor dem Synthesizer steht und in die Hände klatscht von irgendwoher kommt. Heute haben sie zwar einen Drummer auf der Bühne aber, gerade bei DM kommen viele Sounds und Soundeffekte vom Band und werden nicht Live gespielt. Diese Banking Tracks von DM kann man sogar im Internet finden, wenn man danach sucht (z.B. von der Devotional Tour). Diese Tracks werden vor der Tour / für die Tour produziert und bilden den Ablauf des Konzertes und werden nur sehr, sehr selten geändert. Deshalb statische Setlist!

  2. Tyranny242
    8.6.2017 - 11:29 Uhr
    7

    Die Medaille hat immer 2 Seiten ...

    Zum einen werden natürlich immer bestimmte Klassiker erwartet: ETS, PJ, NLMDA etc. Das ist m.E. auch OK, weil nicht nur Hardcore-Fans dabei sind und diese Songs nunmal auch die beliebtesten in der breiten Masse sind. Und auch für mich (Fan seit 1990) gehören sie dazu. Allerdings stimme ich deiner Meinng zu, dass man mal etwas flexibler von Konzert zu Konzert sein könnte, sonst wirkt es zu „einstudiert“. Ich war z.B. schon auf paar Konzerten von Springsteen … das nenne ich mal Flexibilität: Bei jedem Konzert ne andere Setlist und er nimmt auch spontan Wünsche (auf Schildern von den Fans hochgehalten) entgegen.

    Was Dave’s „Choreographie“ angeht: Ich persönlich würde es auch begrüßen, wenn er mal etwas mehr spontaner wäre, d.h. nicht seit Jahrzehnten bei bestimmten Songs immer an derselben Stelle dieselben Worte etc.! Dass er nicht der große Geschichtenerzähler auf der Bühne ist, wissen wir ja und das ist auch OK so, aber mehr spontane Interaktion mit uns Fans wäre schon super!!

    Nichts desto trotz: Nach meinen ersten Konzert dieser Tour (war suageil!) in Köln hab ich wieder Blut geleckt und freue mich schon auf morgen (München), Montag (Düsseldorf) und …

  3. NMBRS
    7.6.2017 - 15:43 Uhr
    6

    Interessant

    Hubert-Geuer-Str. 41

  4. Günthhher
    7.6.2017 - 13:46 Uhr
    5

    Der Mann hat gar nicht so unrecht!

    Stimmt ja irgendwie, was er da erzählt!

    „Blasphemous Rumours“ oder so Dinger, wären doch mal was! „Lie To Me“ käm auch gut – das wären mal Überraschungen!

  5. Brikett
    7.6.2017 - 13:38 Uhr
    4

    Köln 05.06.2017

    Moin zusammen,

    die Erwartungshaltung und das subjektive Erleben des Konzerts zaubert mit doch glatt ein fettes runzeln auf die Stirn. Da bekomme ich doch glatt den Eindruck, auf einem anderen Konzert gewesen zu sein.
    Normalerweise verschlägt es mich immer in Richtung FOH, wegen einiger Wehwehchen an den Knien haben wir uns aber in der Nordkurve genau mittig im Unterrang platziert.
    Der Sound war so was von genial, noch nie zuvor so Klasse abgemischt präsentiert bekommen (nur bei der Vorband wurde der Sound dem Bandnamen angepasst ;-D ).
    Die Stimmung: Aufgrund Sitzplatz und bekannter Problematik mit den ganzen Spaßbremsen bin ich trotz allem von einem schönen Abend ausgegangen. Es kam anders als erwartet – es wurde gefeiert, als ob es kein Morgen mehr gibt, sogar in der Nordkurve. Auf der letzten Tour im Dorf wurde an der Bühne schon gut gefeiert, aber das hat jetzt alles übertroffen. Von allen DM- Konzerten war dieses das definitiv beste Konzert ever!!
    Nu zur Setlist: Ich habe mir die Setlists der vergangenen Touren angeschaut und auch Youtube zur Meinungsfindung herbeigezogen. Sicherlich werden einige Songs bei jedem Konzert gespielt, aber ansonsten sind die Playlists doch wohl bei jeder Tour mit einer feinen Auswahl bestückt worden.
    Wie sieht es denn bei anderen Künstlern aus? Ist da nicht immer auch ein Päckchen mit immer den gleichen Songs bei? Ist nicht jedes Konzert gleich aufgebaut? So sieht es doch aus: Songs vom neuen Album – Partyknaller – Füllmaterial. Stimmts?
    Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern werden die Songs auch für jede Tour immer wieder aufs neue arrangiert.
    Jetzt zur entscheidenden Frage: Warum wird nicht bei jedem Konzert eine neue Setlist präsentiert? Keine Ahnung – einfach mal bei den Jungs anfragen!
    Ich bin schon seit 88-89 Fan von DM. Soweit ich zurückdenken kann, war das mit den Setlists schon immer so. Einfach akzeptieren und genießen würde ich mal sagen. Ich trinke meinen Kaffee auch immer schwarz, warum sollte ich das ändern?
    Fazit: Ich war nicht auf dem falschen Konzert. Ich war am 05.06.2017 bei Depeche Mode in Köln – und es war mein absolut bestes!

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

  6. Support machine
    7.6.2017 - 0:01 Uhr
    3

    .....

    Setlist.fm
    Einfach von 1980 bis jetzt durch stöbern….

  7. Support machine
    6.6.2017 - 23:48 Uhr
    2

    ...

    Mein guter, das Thema auch mit deinem persönlichen Anmerkungen zwecks Setlist usw iss ausgelutscht. Sorry muss ich einfach so sagen. Die Zeiten sind vorbei.
    Mein erstes konzi, war Hannover 9.10.90, jetzt frag ich dich, wenn du die Setlist von World violation, oder davor kennst, wo war jemals die komplette Umstellung einer Setlist? Ausser Martin hat Lieder gewechselt, oder de devotion Tour, bzw Summer Tour, wo?
    Es ist so und es war immer so bis auf wenige Ausnahmen, kann mich noch erinnern als strangelove gespielt wurde 2009, die Kommentare von einigen „Fans“ warum der Song und nicht bla, bla….
    Man kann es manchen nicht recht machen, deswegen sag ich, es gibt einige gute Cover Bands da kann man seine Wünsche abgeben.
    Es ist halt wie es ist, genießt es wer weiß wie lange noch… In diesem Sinne DEPECHE RULES

    • die Hoffnung stirbt zuletzt
      7.6.2017 - 0:05 Uhr
      2.1

      ...

      Es geht nicht um einzelne Lieder, die einem gefallen oder nicht, also nicht um „Liedwünsche“ an die Band. Diese Diskussion ist wirklich durch und schwachsinnig. Es geht um die Vorhersehbarkeit der Setlist (und Show), die bei dieser Tour nun wirklich auf die Spitze getrieben wurde. Auf der letzten Tour habe ich zwei Konzerte hintereinander besucht. Von 23 Liedern wurden 8 ausgetauscht. 15 waren gleich. Völlig ok auf ein-und derselben Tour. Aber 8 ausgetauschte Lieder ergeben insgesamt 16 neue an zwei Abenden. Die Chance, dass eine persönliche „Perle“ dabei ist, steigt. Das macht einen Abend besonders. Auf dieser Tour laufen halt JEDEN Abend dieselben 22 Lieder. Das macht es für mich langweilig.
      Nun kann man argumentieren, eben nur ein Konzert pro Tour zu besuchen. Aber die Lieder wiederholen sich mittlerweile doch auch von Tour zu Tour arg. Darum geht’s. Dass es nicht ohne die drei Klassiker geht, ok. Aber es sind doch mittlerweile ein paar mehr, die zu Dauerläufern wurden. Das finde ich einfach schade.

  8. die Hoffnung stirbt zuletzt
    6.6.2017 - 23:44 Uhr
    1

    Danke!!

    Mir geht es absolut genauso! (wir können uns also schon zu zweit steinigen lassen ;-) )

    Das Konzert gestern war objektiv betrachtet gut. Alles sehr professionell und auf den Punkt. Kein Grund zu Meckern. (Und ja, der Sound war dankenswerter Weise besser als zuletzt in Düsseldorf. Liegt wohl an der Stadt. Hahaha.) Klar, über die Setlist kann man sich streiten. 40.000 Fans haben unterschiedliche Lieblingslieder und „Mag ich nicht so gerne-Lieder“. Da kann man nicht allen gerecht werden. Ich erwarte gar nicht, dass mir alle Lieder zusagen. Und ich „ertrage“ brav ein Enjoy the silence, obwohl ich es selbst nicht mehr hören kann. Ich weiß, es gehört dazu.

    ABER: Nach „nur“ 7 Konzerten in 16 Jahren fange auch ich an mich zu langweilen. Weil es wirklich immer dieselbe Show mit (fast) denselben Liedern ist. Mit denselben Sprüchen, Bewegungen etc. Wenn ich die Kommentare hier zum Konzert und die Berichte lese, beschleicht mich jedoch das Gefühl, dass es genau das ist, was sich der „wahre Fan“ wünscht. Wehe, es wird vom Ritual abgewichen. Oh, das Publikum hat nicht so lange nach Home weitergesungen, wie Martin das wollte… Oh, jemand im FOS hat die Ärmchen bei Never let… nicht mitgeschwungen. Alle böse, Dave und die Jungs wurden enttäuscht. Wo sie sich solche Mühen gegeben haben. (Sorry, aber das ist deren Job…! Sie haben zweifelsohne einen geilen Beruf. Aber letztlich verdienen sie ihr Geld damit. Und können nun die nächsten zwei bis drei Jahre, die Seele baumeln lassen.)

    Versteht mich nicht falsch. Ich liebe und verehre DM. Aber ich will nicht nur (gut zahlender!) Statist in der DM-Show sein. Das Publikum ist kein Selbstzweck. Wir leben gut und gerne mit der Musik der Jungs. Sie leben verdammt gut mit unseren Eintrittsgeldern. Und dafür hätte ich in der Tat auch gerne einen „unverwechselbaren“ Abend. D.h. nicht, dass jede Show komplett anders sein muss. Das wäre unprofessionell und unnötig. Aber 15-20% Andersartigkeit, Überraschung, Improvisation würden mir schon reichen (das wären 3 bis 4 ausgetauschte Lieder, ein paar gesprochene Sätze…). Repertoire ist ja genug vorhanden. Ich möchte mich mit anderen austauschen und sagen, hey, bei uns haben sie XY gespielt, was bei euch? Ich habe mich schon tierisch geärgert, weil mein Lieblingslied einen Abend später dran war. Aber immerhin besser als diese Vorhersehbarkeit..

    Das Konzert gestern war gut, keine Frage, aber es war aalglatt und ist – trotz 1. FOS – irgendwie an mir abgeperlt. Es hat mich nicht gepackt. Und das ist für mich echt erschreckend!

    Was war an diesem Konzert also einzigartig? Wohl nur das „Good evening, Cologne“. Und die Fanaktion (ja, wieder die Fans, die die Rolle übernommen haben). Und dann war da noch Daves halboffener Hosenstall in den ersten 45 Minuten. Immerhin ein paar aufwallende Emotionen ;-) Geplant war dieses Merkmal wohl eher nicht. Obwohl, wer weiß….

    Wie auch immer. Die Mehrheit der Fans scheint es genauso zu wollen. Nur keine Veränderung. Vorher die Setlist googlen, genau wissen, was wann kommt, und was „man“ dann zu tun hat. Sie wollen keine Überraschungen. Sie wollen „ihre Jungs“. So gesehen, machen DM alles richtig. Sie befriedigen die Wünsche ihrer Devotees. Es sind wohl nur leider nicht meine (bzw. unsere, John Billy). Ich erwarte etwas mehr. Und damit bleibt mir wohl nur, all diejenigen zu beneiden, die gestern zufrieden und beseelt ins Bett gegangen sind. So wie ich früher.

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