Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

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Absolut genial, wenn man von ein paar „Nummern“ absieht

Bin mit einer Freundin zum Konzert. Sie hatte Early Entry Tickets. 210 Euro sind echt happig, aber es hat sich gelohnt.

10 Uhr Abfahrt in Erfurt, Baustelle am Hermsdorfer Kreuz, kein Problem. Nach Parkplatzsuche waren wir kurz nach 13 bei der Ticketausgabe und Registration. Hätte entspannt werden können, wenn da nicht selbsternannte Platzwarte gewesen wären. Die malten sich und den Wartenden Nummern auf die Hand, „damit alles geregelt läuft“, sonst würden sie (sic!) niemanden reinlassen. Dumm nur, dass den Herren Geltungsdrang und Größenwahn entgangen ist, dass einige sich irgendwelche Zahlen selbst mit einem Edding aufmalten. „respect the number“ – Hirnis! Da ging es nur um die Ticketausgabe, und dann sollten sich alle Fans schön der Zahlen nach am Einlass aufreihen (wo dann eh diejenigen standen, die den schnelleren Antritt hatten). Dort haben dann noch mittvierziger bzw. mittfünfziger rumgeweint, weil vor ihnen eine Person mit einer höheren Nummer stand. Das Drama hätte nicht schlimmer sein können! Sind wir in der Grundschule? Gesagt, nicht dergleichen getan. Wie auch andere. Wir hatten unseren Spaß auf die Kosten der Zahlenmeister.

Kurz vor 16 Uhr dann Einlass, kurz im Schatten geparkt, wo Jonathan Kessler mit Marek Lieberberg vorbeikam. Dann runter vor die Bühne. Direkt vor der linken PA.

Die Stunden zogen sich, bis Fox auf die Bühne kamen. War echt kurzweilig, aber ein paar dumme Kommentare konnten sich andere Konzertgänger nicht verkneifen („Ausziehen!“ – hui, wie erwachsen).

Nach einer Weile kam die zweite Vorband, „The Horror“, auf die Bühne. Ich empfand die Herren teils echt anstrengend, weil der Sound gelegentlich so derbe für ein Klingeln in den Ohren sorgte. Fünf oder sechs Leute wedelten mit ihren Tickets, der Sänger war davon kurz genervt – ich auch. Benimm scheint aus gewesen zu sein.

Fazit bis dahin: bis auf die Lach“nummer“ gut, auch die Vorbands haben ihren Job ordentlich gemacht. Ich werde mir von denen zwar keine CDs kaufen, aber die Wartezeit haben sie angenehm verkürzt.

20:45 startete dann das Konzert unserer Helden. Das bekannte Intro mit der bekannten Setlist. Ich hatte ja erst leichte Zweifel wegen der Singledichte im Set, aber es war einfach nur wunderschön! Für mich keine Längen, die Jungs waren gut drauf; Martin war auf Kaffee, Dave gab den Gockel – aber meiner Meinung nach weniger penetrant als bei den letzten Touren.

Stimmungsmäßig gab es nichts zu meckern – die Leute haben mitgesungen, mit den Armen gewedelt, mit dem Hintern gewackelt, mit den Köpfen genickt. Das macht Freude auf die nächsten Konzerte.

Die Heimfahrt zog sich dann allerdings: bis zur Autobahn Stau bzw. zähfließend im Schritttempo. Dabei wollten wir doch nur aus Leipzig weg. ;)

Egal, kurz nach 3 zurück in Erfurt, geduscht, mein Audiobootleg inspiziert und geschnitten und jetzt hier den Bericht geschrieben.

In toto: ein gelungener Tag, eine wahnsinnige Show mit einer sehr gut aufgelegten Band.