Depeche Mode-Konzert am 20.10.2020 in Leipzig, Festwiese

Absolut genial, wenn man von ein paar „Nummern“ absieht

Bin mit einer Freundin zum Konzert. Sie hatte Early Entry Tickets. 210 Euro sind echt happig, aber es hat sich gelohnt.

10 Uhr Abfahrt in Erfurt, Baustelle am Hermsdorfer Kreuz, kein Problem. Nach Parkplatzsuche waren wir kurz nach 13 bei der Ticketausgabe und Registration. Hätte entspannt werden können, wenn da nicht selbsternannte Platzwarte gewesen wären. Die malten sich und den Wartenden Nummern auf die Hand, „damit alles geregelt läuft“, sonst würden sie (sic!) niemanden reinlassen. Dumm nur, dass den Herren Geltungsdrang und Größenwahn entgangen ist, dass einige sich irgendwelche Zahlen selbst mit einem Edding aufmalten. „respect the number“ – Hirnis! Da ging es nur um die Ticketausgabe, und dann sollten sich alle Fans schön der Zahlen nach am Einlass aufreihen (wo dann eh diejenigen standen, die den schnelleren Antritt hatten). Dort haben dann noch mittvierziger bzw. mittfünfziger rumgeweint, weil vor ihnen eine Person mit einer höheren Nummer stand. Das Drama hätte nicht schlimmer sein können! Sind wir in der Grundschule? Gesagt, nicht dergleichen getan. Wie auch andere. Wir hatten unseren Spaß auf die Kosten der Zahlenmeister.

Kurz vor 16 Uhr dann Einlass, kurz im Schatten geparkt, wo Jonathan Kessler mit Marek Lieberberg vorbeikam. Dann runter vor die Bühne. Direkt vor der linken PA.

Die Stunden zogen sich, bis Fox auf die Bühne kamen. War echt kurzweilig, aber ein paar dumme Kommentare konnten sich andere Konzertgänger nicht verkneifen („Ausziehen!“ – hui, wie erwachsen).

Nach einer Weile kam die zweite Vorband, „The Horror“, auf die Bühne. Ich empfand die Herren teils echt anstrengend, weil der Sound gelegentlich so derbe für ein Klingeln in den Ohren sorgte. Fünf oder sechs Leute wedelten mit ihren Tickets, der Sänger war davon kurz genervt – ich auch. Benimm scheint aus gewesen zu sein.

Fazit bis dahin: bis auf die Lach“nummer“ gut, auch die Vorbands haben ihren Job ordentlich gemacht. Ich werde mir von denen zwar keine CDs kaufen, aber die Wartezeit haben sie angenehm verkürzt.

20:45 startete dann das Konzert unserer Helden. Das bekannte Intro mit der bekannten Setlist. Ich hatte ja erst leichte Zweifel wegen der Singledichte im Set, aber es war einfach nur wunderschön! Für mich keine Längen, die Jungs waren gut drauf; Martin war auf Kaffee, Dave gab den Gockel – aber meiner Meinung nach weniger penetrant als bei den letzten Touren.

Stimmungsmäßig gab es nichts zu meckern – die Leute haben mitgesungen, mit den Armen gewedelt, mit dem Hintern gewackelt, mit den Köpfen genickt. Das macht Freude auf die nächsten Konzerte.

Die Heimfahrt zog sich dann allerdings: bis zur Autobahn Stau bzw. zähfließend im Schritttempo. Dabei wollten wir doch nur aus Leipzig weg. ;)

Egal, kurz nach 3 zurück in Erfurt, geduscht, mein Audiobootleg inspiziert und geschnitten und jetzt hier den Bericht geschrieben.

In toto: ein gelungener Tag, eine wahnsinnige Show mit einer sehr gut aufgelegten Band.

Von stripped
Wohnort: Keine Angaben

Eigenen Fanreport schreiben

2
Kommentare

  1. Oliver
    29.5.2017 - 23:58 Uhr
    1

    bis auf was?

    Am Konzert selbst gabs nix auszusetzen, die Setlist war sehr okay, da kamen sie auch nem alten Herrn, wie mir, entgegen und das Umfeld …. nunja, mit Abstrichen ganz okay. Es ist keine Waldbühne. Punkt.
    Dann muss ich jedoch feststellen, dass das Publikum mittlerweile eben nicht mehr der „Black Swarm“ ist, es geht hin, um sich zu gefallen. Wo Hände zu sehen waren, war hinter dem „FoS“ Bereich, in diesem selbst war definitiv das schwarze Loch der Unterhaltung. Irgendwer hatte pünktlich zum Konzertbeginn in diesem Bereich den Stecker gezogen, es kam so gut wie gar keine Stimmung von dort vorne. Und still waren sie auch. Wir , der Pleb jenseits des Zäunchens und der Bierschirme, hatten den Text sicherer, die Hände oben und unsere Pfiffe hallten sicher auch nach vorne. Die Performance war, wie immer, Dave-a-like. Ich gönn ihm jeden überschäumenden exhibitionistischen Womanizeranfall, da ich echt froh bin, dass er überhaupt noch auftritt. Martin sah zwar um Längen schlechter aus, aber gequält guckt er ja irgendwie immer. Cool wie sonst auch, Mister Fletcher, er könnte auch bei Kraftwerk durchgehen. Christiääään D., Drummer, hat wohl dazugelernt, er machte die Synthielinie von „Never let me down again“ nicht kaputt. Sehr angenehm. Unangenehm dagegen, dass wird hoffentlich moniert werden, die Soundmischung. Wer auch immer die Hebel bewegte, er hat Daves Stimme im wummernden Beat (sehr unausgewogen) bei „Wrong“ quasi untergehen lassen. Das geht besser.
    Ergo: Nunja. Ich war mal wieder dabei, stell fest, das Hardcorepublikum wird weniger und die Band erfindet sich auf alten Wegen neu. Zwei Faktoren, die unausweichlich sind. Aber zu DeMo zu gehen, nur weils vielleicht schick sein könnte… Leute… das ist ne Synthieband aus den Achtzigern. Überlegt euch das gut. Ihr tut dem Stammpublikum mit viel aufgepuderten schwarzen Tüll keinen Gefallen. (Überspitzt). Ich will Massen singen hören, es soll ne BlackCelebration sein, ja, da werd ich Oldschool.

    • Anna
      30.5.2017 - 10:00 Uhr
      1.1

      Anuk

      Ich denke genau das gleiche über die wunderbare Setlist, die geniale Performance und… das komische Publikum. Ich vermisse die „Oldschool“ – Stimmung und ich muss ehrlich zugeben, dass dieses Publikum das schlimmste in der Geschichte aller meiner DM Konzerte war. Viele Leute, auch vorne, waren steif und manche haben sogar in der Rezeption des Konzerts durch ihre sehr lauten Gespräche über ein Bier und das Essen gestört (vor allem bei „Somebody“). Enttäuschend und leider auch für die Band, zumal Leipzig eine echte Fan-Hochburg genannt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die Speicherung Deiner Daten folgt den geltenden Datenschutzbestimmungen. In unseren Datenschutzhinweisen erfährst Du, welche Daten von Dir beim Verfassen eines Kommentars gespeichert und verarbeitet werden. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.