Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

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DM in HH, 17. Juni 2013 – Subjektive Betrachtungen aus dem FOS-Bereich

Machen wir mal der Reihe nach: Meine Freundin und ich sind ca. halb drei am Eingang Südwest angekommen, wo natürlich schon „die üblichen Verdächtigen“ des „Black Swarm“ in praller Sonne ausharrten. Wir fanden dann auch schnell alte Bekannte von früheren Touren und Partys.

Wir standen keine zehn Minuten, da kamen von jenseits der Absperrung zwei Sicherheitsleute mit Stift und pinkfarbenen Bändchen. Sie fingen an, an die Leute mit FOS-Karten die Bändchen zu verteilen, durch die Absperrung durch. Sie gingen dann von Tor zu Tor, um alle zu versorgen. Dann, aus einem mir nicht ersichtlichen Grund, öffneten die beiden Uniformierten das Tor direkt vor uns. Und schon war die Ordnung, die sich im Lauf des Morgens und Vormittags hergestellt hatte, ad absurdum geführt. Chaos brach aus, und diejenigen, die sich schon morgens um fünf dort ihr Camp eingerichtet hatten waren, zu Recht, angefressen. Nun hieß es also, am zweiten Tor weitere zweieinhalb Stunden ausharren, nebenbei immer noch in prallster Sonne.

Tatsächlich wurde sich um fünf jenseits der Absperrung darauf vorbereitet, den Einlass zu starten. Alles diesseits der Absperrung begab sich in die Startlöcher und scharrte mit den Hufen. Die Tore wurden geöffnet und ca. 30 Leute fleuchten durch, ohne jegliche Taschenkontrolle *omg* Schnell wurde die Türöffnung widerrufen und wir standen da mit langen Nasen. Es dauerte ca. eine viertel Stunde, bevor man sich dazu durchrang, den Einlass fort zu führen. Inzwischen hatten sich natürlich die „Ausreißer“ die durchgeflutscht waren, die „Sahnestücke“ des FOS rausgesucht. Diese diversen Zusatzkontrollen an gefühlt jeder Treppe auf dem Weg nach unten, empfand ich als schikanös und unnötig. Wozu hat man denn vorher unsere Karten gecheckt und uns die pinken Bändchen umgetüdelt?! Sei’s drum, wir waren unten angekommen und haben fast den Platz erwischt, den wir uns erhofft hatten. Den jungen Mann, der mit seinen 1,88 m vor mir (1,55 m) stand, hatte ich gleich in mein Herz geschlossen. Zarte 18 Jahre jung und es war sein allererstes DM-Konzert. Hach, der Sohn, den ich nie hatte. Als ich vor fast 32 Jahren mein erstes Depeche-Konzert sah, war ich grad mal 14. Aber das nur am Rande.

Douglas McCarthy war als Warmup ganz brauchbar aber jetzt nicht wirklich eine Offenbarung. Es waren ganz gute Beats zum Einstimmen, mehr aber auch nicht. Die Spannung stieg und das DJ-Set wurde lauter und heizte uns ganz schön ein. Dann um 20.48 Uhr hatte das Warten ein Ende. Zeit für den Gottesdienst mit den „Göttern“ höchstpersönlich. Es war ein einziger Rausch. Und man merkte, jedenfalls im FOS-Bereich, dass die Jungs da oben auf der Bühne echt Spaß hatten. Dave tanzte als gäbe es kein Morgen, und ich hatte nicht das Gefühl, dass es einstudiert und abgespult war. Die fünf da oben hatten einfach Spaß bei der Arbeit, und so sollte es sein. Es waren die Kleinigkeiten, die die Show so besonders gemacht haben. Da war zum einen eine Stelle bei „Precious“ wo der Song irgendwie „nicht weiter“ ging (so mein Eindruck) und Dave und Martin dann back to back tanzten und so diese vermeintliche Lücke unterhaltsam überspielten. Und mein persönliches Highlight war, als Martin „But Not Tonight“ trällerte und bei der Zeile „…oh God, it’s raining…“ tatsächlich einige Tropfen herunter kamen. Meine Freundin bebte vor Verzückung und Rührung und wer hätte es gedacht, Herr Gore ist ein Regenmacher! Überhaupt, wer hätte vor einigen Touren schon geglaubt, dass die Interaktionen mit dem Publikum mal so häufig würden. Das war in den 80ern und 90ern ja so gut wie gar nicht. Und wenn Dave den Steg runterkam und uns seinen süßen kleinen Knackarsch beinahe zum Greifen nah entgegen streckte, war das eh‘ ein unbezahlbarer Moment. Hey, ich bin auch nur `ne Frau.

Ich hatte den Eindruck, dass die Gute Laune des Publikums sich nicht nur auf den FOS-Bereich beschränkte, sondern auch in den Rängen wieder zu finden war. Wer sich da gelangweilt hat, hatte selber Schuld. Und wenn mir jemand damals nach dem allerersten HH-Konzert in der Markthalle gesagt hätte, dass die Band eines Tages ein ganzes Fußballstadion zum Beben bringen würden, hätte ich ihn nur milde belächelt und gesagt, „dream on“.

Es war einfach ein rundum gelungenes Konzert und ich freue mich auf den Nachschlag in Hannover im Herbst.