Depeche Mode-Konzert am 28.10.2020 in Hamburg, Imtech Arena

DM in HH, 17. Juni 2013 – Subjektive Betrachtungen aus dem FOS-Bereich

Machen wir mal der Reihe nach: Meine Freundin und ich sind ca. halb drei am Eingang Südwest angekommen, wo natürlich schon „die üblichen Verdächtigen“ des „Black Swarm“ in praller Sonne ausharrten. Wir fanden dann auch schnell alte Bekannte von früheren Touren und Partys.

Wir standen keine zehn Minuten, da kamen von jenseits der Absperrung zwei Sicherheitsleute mit Stift und pinkfarbenen Bändchen. Sie fingen an, an die Leute mit FOS-Karten die Bändchen zu verteilen, durch die Absperrung durch. Sie gingen dann von Tor zu Tor, um alle zu versorgen. Dann, aus einem mir nicht ersichtlichen Grund, öffneten die beiden Uniformierten das Tor direkt vor uns. Und schon war die Ordnung, die sich im Lauf des Morgens und Vormittags hergestellt hatte, ad absurdum geführt. Chaos brach aus, und diejenigen, die sich schon morgens um fünf dort ihr Camp eingerichtet hatten waren, zu Recht, angefressen. Nun hieß es also, am zweiten Tor weitere zweieinhalb Stunden ausharren, nebenbei immer noch in prallster Sonne.

Tatsächlich wurde sich um fünf jenseits der Absperrung darauf vorbereitet, den Einlass zu starten. Alles diesseits der Absperrung begab sich in die Startlöcher und scharrte mit den Hufen. Die Tore wurden geöffnet und ca. 30 Leute fleuchten durch, ohne jegliche Taschenkontrolle *omg* Schnell wurde die Türöffnung widerrufen und wir standen da mit langen Nasen. Es dauerte ca. eine viertel Stunde, bevor man sich dazu durchrang, den Einlass fort zu führen. Inzwischen hatten sich natürlich die „Ausreißer“ die durchgeflutscht waren, die „Sahnestücke“ des FOS rausgesucht. Diese diversen Zusatzkontrollen an gefühlt jeder Treppe auf dem Weg nach unten, empfand ich als schikanös und unnötig. Wozu hat man denn vorher unsere Karten gecheckt und uns die pinken Bändchen umgetüdelt?! Sei’s drum, wir waren unten angekommen und haben fast den Platz erwischt, den wir uns erhofft hatten. Den jungen Mann, der mit seinen 1,88 m vor mir (1,55 m) stand, hatte ich gleich in mein Herz geschlossen. Zarte 18 Jahre jung und es war sein allererstes DM-Konzert. Hach, der Sohn, den ich nie hatte. Als ich vor fast 32 Jahren mein erstes Depeche-Konzert sah, war ich grad mal 14. Aber das nur am Rande.

Douglas McCarthy war als Warmup ganz brauchbar aber jetzt nicht wirklich eine Offenbarung. Es waren ganz gute Beats zum Einstimmen, mehr aber auch nicht. Die Spannung stieg und das DJ-Set wurde lauter und heizte uns ganz schön ein. Dann um 20.48 Uhr hatte das Warten ein Ende. Zeit für den Gottesdienst mit den „Göttern“ höchstpersönlich. Es war ein einziger Rausch. Und man merkte, jedenfalls im FOS-Bereich, dass die Jungs da oben auf der Bühne echt Spaß hatten. Dave tanzte als gäbe es kein Morgen, und ich hatte nicht das Gefühl, dass es einstudiert und abgespult war. Die fünf da oben hatten einfach Spaß bei der Arbeit, und so sollte es sein. Es waren die Kleinigkeiten, die die Show so besonders gemacht haben. Da war zum einen eine Stelle bei „Precious“ wo der Song irgendwie „nicht weiter“ ging (so mein Eindruck) und Dave und Martin dann back to back tanzten und so diese vermeintliche Lücke unterhaltsam überspielten. Und mein persönliches Highlight war, als Martin „But Not Tonight“ trällerte und bei der Zeile „…oh God, it’s raining…“ tatsächlich einige Tropfen herunter kamen. Meine Freundin bebte vor Verzückung und Rührung und wer hätte es gedacht, Herr Gore ist ein Regenmacher! Überhaupt, wer hätte vor einigen Touren schon geglaubt, dass die Interaktionen mit dem Publikum mal so häufig würden. Das war in den 80ern und 90ern ja so gut wie gar nicht. Und wenn Dave den Steg runterkam und uns seinen süßen kleinen Knackarsch beinahe zum Greifen nah entgegen streckte, war das eh‘ ein unbezahlbarer Moment. Hey, ich bin auch nur `ne Frau.

Ich hatte den Eindruck, dass die Gute Laune des Publikums sich nicht nur auf den FOS-Bereich beschränkte, sondern auch in den Rängen wieder zu finden war. Wer sich da gelangweilt hat, hatte selber Schuld. Und wenn mir jemand damals nach dem allerersten HH-Konzert in der Markthalle gesagt hätte, dass die Band eines Tages ein ganzes Fußballstadion zum Beben bringen würden, hätte ich ihn nur milde belächelt und gesagt, „dream on“.

Es war einfach ein rundum gelungenes Konzert und ich freue mich auf den Nachschlag in Hannover im Herbst.

Von Chrissie S.
Wohnort: Hamburg

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3
Kommentare

  1. Tom Ace
    24.11.2013 - 13:31 Uhr
    3

    Der verlorene Sohn

    Dieser Kommentar kommt zwar erst sehr, sehr, sehr spät. Aber als wir uns gestern in Hannover gesehen haben und ich erfahren habe, dass du tatsächlich über mich geschrieben hast musste ich den Bericht suchen :D.
    Hamburg war in der Tat super Geil! Und es tut mir echt leid, dass ich mit meinen 1,90(!) vor dir stand… Das ist echt doof gelaufen.

    Viele Liebe Grüße!!
    Der verlorene Sohn N.
    Alias Tom Ace

  2. Kerstin73
    18.6.2013 - 21:18 Uhr
    2

    Es war absolut genial!

    @Chrissie: Ich stand euch direkt gegenüber und habe deinen „Sohn“ am Einlass kennengelernt und finde ihn auch ganz schnuckelig. Leider hat er seinen Platz, den er sich soooo sehr gewünscht hatte, nicht bekommen – aufgrund dieser „wahnsinnigen“ Organisation. Tat mir echt leid für ihn. Aber so wie ich es sehen konnte, hatte er irren Spaß. Ich habe ihn sogar auf Video mit Dave zusammen (wahrscheinlich auch dich). Also N. wenn du das liest: Du hast meine email. Melde dich!

    Nun zum Konzi: Es war grandios! Seit 1990 bin ich regelmäßig auf Konzerten und habe aber so eine geile Stimmung der Jungs noch nicht erlebt. 2009 in HH war schon der Knaller aber das hier – wow. Lag wohl auch daran, dass Dave und Martin nur 1 Meter von uns entfernt waren und ich den einen oder anderen Schweißtropfen von Dave abbekommen habe… Auf den Rängen sah das auch ganz gut aus. Viele haben gestanden, getanzt und mit den Armen gewunken. Sah wirklich toll aus. Und die Stimmung bei uns im FOS war super. Wir haben die Jungs wirklich gefeiert. Ein paar Ausnahmen gab es natürlich, die lieber fotografieren oder filmen wollten und man dann doch gebeten wurde, die Arme ruhig zu halten, damit die Aufnahmen auch was werden… Ohne Worte. Aber auch das hat mich nicht weiter gestört. Ich habe Party gemacht, alles genossen und freue mich nun auf Hannover.

  3. Simone
    18.6.2013 - 20:05 Uhr
    1

    Oh ja...............

    …………… das war ganz großes Kino. Gebe Dir völlig recht. Die hatten Spaß und nicht nur die Jungs da oben.

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