Depeche Mode-Konzert am 22.10.2020 in Manchester, Phones 4u Arena

Kurz, aber schön!

IMG_4256Manchester war sozusagen eine Kurzschlussentscheidung. Da ich eine Freundin habe, die vor Ort wohnt (an dieser Stelle: vielen lieben Dank an Marion fürs Abholen und Bringen und Beherbergen und überhaupt! ) bot es sich schon irgendwie an, dieses Konzert mitzunehmen. Da ich mich recht spät dazu entschloss, war floor standing bereits ausverkauft und es gab nur noch miese Sitzplätze. Aber halt! Da stand doch noch was mit Early Entry! Und tatsächlich, es gab noch Early Entry Tickets in Kombi mit Stehplatz für den Schnäppchenpreis von £160. Kurz hin und her überlegt, bei Freundin nachgefragt, ob das passen würde, Ticket gekauft und Flug gebucht. Alles innerhalb von nicht mal 30 Minuten.

Blieb nur noch die Frage: Wie komm ich jetzt eigentlich an mein teuer gekauftes Ticket? Spätestens nach zwei Monaten war klar: verschickt wurde es nicht. 14 Tage vor Abflug beschlich mich dann doch leichte Panik und ich kontaktierte den Ticketverkäufer. Von da bekam ich die Antwort, dass ich das Ticket am Tag der Show am Box Office abholen muss. Für weitere Infos solle ich mich direkt an Livenation wenden. Eine Woche vorm Event bekam ich von Livenation eine Mail, in der stand, wann und wo ich mein Ticket kriege. Angeblich 17:15 Uhr könne ich es am Box Office abholen. Kurz vor 16:30 Uhr kam ich dort an. Ich ging zum Schalter und bekam Ticket und Early Entry Pass ausgehändigt. Dann lief ich zu der Dame von Livenation, wurde auf der Liste abgehakt und bekam mein Merchandise. Das ging so dermaßen reibungslos, ich war fasziniert!

Bei anderen ging es offenbar nicht so smooth wie bei mir. Deren Tickets waren erst nicht da, dann wusste das Personal der Arena nicht mal, dass es Early Entry gab und was das überhaupt ist… klingt nach Nervenkrieg pur. Nun gut, ich hatte keinen Grund mich zu beklagen. Außer vielleicht über das Merchandise. Ein 2GB USB-Stick ohne was drauf. Nicht mal ein Foto oder ein Video… nüscht. Es steht halt Depeche Mode drauf. Toll…

Zunächst hieß es wieder warten. Die Zeit verging und verging nicht. Irgendwann wurden wir dann reingelassen, nur um dann auf einem Gang weiter rum zu stehen. Dort bekamen wir das wahrscheinlich hässlichste Einlassbändchen meines bisherigen Lebens. Weiter gings durch ein äußerst finsteres Treppenhaus bis vor die Türen der Arena. Hier wurden wir wieder aufgefordert, zu warten. Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir endlich rein und begaben uns Richtung Bühne. Ich nahm einen Platz beinahe direkt vor Daves Mikro ein und landete dabei neben Melissa aus Melbourne. Das war ein ziemlicher Glücksfall, denn wir verkürzten uns die Wartezeit mit jeder Menge Quatschen. An dieser Stelle auch einen lieben Dank an Melissa, da ohne sie das Warten echt ätzend gewesen wäre.

Vorgruppe waren The Jezabels aus Sydney /Australien. Ich hatte vorher schon ein paar Songs von ihnen gehört und war äußerst angetan davon, sie nun live zu sehen. Leider konnte man die Stimme der Sängerin nicht wirklich gut hören. Ihr Mikro war wohl zu leise eingestellt. Schade eigentlich. Die Band bedankte sich artig und verließ die Bühne. Danach wurde für Depeche Mode umgebaut. Kurz vor 21 Uhr war es soweit, das bekannte Intro erklang und die Phones4U-Arena versank im ohrenbetäubenden Geschrei.

Überraschungen bei der Setlist gab es keine. Wer sich die Listen von Glasgow, Belfast und Leeds angeschaut hat, weiß ja bereits, dass ziemlich gekürzt wurde. So verging das Konzert geradezu rasant. Ich hatte auch ein bisschen den Eindruck, dass Dave nicht so ganz auf der Höhe war. Stellenweise wirkte er ziemlich fertig. Er ist halt auch keine 20 mehr und die Tour ist recht straff geplant. Fast alle zwei Tage ein Konzert und am freien Tag dazwischen zur nächsten Location reisen… das ist schon hammerhart. Ich frage mich, ob man sich da nicht viel zu viel zumutet.

Die Show war trotz allem sehr gut und Depeche Mode schienen recht gut drauf zu sein. Fletch machte zwischendurch ziemlich interessante Posen. Manchmal frage ich mich schon insgeheim, was genau er da eigentlich auf der Bühne macht. Sehr schön fand ich, dass Martin “Condemnation” sang. Das wollte ich unbedingt hören und mir trieb es die ein oder andere Träne in die Augen.

Die Reise nach Manchester hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, die Show war trotz der Kürzungen toll, das Publikum war vom ersten bis zum letzten Song mit dabei und ich war meinen Helden selten so nah. Außerdem hatte ich prima Gesellschaft um mich rum und trotz erster Reihe genug Platz zum Hüpfen und tanzen. Direkt vor mir sah ich sogar kurz Anton Corbijn vorbeihuschen. Nächsten Samstag geht’s dann in Hannover weiter. See you next time!

Von Jessica Gernandt
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2
Kommentare

  1. 18.11.2013 - 23:09 Uhr
    2

    Lieben Dank!

    Hi Sly,

    Vielen Dank für den netten Kommentar. :-)

    Die Fans im UK sind echt anders drauf, da geht es fair und menschlich zu. In Deutschland wurde ich schon getreten, geschlagen, gebissen und beinahe püriert. Unfassbar, was sich da so manche rausnehmen. Natürlich gibt es auch viele nette Fans hier, habe schon viele kennen lernen dürfen.

    In Hannover sitze ich auch, in U12 glaub ich.
    cu next saturday!

  2. Sly
    18.11.2013 - 21:49 Uhr
    1

    Toll geschrieben

    Hi Jessica,
    das ist mal ein echt netter Bericht, von einem echt tollen Erlebnis. Wär auch gerne mal so nahe dran, ohne zermatscht zu werden!:-)
    Fahren auch nach Hannover. Wir sitzen U20, näher kamen wir nicht ran!:-)
    cu next time

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