Depeche Mode-Konzert am 22.10.2020 in Berlin, Olympiastadion

Depeche Mode ist immer eine Reise wert

IMAG0340Oft gehört „Berlin ist eine Reise wert“. In der Tat ebenso wie jedes Depeche Mode Konzert eine Reise wert ist. Ganz besonders reizvoll, wenn das Konzert im Olympiastadion in Berlin stattfindet.
Schon morgens begann der Tag mit einer Führung durch das Hansastudio. Bevor die Gruppe das geschichtsträchtige Gebäude betrat, erklärte der Studioführer auf lebhafte Weise vieles der Umgebung von früher und heute. Hansastudio mit Mauer, ohne Mauer. Dann endlich durften wir in die Welt der Musik, wo auch Depeche Mode einst produziert hat. Über eine legendäre Treppe ging es nach oben in den Meistersaal bis ins Studio. Dabei verloren die Erzählungen, gespickt mit vielen Anekdoten über die Musiker, die dort produziert haben, nichts von ihrem Interessantheitsgrad. Man konnte im Studio 1 die Augen schließen und bei den Klängen von „Black Celebration“ förmlich die Anwesenheit der Musiker spüren. Die Leute waren nett. Man schloss Bekanntschaft und verließ am Ende das Gebäude perfekt eingestimmt auf Depeche Mode.
Nicht mehr lange bis zum Konzert. Die Stadt flirrte, Fans strebten zum Stadion. Ausverkauft. 66.000. Völlig entspannt und friedlich bewegten sich die Massen ins Stadion. Rundum eine fröhliche Stimmung. Die Fanshops wurden gleichfalls belagert wie die vielen Essbuden. Wurst, Fisch, Hot Dog, Fritten, Brezel und so weiter. Auch für den Durst war gesorgt. Das Wetter spielte noch mit und verlieh dem Ganzen die Atmosphäre eines gelungenen Festes. Langsam wurde es Zeit die Plätze aufzusuchen. Unterrang, überdacht, was sich später als Glücksfall erweisen sollte. Noch bevor die Vorgruppe Trentemöller die Stimmung anheizte, war Zeit genug dem Treiben zuzuschauen. Massen strömten die Treppe hinunter, füllten den Innenraum und bildeten ein Meer aus Fans. Endlich war es soweit. Depeche Mode betrat die Bühne mit „Welcome To My World“. Aber gerne doch. Eine eindrucksvolle Bühnenshow. Vertraute Lieder – „Angel“ – „Walking In My Shoes“ – „Precious“. Insgesamt gab es, eine Mischung aus alt und neu. Videos flimmerten über die Leinwände. Lichter belebten die Bühne. Dave Gahan nahm die Menschen wie immer für sich ein. Er hat nichts seiner starken Bühnenpräsenz verloren. Die bekannte und gern gemochte Stimme von Dave Gahan. „Black Celebration“ – „Policy Of Truth“ – „Should Be Higher”. Das Olympiastadion glich einem Raumschiff. Statt in ferne Welten zu reisen, trug die Musik die Fans für eine Weile aus dem Alltag hinaus. Die Klänge stiegen in den Nachthimmel. Wer weiß schon, bis wohin sie zu vernehmen sein werden. Nach „Barrel Of A Gun“ gab Martin Gore „Higher Love“ und „But Not Tonight“ zum Besten. Die Atmosphäre war gigantisch, die Fans spürbar glücklich. Es folgte “Heaven” – “Soothe My Soul” – “A Pain That I’m Used To”. Schon seit vielen Jahren besuche ich die Konzerte. Jedes hat seine eigene Ausstrahlung. „A Question Of Time“ – „Secret To The End” – “Enjoy The Silence”. Die Menschen bekommen auf jeden Fall immer einen professionell gestalteten Abend. Depeche Mode hat Musikgeschichte geschrieben. Das ist nicht zu leugnen. Es sind nicht viele, die sich über lange Zeit halten und auch nach vielen Jahren noch ein Berliner Olympiastadion füllen können, neben unzähligen weiteren Konzertorten. „Personal Jesus“ und dann kam, was kommen musste „Goodbye“. Doch weit gefehlt, dass das wirklich schon das Ende gewesen wäre. Die gewohnte Zugabe wird mit Martin Gore „Home“ eingeleitet und Dave Gahan folgt ihm mit „Halo“. „Just Can’t Get Enough“ lässt hoffen. Niemand wurde enttäuscht. “I Feel You” und last but not least “Never Let Me Down Again”.
Ein grandioser Abend ging zu Ende. Einziger Wermutstropfen war der Regen, den die Fans im Innenraum ertragen mussten. Doch sie haben sich das Ereignis, ihre Lieblingsgruppe zu sehen, dadurch nicht verderben lassen. In gelbe und blaue Müllsäcke gehüllt, mit Schirmen vor den niederprasselnden Wassermassen geschützt hat nichts und niemand das Konzert beeinträchtigen können. Danke an Depeche Mode. Hinter so vielen erfolgreichen Songs und Konzerten steckt eine Menge Arbeit. Die Leidenschaft, die Andrew Fletcher, Martin Gore und Dave Gahan für ihre Arbeit haben müssen, ist von Erfolg gekrönt. Neben den glorreichen Drei dürfen viele andere Beteiligte, wie Christian Eigner und Peter Gordino, nicht vergessen werden. Die Vielschichtigkeit ihrer Fans spricht Bände. Alle Generationen sind vertreten. Von Jung bis Alt. Jede Generation Fan bringt bereits ihre Kinder mit. Man hätte fast meinen können, es wäre ein Familienfest gewesen. Der Abend im Berliner Olympiastadion mit Musik von und mit Depeche Mode, ein grandioser Erfolg.

Von Lucy B. Kamp
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Kommentare

  1. Tanja
    18.6.2013 - 16:06 Uhr
    2

    YEAH

    Genau so war es und nicht anders. Richtig gut geschrieben :-)

  2. bb
    15.6.2013 - 12:34 Uhr
    1

    Das ist doch mal ein konzert Report! Perfekt und ich kann dem nur zu 100% zustimmen! Und wahrlich. .der regen war nebensächlich. ..

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