Depeche Mode-Konzert am 21.10.2020 in Oberhausen, König Pilsener Arena

Kisses for the Masses

Mein erstes Konzert, das ich ohne Begleitung besucht habe. Ganz freiwillig, denn lieber allein zum Konzert gehen, als mit einer Begleitung, die der Höflichkeit halber mitgeht, aber eigentlich kein Fan ist. :-) Für mich persönlich war das eine sehr exotische Erfahrung, denn es ist schon merkwürdig, in der Masse mit anderen Fans zu feiern, aber trotzdem mit niemandem die Euphorie direkt teilen zu können. Zwischendurch war ich kurz davor, irgendwelche wildfremden Leute zu umarmen, konnte mich dann aber doch beherrschen. :-) Ich habe mich mit meinen 1,58 m nicht allein in den Innenraum gewagt, sondern war stattdessen vorn unten im Block. Das war zwar recht nah an der Bühne, aber ich werde NIE WIEDER in die Tribüne gehen. Die Stimmung im Innenraum ist einfach unbeschreiblich und die hat mir im Block sehr gefehlt.

Der Konzertabend in Oberhausen begann für mich wie für wahrscheinlich etliche andere Fans mit einer katastrophalen Anreise im typischen Ruhrpott-Berufsverkehr bei einem wütenden Wetter, das alle Register gezogen hat: Gewitter, Sturm, Hagel, Platzregen, Schneeregen. Nach einer nervenaufreibenden Parkplatzsuche (Warum zum Henker waren denn die Arena-Parkhäuser so früh schon gesperrt???) folgte ein hektischer Run durch`s CentrO: wunderschön weihnachtlich geschmückt, aber hoffnungslos überfüllt. Endlich angekommen, hat mich die im Verhältnis zu anderen Hallen recht kleine Arena Oberhausen mit ihrer schwachen Organisation vor dem Einlass und auch an der Garderobe leider enttäuscht. Nichts für schwachen Nerven. Aber das alles war natürlich völlig egal und vergessen als die Jungs auf die Bühne kamen und sogar der letzte Konzertbesucher in der Tribüne von seinem Stuhl sprang. Die Band spielte wie immer sehr harmonisch und voller Power, der Kontakt zum Publikum eng wie eh und je. Ich finde es absolut bewundernswert, wie sie nach so vielen Konzerten in den letzten Monaten so einwandfrei abliefern können. Keine Spur von Routine oder Müdigkeit. Trotzdem, im Hinterkopf treibt sich immer wieder der Gedanke herum „Hoffentlich übernehmen sie sich nicht….“.

Ein großes Dankeschön an Martin für die „Slow“-Premiere, die wirklich unter die Haut ging. Was für eine Ehre! Ich freue mich auch sehr über Christian Eigner, der diesen Live-Auftritten die Krone aufsetzt. Dave verteilte strahlend unzählige Flug-Küsse ins Publikum: Kisses for the Masses. :-) Was für ein wunderschöner Mann, ich habe ihn noch nie so sexy erlebt wie an diesem Abend.
Oh Gott, die Minuten vergingen so schnell. Zwischendurch hätte ich am liebsten die Zeit angehalten, um diese wunderbaren Momente ein bisschen länger festzuhalten. Es ist jedes Mal wie ein Fieber.

Apropos „anhalten“: Ich finde es ganz traurig, dass mittlerweile unzählige Fans teilweise während des kompletten Konzertes ihre Handys hochstrecken und filmen. Das sind alles Leute, die nicht mitsingen, -grölen oder –klatschen! Sie stehen da stocksteif, halten ihre Kameras hoch und versuchen, etwas festzuhalten, was man nur im Inneren speichern kann. Der Augenblick zieht doch schon während des Filmens vorbei! Ich verstehe das nicht. Auch für die Band muss das doch doof sein, die ganzen Handys zu sehen. Außerdem bin ich fast umgefallen, als plötzlich einige Leute vor der Zugabe oder auch vor „Never let me down again“ die Halle verließen, was ich zuvor noch nie erlebt habe. Sie hatten eigentlich die ganze Zeit ganz gut mitgefeiert und dann gehen sie einfach. Ist das zu fassen? Für mich war „Never let me down again“ wieder der Höhepunkt des Konzertes.

Danke für diesen wunderbaren Abend. Es tut mir in meinem kleinen Fan-Herzen weh, dass ich die Band so lange nicht wiedersehen werde.

Von Nadine Wirth
Wohnort: Remscheid

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Kommentar

  1. angel
    9.12.2013 - 20:28 Uhr
    1

    Nadine…ich kann dich sooo gut verstehn…und jeder,der vor dem letzten Lied gegangen ist hat einfach das Beste verpasst,íst selber schuld und un wissend gewesen…als Fan Weiss man das.

    Gell???

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