Depeche Mode-Konzert am 26.10.2020 in Nizza, Palais Nikaia

Das Warten hat ein Ende.

Vielleicht kennen das viele, vielleicht bin ich aber auch einer von wenigen Irren, die ständig im Hinterkopf der nächsten DM-Tour entgegenfiebern. Seit 1988 war ich auf allen Touren, oft nur auf einem Konzert, der Beruf hat oft nicht mehr hergegeben, das Geld war knapp oder die Gelegenheit nicht da. Die Zeit zwischen den Depeche Mode Touren hab ich im Grunde mit warten auf DM Touren verbracht, irre weis ich, aber die Wahrheit.
Da ich etwa im gleichen Alter wie die Dave, Martin und Andrew bin, habe ich nun weniger Berufsstress, mehr Geld und viel mehr Gelegenheit als früher. Als ich vom Warm-Up Gig in Nizza gelesen habe stand fest, da muss ich hin. Meine Frau und meine Tochter, die seit der Tour of the Universe ein großer Fan ist, waren leicht zu überreden. Zusammen mit zwei weiteren Devotees aus dem Freundeskreis waren die Tickets schnell gekauft und Flug und Hotel gebucht.
Am Freitag Abend sind wir geflogen. Nizza am Samstag Morgen, ein Traumwetter, die Stadt voller Devotees, überall kleine Gruppen schwarz gekleideter Leute oder mit Depeche Mode T-Shirts. Vor dem Palais de la Mediterranee Hotel in dem Depeche Mode abgestiegen war standen etliche Leute und versuchten evtl einen der Bandmitglieder zu sehen. ab und an konnte man ein Crewmitglied durch Nizza hetzen sehen, oft gefolgt von Fans der Band.
Das Palais Nikaia ist von der Innenstadt leicht mit dem Taxi zu erreichen, wenn man 45 Euro investieren will, sonst gibts den Bus für 6 Euro.
Die Halle ist klein und gemütlich, der Einlass unkompliziert und man musste für gute Plätze nicht schon 3 Stunden vorher da sein, insgesamt war der Blick auf die Bühne von allen Seiten gut. Die Bühne war wie gewohnt großartig gestaltet, in allen Teilen fanden sich die Dreiecke als Stilelemente wieder, die Beleuchtungsrondelle konnten nach unten gefahren werden, was den Raum über der Bühne teils ins kellerartige verkleinerte. Anton Corbijn hat wieder einen tollen Job gemacht. Die Akustik der Halle ist einfach Top, selten eine bessere erlebt. Selbst die Lüftung war halbwegs vorhanden, sonst oft ein Problem in so kleinen Hallen.
Um 10 vor 8 kam dann die Vorgruppe F.O.X. auf die Bühne. Die drei Musikanten und die an Deborah Harry (Blondie) erinnernde Sängerin gaben wohl Ihr Bestes, aber Vorgruppen vor DM haben es oft schwer und so war die Begeisterung eher gering zudem die Sängerin stimmlich sehr dünn rüber kam. Knapp 45 Minuten später war das dann auch durch, die
Bühne wurde umgebaut und als das hämmernde, bassgesättigte Into gespielt wurde war die Halle nicht zu halten. Neben dem Jubel der Fans wurden, als die Band die Bühne betrat, gut 2000 Handy gleichzeitig hochgehoben. Wahrscheinlich der am besten dokumentierte Moment der Show. Wie eigentlich zu erwarten begann das Konzert mit Welcome to my World und endete mit Goodbye, 5 Zugaben waren eher ungewöhnlich viel.
Eine Rezension der einzelnen Stücke spare ich mir, das ist Geschmackssache und mir haben sowieso alle Stücke gut gefallen, die einen mehr die anderen weniger. Schön fand ich aber das es auch Stücke auf die Setlist schafften die eher „speziell“ waren so wie Halo in der
Goldfrapp-Version oder A Pain That I’m Used To in einer neuen Version.

Anzumerken ist aber unbedingt das die Band voller Leidenschaft mit viel Freude und großem Können eine sagenhafte Show geboten hat und in jeder Sekunde der Funke übergesprungen ist. Die Unterlegung einzelner Stücke mit Kurzfilmen ist ja bekannt und wird schon lange von
Depeche Mode praktiziert, diesmal waren die Bilder noch etwas eindrucksvoller als bei den Konzerttouren zuvor, alles passte wunderbar zusammen und hat den großartigen Gesamteindruck mit geprägt. Leider war nach 23 Stücken Schluss, ich hätte mir noch ein paar Klassiker mehr gewünscht, aber 2:15 Stunden Konzert waren schon völlig in Ordnung.
Alles in allem eins der besten Depeche Mode Konzerte die ich je gesehen habe auch weil man förmlich körperlich spüren konnte wie gut die Stimmung in der Band ist und wie groß der Wunsch war ein tolles Konzert für die Fans zu spielen.
Ich freue mich und bin sehr gespannt wie die Konzerte in Frankfurt, Berlin und Düsseldorf werden.

Von Ralf Köhler
Wohnort: Frankfurt

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1
Kommentar

  1. 9.5.2013 - 18:28 Uhr
    1

    danke

    Dein Konzertbericht hat mir sehr gefallen und meine Erinnerungen an Nizza teilen sich….

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