Depeche Mode-Konzert am 21.10.2020 in Bremen, ÖVB Arena

Schäm´ Dich Bremen

21:00 h, das Licht geht aus, Depeche Mode betreten die Bühne. Um meine Frau und mich herum bleiben 80 % sitzen. Wir haben Karten im Unterrang und ich warte schon auf ärgerliche Kommentare, ich solle mich auch wieder hinstzen. Diese bleiben jedoch aus.
Die Stimmung ist sehr bescheiden, ich habe das Gefühl, in unserem Block singen höchstens 20 Menschen mit.
Dann Walking in my shoes; ein paar Gestalten mehr stehen auf. Aber Konzert-Feeling sieht anders aus.
So plätschert ein Konzert dahin. Depeche Mode geben alles, aber das scheint egal zu sein.
Bei „But not tonight“, einem Song, der auf dieser Tour zum ersten Mal live gespielt wird, geht das Gerenne zum Klo und zum Bierstand los.
Das wird nur noch von London 2010 übertroffen, als Alan Wilder als Überraschungsgast mit Martin Somebody spielt, und zwei Mädels vor mir sagen, jetzt können wir aus´s Klo gehen.
Die Tribüne direkt gegenüber der Bühne fasst 840 Plätze (ich habe sie gezählt) und hier sieht es aus, wie in einem Kinosaal. Jeder Popcorn-Verkäufer hätte seine helle Freude gehabt. Bis auf vielleicht 10 verwegene Fans, sitzen alle. Aber sie klatschen wenigstens.
Na klar, bei Enjoy the Silence und Just can´t get enough geschieht das Wunder. Lahme können wieder gehen, oder wie hier, zumindest aufstehen.
Selbst bei Never let me down again bleiben ganze Sitzreihen auf dem Hintern sitzen und im Takt mit den Armen hin und herschwenken, scheint auch zu anstrengend zu sein.
Das bei einem Konzert in Deutschland so viele sitzen bleiben, ist eine Schande. Ihr Sitzenbleiber solltet das nächste mal nach Kopenhagen fahren. Dort seid ihr gut aufgehoben, denn die meisten Dänen kriegen die Kiste auch nicht hoch.
Fazit: Die Band war super drauf und Dave hatte beste Laune, aber Depeche Mode sollten sich überlegen, ob sie Bremen nächstes mal nicht streichen.

Von Michael Scharpenberg
Wohnort: Keine Angaben

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Kommentare

  1. GerNe
    7.12.2013 - 13:44 Uhr
    11

    Mein Senf dazu...

    Ich habe einen neuen Lieblings-Begriff.
    „Stimmungsberuhigte Zone“!
    Meine Güte, was für ein schlafmütziges Volk da in Bremen.
    Natürlich war die Stimmung vor der Bühne eine Andere als auf den Rängen,
    wo ich mich ja inzwischen auskenne. Ok, ich bin auch nicht der Wildeste.
    Trotzdem:
    Den Jungs hat man das deutlich anmerken können, nach dem Motto:
    „Wir routinieren das hier heute mal so runter“.
    Dave war wieder gut drauf, hat aber letztlich auch nur seine Show abgespult
    und nutzte den Laufsteg entsprechend sparsam. Schade.
    Offensichtlich sind die Meinungen zu diesem Konzert erstaunlich zwiespältig. Vielleicht war ich ja auch in Bremen_2 auf Erde_B. Oder ich bin zu alt (seit 1982 dabei). ;-)
    Letzlich will ich nicht nur meckern; für mich persönlich ein schöner Tour-Abschluss. :-)

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