Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

Home / Tour 2013 / 03.12.2013 - Bremen / Schäm´ Dich Bremen

Schäm´ Dich Bremen

21:00 h, das Licht geht aus, Depeche Mode betreten die Bühne. Um meine Frau und mich herum bleiben 80 % sitzen. Wir haben Karten im Unterrang und ich warte schon auf ärgerliche Kommentare, ich solle mich auch wieder hinstzen. Diese bleiben jedoch aus.
Die Stimmung ist sehr bescheiden, ich habe das Gefühl, in unserem Block singen höchstens 20 Menschen mit.
Dann Walking in my shoes; ein paar Gestalten mehr stehen auf. Aber Konzert-Feeling sieht anders aus.
So plätschert ein Konzert dahin. Depeche Mode geben alles, aber das scheint egal zu sein.
Bei „But not tonight“, einem Song, der auf dieser Tour zum ersten Mal live gespielt wird, geht das Gerenne zum Klo und zum Bierstand los.
Das wird nur noch von London 2010 übertroffen, als Alan Wilder als Überraschungsgast mit Martin Somebody spielt, und zwei Mädels vor mir sagen, jetzt können wir aus´s Klo gehen.
Die Tribüne direkt gegenüber der Bühne fasst 840 Plätze (ich habe sie gezählt) und hier sieht es aus, wie in einem Kinosaal. Jeder Popcorn-Verkäufer hätte seine helle Freude gehabt. Bis auf vielleicht 10 verwegene Fans, sitzen alle. Aber sie klatschen wenigstens.
Na klar, bei Enjoy the Silence und Just can´t get enough geschieht das Wunder. Lahme können wieder gehen, oder wie hier, zumindest aufstehen.
Selbst bei Never let me down again bleiben ganze Sitzreihen auf dem Hintern sitzen und im Takt mit den Armen hin und herschwenken, scheint auch zu anstrengend zu sein.
Das bei einem Konzert in Deutschland so viele sitzen bleiben, ist eine Schande. Ihr Sitzenbleiber solltet das nächste mal nach Kopenhagen fahren. Dort seid ihr gut aufgehoben, denn die meisten Dänen kriegen die Kiste auch nicht hoch.
Fazit: Die Band war super drauf und Dave hatte beste Laune, aber Depeche Mode sollten sich überlegen, ob sie Bremen nächstes mal nicht streichen.