Martin Gore - The Third Chimpanzee E.P.
Martin Gore
The Third Chimpanzee E.P.

Home / Tour 2013 / 01.06.2013 - München / Rain and suffering

Rain and suffering

img_3762Den Tourstart in Deutschland kann man getrost unter dem Motto “Rain and suffering” zusammenfassen. Es schüttete den ganzen Tag schon wie aus Eimern und es war lausig kalt. Es gab sogar Glühwein-Stände entlang des Weges. Unverkennbar eine Sommer-Tour. Zwischenzeitlich dachte ich mir, ich hätte mir einen Glühwein kaufen sollen. Es war kalt, es war nass und es zog wie Hechtsuppe. Brrrrrrrrr! Wie schön hätte ich es unter einer Decke auf meinem heimischen Sofa haben können. Aber nein! Ich habe es ja anders gewollt!

War ich anfangs bestürzt darüber, keine FOS-Karte bekommen zu haben, war ich doch nun recht froh über meinen überdachten Tribünenplatz.
Generell habe ich damals beim Kartenvorverkauf ziemliches Pech gehabt. Ich hatte mir extra frei genommen und saß mit drei (!!!) Laptops parat. Aber die FOS-Karten ließen sich einfach nicht in den Warenkorb legen. Und da ich leider nur ein Zwutschgerl bin, habe ich dann Sitzplätze genommen. Danke, Eventim! Der Kartenvorverkauf mit euch ist jedes mal die reinste Freude! Nicht nur, dass ständig euer Server abkackt, die Leute werden dann nochmals beim Versand abgezockt.

Genug der Litanei. Gewohnt schweigsam und beinahe unbemerkt begab sich Trentemøller gegen 19:40 Uhr auf die Bühne. Jemand hinter mir fragte: “Ist das jetzt schon die Vorgruppe?” Jupp, ist sie. Ist nur völlig untergegangen. In einer Halle konnte man sie ja noch recht gut wahrnehmen, aber in einem Stadion verpufft das Ganze um so mehr. Tja, hätte man sich vorgestellt, wäre das nicht passiert. Sowas kommt von sowas.

20:41 Uhr konnte ich seitlich Herrn Gahan mit Schal erspähen, der sich auf den Weg zur Bühne machte. Unsere Ecke gröhlte sofort los. Kurze Zeit später setzte das Intro ein und es geschah etwas unglaubliches: München stand auf!

Liebe Münchner, ich habe euch bei Konzerten auf Tribünen noch nie stehen sehen. 2009 auf der “Tour of the Universe” bliebt ihr sitzen. Bei “Touring the Angel” ebenso. Ich wäre fast bereit gewesen, darauf zu wetten, dass es diesmal auch so sein würde. Ich hätte ja sowas von verloren! Ihr standet vom ersten bis zum letzten Song. Danke München! You made my day!

Extrem lustig war es, als Dave bei Personal Jesus seinen Einsatz völlig versemmelte. Ganz Profi wurde das ganze charmant überspielt.

Etwas haperte es beim Mitsingen. Was allerdings nicht daran lag, dass das Publikum nicht mitsingen wollte. Man war sich einfach unsicher, was die Band denn nun genau hören möchte. Lieber den Text, lieber den Refrain, lieber ein Woooohoooohoooohoooohooooo? Die Band setzte da schon sehr viel “Fachwissen” voraus. Die Londoner hatten das gut drauf, in München klappte das nicht so ganz. Nicht jeder war schon auf mehreren Konzerten oder hat sich drölfzig Live-Mitschnitte angeschaut und kennt das Protokoll. Kleiner Tipp also an Martin, Andy & Dave: Wenn ihr was hören wollt, dann sagt den Leuten einfach, WAS ihr hören wollt. Dann klappt das auch.

München entschied sich aufgrund kollektiver Unschlüssigkeit für frenetischen Jubel. Nicht die schlechteste Alternative. Wer den Erwartungen der Band allerdings gerecht werden möchte, dem empfehle ich folgende Lehrfilme:

Depeche Mode – Tour of the Universe – Barcelona
Depeche Mode – One Night in Paris
Depeche Mode – Touring the Angel – Milan
Da werden Sie geholfen.

Neben mir stand übrigens eine Dame, die mit 62 Jahren ihr erstes Depeche Mode Konzert besuchte. Als ich im Gespräch erwähnte, wie viele Konzerte ich besuchen werde und wo ich schon war, fragte sie mich, was ich denn tun würde, wenn Depeche Mode aufhören. Eins ist klar, an dem Tag stirbt ein großer Teil von mir. Ich finde es jetzt schon schade, dass es nur noch 13 Konzerte sind, die vor mir liegen. Das geht alles viel zu schnell!

“Guys I’m shaking, I need more!”