Im Juni überraschte uns das Schweizer Electroduo Yello mit einer neuen Single. Jetzt legen die Musiker nach und kündigen ein neues Album an. Im Oktober veröffentlichen Dieter Meier und Boris Blank mit „Time Lab“ ihr fünfzehntes Studioalbum.
Das Motto für die neue Platte liefern Yello gleich selbst mit: „To the future, through the past“, in die Zukunft, durch die Vergangenheit.
Blank durchforstete dafür sein umfangreiches Klangarchiv aus fast fünfzig Schaffensjahren, kombinierte Fundstücke mit frischen Samples und baute daraus seine typischen Soundtracks. Meier wiederum taucht in diese Klangwelten ein und erzählt darin seine Räubergeschichten und gibt dadaistische Wortspiele zum Besten.
Letzte Aktualisierung am 6.10.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Laut eigener Auskunft der Band ist auf „Time Lab“ jedes Yello-Stück im Grunde steinalt und brandneu zugleich, ein Prinzip, das schon Hits wie „Oh Yeah“ aus „Ferris Buellers freier Tag“ oder den Top-10-Erfolg „The Race“ auszeichnete. Insgesamt könnt ihr euch auf 14 neue Songs freuen, zwei davon mit weiblicher Verstärkung: Heidi Happy ist bei „You and Me“ und „Beautiful You“ zu hören, und Malia singt bei „Dancing Flame“.
Wie dieses Prinzip klingt, zeigen die beiden Vorab-Singles. „Around the Sun“ basiert auf einer alten Meier-Aufnahme, die ursprünglich für das 1981er-Album „Claro Que Si“ vorgesehen war und damals aus der Auswahl geflogen war. Blank legte der Aufnahme ein frisches Klanggewand um und kreierte daraus coole Summervibes im Yello-Stil.
Bei der zweiten Single „Break Out“ gräbt Boris Blank noch tiefer in der Bandhistorie: ein treibender Bass-Riff, lebendige Percussion und Meier als Märchenerzähler in Hochform. Blank bringt die Haltung hinter dem Album so auf den Punkt: „Die Musik von Yello kennt nicht wirklich die Zeit.“
„Time Lab“ erscheint am 30. Oktober 2026. Neben der klassischen CD gibt’s das Album als Doppel-Vinyl im Gatefold-Cover.
Blu-ray für Soundliebhaber
Der eigentliche Clou steckt allerdings in der Blu-ray: Dort warten neben dem gewohnten Stereo-Mix zusätzlich ein Dolby-Atmos-7.1-Mix, ein DTS-HD-Surround-5.1-Mix und sogar ein binauraler LPCM-Kopfhörer-Mix. Soundliebhaber dürfen sich also auf ein kleines Hörlabor freuen. Die Blu-ray erhalten ihr bei Amazon*.
Trackliste: Yello – Time Lab
- Around the Sun
- Break Out
- You and Me (Featuring Heidi Happy)
- Saturday Morning
- Unbelievable
- Dancing Flame (Featuring Malia)
- About Time
- Spin Back
- Beautiful You (Featuring Heidi Happy)
- Streets of Berlin
- China Blue
- Burning Dream
- Midnight Traffic
- Zebra

Ich finde das Video genial future-retroistisch – irgendwie total billig späte 80er Computeranimation, aber aus der heutigen Perspektive wo die KI-Pampe überall raustropft krass crisp!
Als ich genieße es gerade und bedanke mich!
… wäre ein angebrachterer Titel für dieses vermeintlich letzte Yello Album.
Ein Zirkelschluss durch die Hintertür. Vocals von anno domini unter Hinzufügung der Musik ex hodie (nein, nicht ‚hoodie!).
Beide befinden sich sich in einem Alter, in dem viele Weggefährten ihre Adresse schon für immer umgemeldet haben.
Ein spannendes Abschiedsgeschenk.
Die Bühne sollten sie aber entsprechend ‚jüngeren‘ überlassen. M. E. n. betrifft das viele Bands, welche sowohl noch Alben produzieren (eher produzieren lassen), als auch noch Live die reale Bühne bevölkern – und so mancher singt leider schon durch ein ausgeschaltetes Mikro.
Wo blieben denn sonst neue* Bands und deren Entwicklungspotenziale, um einmal die Größenordnung DMs oder U2s zu erreichen? Kein zweiter Mick oder Keith in Sichtweite…
* In Vermeidung des Wortes ‚Nachwuchsbands‘. DM waren keine, oder besser: Von welcher Band sollten sie der Nachwuchs gewesen sein? Kraftwerk oder gar OMD?
Hoffentlich muss ich niemals einen Rollator-Dave erleben… oder zieht er schon zum Einkauf seinen Hackenporsche hinterher? (Diese ‚Porsche-Sounds‘ möchte ich nicht gesampelt hören :) ).