Synthpop-Act APSÜRDE aus Ungarn veröffenlicht neue CD-Maxi

Ungarn war schon immer ein großer Absatzmarkt von Snythpop-Veröffentlichungen – wenn auch nicht im geographischen Sinne gesehen. Denke man nur an den legendären Enthusiasmus der ungarischen Depeche Mode-Fans, den auch die Band selbst seit Jahrzehnten hochschätzt.

Dank dieser festen Depeche Mode-Fanbasis entstanden in Ungarn in den letzten 30 Jahren mehrere Synthpop Bands, deren Leitbild ganz eindeutig das Basildoner Quartett – später Trio – war.

Im Jahre der Wende erschien die erste Platte der weit bekanntesten ungarischen Synthpop Band, namens Bonanza Banzai. Die Jungs haben den “Großen Bruder” fast eins zu eins kopiert und hatten zwischen den Jahren 1988 und 1994 einen Riesenerfolg in Ungarn. Der Sänger der Band ist seitdem als Solist mit gleichem Erfolg tätig.

Bonanza Banzai – Elmondatott (1992)

Etwa zur gleichen Zeit tauchte das Synthpop-Trio Dr Beat mit seiner bisher einzigen Platte auf, die im Jahre 1990 einen großen Erfolg unter den ungarischen Depeche Mode-Fans  genoss.

Dr. Beat – Rock And Roll

Im Jahre 1995 erschien die Platte des vielleicht begabtesten ungarischen “Depeche Mode Me-too-Produktes”, das unter dem Namen Populär ein paar Jahre lang tätig war. Sie waren ständige, zurückkehrende Gäste der Klubabende des offiziellen ungarischen Depeche Mode Fanclubs in Budapest.

Popular – Az én fajtám királya

Die Nachfolgeband von Populär war (bzw. ist noch immer) das Elektro-Projekt, Neo, das – dank seiner englischsprachigen Lieder – schon weltweite Erfolge feiern konnte. In Ungarn waren sie auch Support-Band von Massive Attack, Dave Gahan, Morcheeba und Duran Duran und ihr Soundtrack-Album zum Kinofilm “Kontroll” erschien im ganzen Europa.

neo – Control [Official Video] 2004

Der Neo-Bandgründer, Matyas Milkovics hat auch ein Side-Projekt, IO, das in Budapest für Recoil/Alan Wilder im Szikra-Kino einheizte. Der Regisseur-Freund von Matyas, Attila Herko – der für alle Neo-Clips zuständig ist – hat für das “A Strange Hour In Budapest” Blu-Ray Regie geführt.

IO – Human Cetacean [Official Video] [HD] 2012

Und so sind wir zum ursprünglichen Thema gekommen, denn der eine Kameramann und Cover-Gestalter für die erwähnte Recoil Blu-Ray-Erscheinung war Akos Szenasi, der auch Mitglied des ungarischen Synthpop-Acts, APSÜRDE ist. Die neue CD-Maxi “See Me Coming” der dreiköpfigen Band erscheint bei ScentAir Records – zum ersten Mal als physischer Tonträger. Die darauf zu findenden Tracks sind natürlich auch als Download erreichbar.

APSÜRDE See Me Coming (Original Album Version)

Akos hat mir am Telefon erzählt, dass sie schon den Auftrag für ein ganzes APSÜRDE-Album erhalten haben, das im Frühling 2018 erscheinen sollte. Was den Stil von APSÜRDE anbelangt, er ist ganz eindeutig von der frühen Depeche Mode geprägt und die Jungs wollen diesen, seit den 90er Jahren eher beiseitegelegten Sound von ihrer Lieblingsband ein bisschen weiterdenken, damit experimentieren.

www.facebook.com/apsurde/

www.apsur.de

Wie Ihr seht, Ungarn bietet weit mehr als nur Gulasch, Tscharda, Palinka und Balaton-Urlaub für die offenen Augen und Ohren. Hoffentlich werden diese englischsingenden Elektropop-Musiker aus Ungarn auch international Namen verschaffen. Der erste Schritt ist mit diesem  Appetitmacher-Artikel getan, alles Weitere hängt von Euch Lesern ab.

 

 

Letzte Aktualisierung: 14.1.2018 (c)

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Kommentare

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  1. 14.1.2018 - 21:54 Uhr
    3

    Schöner Beitrag, die Band APSÜRDE habe ich selber erst vor ca. einer Woche auf Youtube endeckt, gebt mal auf Youtube noch folgende Songs der Band ein:

    APSÜRDE – Under the Moon
    APSÜRDE – SAVEyou
    APSÜRDE – Endless Race

    Sie verdienen sicher nicht einen Innovationspreis was einen eigenen Musikstil angeht, aber sie machen genau die Musik warum ich einst Depeche Mode Fan geworden bin und warum mich die letzten Werke vom Original, also Depeche Mode von SOTU bis Spirit langweilen und kalt lassen.

    Hier gibt es noch Electro pur, knackige Drumsounds, schöne Melodien die sofort ins Ohr gehen ohne das man sich die Songs erst 20-30 mal schön hören muss, und das ganze ohne kratzige Gitarren, ohne nervige billig klingende fiepende, piepsende Sounds aus sündteuren Analog-Modularsynthesizern oder Blues und Soul(Savers)-Gedöns plus einen immer affektierter singenden Gahan.

    Das Album von Apsürde ist so gut wie gekauft so bald es erhältlich ist, während Spirit schon längst vergessen im Regal verstaubt. 😁

  2. testcase
    14.1.2018 - 19:09 Uhr
    2

    Was’n super Beitrag!
    Danke liebes depechemode.de-Team!!

  3. t2dM
    14.1.2018 - 14:48 Uhr
    1

    sehr gut

    also bei APSÜRDE bekomme ich fast ein paralleluniversum präsentiert: depeche mode aus 84-87 mit der optik der frühen 90ier und einem verschollenen b-side sound. kurios! die haben am ehesten dieses gesamtpaket, wenn sie dM schon als quelle der inspiration nutzten. insgesamt HUT AB. TOLLES Video!