Review: Roosevelt – Young Romance

Warum Marius Lauber sein zweites Album als Roosevelt wohl zum Herbstbeginn veröffentlicht hat? Vielleicht, um den Sonnensommer 2018 noch um ein paar Wochen zu verlängern (ist ihm gelungen)? Perfekteren (elektronischen) Sommerpop findet man in diesem Jahr jedenfalls nirgendwo.

Okay, diese Sommerassoziationen hatten wir schon vor reichlich zwei Jahren bei „Roosevelt“, diesem feinen Debüt voller leichtfüßig-eingängiger Popsongs. Aber sie springen einem ja auch entgegen. Auf „Young Romance“ nun fast noch mehr, denn Lauber hat den Schmelzfaktor gefühlt noch um ein paar Stufen erhöht, ohne je auch nur in die Nähe des Kitsches zu geraten. Was schon eine Kunst für sich ist.

Roosevelt – Shadows (Official Video)

Das Dauersonnenwetter von Kalifornien mag auch Einfluss genommen haben. Dort hat Lauber nämlich – wieder mit Produzent Chris Coady – die Platte aufgenommen. Klangliche Ländergrenzen kennt dieser Sound ohnehin nicht, was sicherlich auch dazu führt, dass Roosevelt bereits Fans aus verschiedenen Ecken der Welt gesammelt hat (siehe Tourdaten). Da schimmern selbstverständlich wieder die 80er durch, von New Wave bis zu New Romantics, aber auch des Künstlers Liebe zu Westcoast Pop und natürlich zu modernen Soundstrukturen, im Club und anderswo.

Dabei, das muss man vielleicht zugeben, rutscht einem das Album womöglich anfangs als fast schon zu gefällig durch die Gehörgänge. Es gibt Ähnlichkeiten in den Songs, das Euphorielevel ist annähernd gleichbleibend hoch, vielleicht könnte man da beim nächsten Mal auch den einen oder anderen dunkleren Kontrapunkt setzen. Aber das ist Kritisieren und Rosinenpicken auf hohem Niveau.

Roosevelt – Illusions (Official Audio)

Denn machen wir uns nichts vor, hier reiht sich eine Perle und potentielle Single an die nächste. Vom dynamisch ins Album groovenden und in knapp unter drei Minuten alles auf den Punkt bringenden Auftakt mit „Take Me Back“ an. Favoriten kann und wird sich jeder selber picken, mancher mag den cheesy Strahlepop von „Under The Sun“, dieser die Melodieseligkeit von „Yr Love“, jener die Drumsounds von „Illusion“ – und da sind wir erst bei Song Nummer Vier von Zwölf.

Und das geht haltlos so weiter: das majestätische „Losing Touch“, das sanfte „Better Days“, das immer besser werdende „Shadows“, das durch einen Gastauftritt von Washed Out veredelte „Forgive“, das extrem coole Finale „Getaway“ (der Rezensent hätte hiervon gern mehr!). Durchweg stark – sucht es euch aus!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Roosevelt live:
22.10. Uebel & Gefaehrlich – Hamburg
23.10. Live Music Hall – Köln
24.10. Astra – Berlin
25.10. Muffathalle – München
27.10. Flex – Wien
28.10. Mascotte Club – Zürich
30.10. Mailand, IT
31.10. Mestre, IT
02.11. Aimens, FR
03.11. Bordeaux, FR
04.11. Brüssel, BE
06.11. Paris, FR
08.11. London, UK
09.11. Manchester, UK
16.11. Madrid, ES
17.11. Barcelona, ES
21.11. Nijmengen, NL
22.11. Amsterdam, NL
04.12. Brooklyn, NY, US
05.12. Philadelphia, PA, US
06.12. Washington, DC, US
07.12. Boston, MA, US
09.12. Montreal, CA
10.12. Toronto, CA
12.12. Chicago, IL, US
14.12. Los Angeles, CA, US
15.12. Santa Ana, CA, US
16.12. San Diego, CA, US
18.12. San Francisco, CA, US
20.12. Portland, OR, US
21.12. Seattle, WA, US

Roosevelt – Under The Sun (Official Video)

www.iamroosevelt.com
www.facebook.com/iamroosevelt

Letzte Aktualisierung: 23.10.2018 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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