Home > Magazin > Reviews > Review: Riki – Gold

Review: Riki – Gold

Anfang 2020 erfreute uns das Debütalbum von Riki. New Wave der eingängigsten Sorte. Auf zwei Songs sogar in lustigem Deutsch. Letzteres gibt’s auf dem Nachfolger zwar leider nicht nochmal, aber ansonsten ist „Gold“ absolut goldig.

Niff Nawor lässt sich mittlerweile vom eigenen Label (den wunderbaren Dais Records, bei denen man so manche Entdeckung machen kann) als New Romantic Ikone der Westküste bezeichnen. Bei denen in Kalifornien scheint echt zu viel Sonne. Dass man nicht alles zu bierernst betrachten sollte, wird schnell klar, wenn man das Video zur Vorabsingle „Marigold“ sieht (inklusive der Bezeichnung „Choir Boy“ für den Backgroundsänger, aber halt, die Band gibt’s auf dem Label tatsächlich auch, gleich mal auschecken …).

Riki - "Marigold" (Official Video)

Lust auf mehr davon? Kein Problem, „Gold“ ist auf allen neun Songs in (leider) wieder mal sehr schnell vergehenden 35 Minuten hörenswert. Gleich „Lo“ öffnet zu Beginn, umgeben von 80er-typischen E-Drums, mit einem umwerfenden Refrain alle Herzen. Mit den tempogedrosselten „Oil & Metal“ und „It’s No Secret“ stellt man fest, dass die meisten Stücke sich eher auf Atmosphäre denn auf Tanzflächentauglichkeit konzentrieren.

Auch „Sonar“ bleibt trotz dynamischer Synthiesounds im Midtempo, und in „Last Summer“ dürfen auch mal post-punkige Gitarren mitmischen. „Viktor“ ist Viktor Zoi gewidmet, dem sowjetischen Musiker, Dichter und Schauspieler sowie Frontmann der Band Kino. Sehr empfehlenswert hierzu der Film „Leto“ aus dem Jahr 2018. Läuft bestimmt mal auf dem Kultursender Ihrer Wahl.

Und während es nicht deutschsprachig wird, gibt es immerhin die spanische Sprache zu hören – auf „Porque Te Vas“, im Original 1974 ein Nr.-1-Hit (ja, auch in Deutschland) von Jeanette. Zum großen Finale wird für „Florence & Selena“ dann alles aufgefahren: Große Popmelodie, käsiges Saxofon, schwülstiges Video – perfekt. Auf zur Zeitreise!

Depechemode.de-Wertung:
★★★★★ (4/5)

„Riki – Gold“ bestellen:

Riki - "Florence & Selena" (Official Video)

https://riki.bandcamp.com/

www.daisrecords.com/collections/riki

Themen: Schlagwörter
Thomas Bästlein

Thomas Bästlein schreibt (früher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

2 Kommentare

Wir freuen uns über Deinen Kommentar. Bitte beachte unsere Nutzungsregeln.
  1. Interessante Melange

    Klar hat man das alles schon irgendwie gehört, aber in dieser Konstellation klingt das schon recht interessant und macht Lust auf mehr. Riki nimmt großzügig klangliche/musikalische Anleihen: Die Tonspur(en) sind mit reichlich Hall hinterlegt, die Art und Weise zu singen ist irgendwie zwischen Claudia Brücken (Propaganda), dem One Hit-Wonder Desireless (‚Voyage voyage…‘) und dazu eine Prise Kate Bush (an die Riki aber stimmlich nicht rankommt). Alles recht ‚airy‘. Der kompromisslose Einsatz der Drum Machines erinnert etwas an den Synth-Rumänen der 80er-Herzen, Michael Cretu. – Tja, und dann kommt noch das Jeanette-Cover gehaucht daher. Bei ‚Florence & Selena‘ hätte ich nach den Bläsern eigentlich fast schon erwartet, dass Tony Hadley (Spandau Ballet) zu singen beginnt. In der Summe eine nette und interessante Melange mit 80er Retro-Feeling in vielen Facetten.

  2. DanielBu@gmx.de

    Ein geniales Album, viel 80er-Vibe, viel Tanzbares, tolle Stimme und stark arrangierte Songs. Aus meiner Sicht: 5/5, toller Start ins neue Jahr.

Kommentare sind geschlossen.