Review: Maya Jane Coles – Take Flight

So mancher hier wird sie im Sommer als Support von Depeche Mode oder kürzlich als Remixerin (von „Going Backwards“) kennengelernt haben. Wir haben sie aber durchaus schon länger auf dem Schirm und empfahlen bereits ihr feines Debütalbum „Comfort“. Nun hat Maya Jane Coles mit einem vollgepackten Doppelalbum nachgelegt.

Die Britin hat in den letzten Jahren in der elektronischen Szene sowohl unter ihrem eigenen Namen als auch mit ihrem (noch etwas clubbigeren) Alter Ego Nocturnal Sunshine viele Anhänger gesammelt. Zwischen House, Dubstep, (Dub-)Techno, Trip Hop, diverse Bassmusiken und auch Electropop (um mal einige der tangierten Stilrichtungen zu nennen) bewegt sie sich mühelos und äußerst elegant.

Für „Take Flight“ hat Coles nun keine so illustre Gästeliste wie bei „Comfort“ (u.a. Tricky, Karin Park, Miss Kittin) dazu gebeten, nur noch gelegentlich erklingen andere Stimmen, Chelou auf dem trippigen „Darkside“, Wendy Rae Fowler auf zwei Tracks – darunter das wunderschöne „Misty Morning“ – sowie der Sopran von Rachel Butt (GAPS) auf dem die Seele äh, wärmenden „Keep Me Warm“.

Trotzdem hört man auf vielen der 24 Tracks Gesang, nur kommt er meistens von Miss Coles selbst, und die kann das eben auch. Außerdem streckt sie ihre Fühler während der knapp zwei Stunden Spieldauer geduldig in alle möglichen Richtungen der elektronischen Klangforschung aus, wobei die erste Hälfte sicherlich die poppigere, die zweite hingegen die technoidere ist.

Wie man der bisherigen Beschreibung sicher bereits entnehmen konnte, ragt das weit über einzelne Genregrenzen hinaus, erliegt aber weder der Gefahr der Beliebigkeit noch des Overkills (und der Eintönigkeit sowieso nicht). Alles passt zusammen, trotzdem lassen sich natürlich Highlights herauspicken. Allen voran die hypnotische Single „Weak“.

Maya Jane Coles – Weak (Official Video)

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Aber auch der eingängige Titeltrack, das dem guten alten Trip Hop huldigende „Blackout“ oder „Let You Go“, das hypnotische Finale von Hälfte Eins, sind allerfeinst. Oder eben in der zweiten Halbzeit die flotten Feger von „On My Day“, über „Cherry Bomb“ und „Chasing Sunshine“ bis hin zum mit einem schicken Basslauf verzierten Abschluss „Starlight“. Leute, hier gibt es sehr viel gute Musik fürs Geld!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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Letzte Aktualisierung: 4.11.2017 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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