Review: Léonie Pernet – Crave

Mit Dunkel-Wave-Synthiepop kann man uns ja immer begeistern. Und davon bietet diese junge Französin auf ihrem Debütalbum eine ganze Menge. Aber das ist längst nicht alles.

Léonie Pernet singt, komponiert (auch für Soundtracks), arrangiert, produziert, spielt Klavier und Schlagzeug (auch für andere Künstler wie Yuksek) und hat nun mit 28 Jahren außerdem endlich ihr Debütalbum veröffentlicht. Vier Jahre nach dem ersten musikalischen Lebenszeichen mit „Two Of Us“:

LEONIE PERNET. Two of us

Danach steckte sie all ihr Herzblut in die Erschaffung von „Crave“, wobei der Sound wohl zusehends dunkler (und elektronischer) wurde, wie auch die das Album eröffnende Single „African Melancholia“, aus der Sicht afrikanischer Migranten erzählt, die es leider auch in Frankreich nicht eben einfach haben.

Léonie Pernet - African Melancholia (Official Video)

Deprimierende Nachbemerkung zum Video: Der Darsteller Mohammed Mostafa, ein junger sudanesischer Flüchtling, wurde mittlerweile abgeschoben. Doch zurück zur Musik. Muss ja weitergehen, immer, irgendwie. Die wird gleich schlagartig poppiger, wenn der „Butterfly“ seine bunten Flügel aufspannt. Sehr tanzbar, hier optisch angemessen umgesetzt:

Léonie Pernet - Butterfly (Official Video)

An diesen drei Beispielen lässt sich die Vielseitigkeit der Musik bereits gut erkennen. Doch das Album hat noch deutlich mehr Facetten. Während Stücke wie das voller kühler Sounds steckende „Father“ die elektronische Seite der Künstlerin zeigen, rührt durch „Rotten Tree“ eine Gitarre, der Titelsong schlägt eine Brücke zwischen Dreampop und, ja, Klassik, „Auaati“ und „Rose“ binden orientalische Elemente ein, eher instrumental gehaltene Tracks wie „Nancy“ und „Last Track“ zeigen Pernets Können an Klavier und Percussions.

Ein vielschichtiges, faszinierendes und selbstverständlich rundum empfehlenswertes Debüt! Demnächst in Frankreich auf Tour mit der tollen Jeanne Added (und hoffentlich bald auch bei uns).

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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Letzte Aktualisierung: 11.10.2018 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Leonie
    12.10.2018 - 20:49 Uhr
    2

    Für mich das Album des Jahres… erst einigeSchnippsel auf Itunes gehört.. naja, geht so… dann ganzes Album auf youtube gehört… totale Begeisterung… und sofort auf itunes gekauft…. jetzt höre ich das Album pausenlos… es gibt kein Stück, das ich nicht mag…. ich hoffe, es gibt sehr bald Nachschub…
    Wertung: 10 / 10

  2. emvau
    12.10.2018 - 20:36 Uhr
    1

    Toll!

    Anlässlich dieser wirklich runden Scheibe :) möchte ich mangels Forum mal hier melden, dass eure Reviews nach wie vor sehr interessiert werden.