Review: Christine And The Queens – Chris

Ein Megastar im heimatlichen Frankreich, ein großer Name auch in Großbritannien (und noch ein paar Ländern), ein Debüt, das sich siebenstellig verkauft hat – wenn Deutschland nicht wenigstens mit diesem tollen zweiten Album aufholt, haben wir wieder mal den Trend verpennt.

Huch, Ähnliches hatten wir uns ja schon Anfang 2015 in unserer Besprechung zu Héloïse Letissiers Debüt „Chaleur Humaine“ gewünscht. „Electropop, moderner R’n’B, französische Chansonkunst und mehr“ – ja, auch an der Beschreibung der Musik ist immer noch etwas dran. Wobei der Chanson mittlerweile eher in den Hintergrund getreten ist, dafür lässt sich das „mehr“ mit mehr späten 80ern und frühen 90ern, mehr Funk, mehr Selbstbewusstsein und Mut zum Einsturz sämtlicher Geschlechtergrenzen, vor allem jedoch mit mehr, ja viel mehr Pop füllen.

Christine and the Queens - Girlfriend (feat. Dâm-Funk) [Official Music Video]

Und dieses Album groovt einfach wie Sau. Die Frau kann nicht nur tanzen wie einst Michael Jackson, sie hat auch von seinem musikalischen Stil genascht – und Prince gab es zum Nachtisch. Wie schon bei der ersten Single „Girlfriend“ zu erkennen ist, dem einzigen Song von „Chris“ übrigens, bei dem mit Funk-Pionier Dâm-Funk ein externer Gast mitwirkt.

Alles andere, Musik, Texte, Produktion ist Héloïse/Christine/Chris pur. Natürlich auch, was die stets grandiosen Tanzchoreographien bei den Konzerten und in den Videos betrifft. Wie zum Beispiel: hier, zur mit coolem Bass aufwartenden zweiten Single „Doesn’t Matter“:

Christine and the Queens - Doesn't Matter (Official Music Video)

Das Album ist übrigens wieder in zwei Sprachversionen verfügbar, die Doppel-CD- bzw. Deluxe-Vinyl-Variante enthalten beide Fassungen: Die englische und die französische (die sich in einem bzw. zwei Songs unterscheiden). Funktionieren natürlich beide prächtig, vom mit knalligen Synthies auftrumpfenden ersten Stück („Comme Si“) an, über das entspannte „The Walker“ bzw „Le Marcheuse“ …

Christine and the Queens - La marcheuse (Clip officiel)

… weiter über das gefühlvolle „5 Dollars“, den heimlichen zentralen Höhepunkt „Goya Soda“ mit seinem herrlichen Synthesizereinsatz auf das intensiv durch den Nebel watende „What’s Her Face“ zu. Beeindruckende Künstlerin!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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Christine and the Queens - 5 dollars (Official Music Video)

Letzte Aktualisierung: 16.10.2018 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Mater Suspiria
    18.10.2018 - 10:36 Uhr
    1

    Den Trend verpenne ich gerne.