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Querbeats – Roundup Mai 2021

Frohes Neues zusammen! Bevor wir uns hochmotiviert mit der Musik des Jahres 2022 beschäftigen, wollen wir noch unsere Rückblicke aufs Vorjahr abschließen. Dazu bekommt ihr jetzt jeden Tag Lesestoff. Auf geht’s! Mai ’21 hatte vielleicht keine rauen Mengen an Neuveröffentlichungen zu bieten. Aber dafür einige besonders hochwertige. Mit Sunroof, Solomun, Lea Porcelain, Gary Numan, Vivii, Brodka und GusGus.


Zu Sunroof, dem gemeinsamen Projekt der Mute-Legenden Daniel Miller und Gareth Jones, und ihren „Electronic Music Improvisations Vol. 1“ haben wir hier ein Interview mit den beiden Herren geführt.


Solomun behauptet freundlich: „Nobody Is Not Loved“. Und weil er das so freundlich ausspricht, kommen sie alle: Anne Clark, Zoot Woman, Jamie Foxx (ja, der!), Isolation Berlin, Ätna und mehr. Eine beeindruckende, vielseitige Gästeliste. Trotzdem klingt alles wie aus einem Guss, was dem Albumzusammenhalt gut tut. Was die Beats angeht, ähneln sich manche schon zu sehr, da hätte hier und da etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Trotzdem eine schön fluffige Platte zwischen Club und After Hour.


Ein so umwerfendes Debüt wie „Hymns To The Night“ kann man kaum wiederholen. Also haben Lea Porcelain das auch gar nicht versucht, sondern sich auf „Choirs To Heaven“ an einem leicht veränderten Sound versucht. Der gar nicht so leicht zu greifen ist. Mal ist der gute, alte Post-Punk doch nicht so weit weg (Sorry, Julien und Markus!), an anderen Stellen sind die Stücke verwaschen bis sperrig und wollen in mehreren Hördurchgängen entdeckt werden. Manchmal zielen die beiden aber auch mit weltumarmenden Melodien ganz direkt auf das Herz des Hörers. Fest steht: Die Funkhausbewohner bleiben eine der spannendsten „neuen“ Bands der letzten Jahre.


Böse Zungen sagen ja: Kennste eines der Alben von Gary Numan seit Mitte der 90er, kennste alle. Ja gut, das kann auch „Intruder“ nicht so ganz entkräften, zumal die Vorgänger „Splinter (Songs From A Broken Mind)“ und „Savage (Songs From A Broken World)“ eine Spur stärker waren. Dramatischer, sich steigernder Songaufbau, Industrialsounds wie bei den artverwandten Nine Inch Nails (und auch ein bisschen IAMX), leidender Gary, düstere Weltuntergangsthemen – fertig. Aaaber: Er macht das so gut wie niemand sonst. Und die gelegentliche Dosis Apokalypse genießen wir doch auch, oder?


Mit Dreampop bekommt man uns ja immer wieder. Mit welchem aus Schweden erst recht. Da konnten Vivii gar nicht viel falsch machen. Aus Zeitgründen haben sie ihr zweites Album immer „Mondays“ aufgenommen. Na solche verträumten Montage hätten wir auch gerne. Unsereins hat da oft eher den Blue(s). Vielleicht sollte man die Woche einfach häufiger mit so sanft gezupften Gitarren, leicht darüberhauchenden Stimmen und freundlich klingenden Synthiesounds anfangen.


Monika Brodka hat damals (im Jahre 2004) mit 16 Jahren die dritte Staffel von „Idol“, dem polnischen DSDS, gewonnen. Könnt ihr euch vorstellen, dass irgendein deutscher DSDS-Gewinner irgendwann richtig feinen Electropop veröffentlicht? Da sei Dieter B. vor! Brodka gelingt das jedoch, und „Brut“ ist immerhin bereits ihr insgesamt fünftes Album (das zweite in englischer Sprache). Ein vielseitiges und diverse Spielarten der modernen Popmusik durchspielendes Werk.


Unsere Lieblingsisländer (vor Björk und Fire Saga – Wahlisländer wie Damon Albarn und John Grant, der hier übrigens auf einem Stück gastiert, nicht mitgerechnet) sind ja GusGus. Die liefern – egal, wie ihre aktuelle Bandbesetzung gerade aussieht – konstant gutes Material ab. So auch auf „Mobile Home“, das in zeitgemäßer Kürze durch seine neun tanzbaren Tracks rauscht und danach vom süchtigen Tanzfuß sofort auf Replay gestellt wird. Mit „Higher“ (feat. Vök) gelingt ihnen außerdem ein echter Megahit(kandidat).


„Gary Numan – Intruder“ oder andere dieser Alben bestellen:

Thomas Bästlein

Thomas Bästlein schreibt (früher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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