
Dan Black – ((un))

Zum Glück ist der Elektropop von Dan Black relativ zeitlos. Der junge Mann, der zahlreiche Instrumente spielt, auch als Produzent tätig ist und dieses Album somit nahezu komplett im Alleingang aufgenommen hat, war zwar früher mal Frontmann von The Servant, also eher einer Rockband, aber davon ist nichts mehr zu spüren. Mit seiner weichen Stimme singt er über eingängige Songs, die er mit reichlich elektronischen Sounds bestückt hat.
Da sind dann einige richtige Höhepunkte darunter, wie der Ohrwurm „Symphonies“ oder die Synthiehymne „U + Me =“ und das starke „Wonder“. Es gibt Gefühlvolless wie die Ballade „Cocoon“ und Tanzbares („Yours“, „Pump My Pumps“) und, ja, ein paar Songs sind auch ein bisschen belanglos oder zu glatt gebügelt, so dass es nicht ganz zum großen Wurf reicht. Aber die Trefferquote ist immerhin ordentlich.
Dave.I.D – Response

Somit können wir hier Namen wie Einstürzende Neubauten, Gary Numan (der spätere) oder These New Puritans fallen lassen (der Künstler selbst nennt die Liars und Scott Walker). Der Dave schichtet Synthesizer-Sounds in Loops unter-, neben- oder übereinander, bis eine mächtige Elektroniklawine den Hörer fast überrollt. Zugleich ist da aber auch immer eine Melodie versteckt, die den Track wiedererkennbar macht.
Gleich die ersten Stücke – das Fast-Industrial-Geschepper „When Everything Is In Its Place“ und das mit einem Harpsichord überraschende „SumR“ – sind echte Hinhörer. Mit „Oil“ gibt es sogar einen richtigen 80er-Pop-Song, danach steigt man aber gleich wieder in den flackernden Stroboskop-Keller hinab und wabert bedrohlich herum. Um allerdings ganz am Ende mit dem hymnischen „Mine“ noch ein richtiges Ausrufezeichen zu setzen.
Dave.I.D zeigt auf „Response“ großes Talent, sowohl als Soundtüftler als auch als Songwriter. Den sollte man im Auge behalten!
Antonionian – Comedians

Und dieses Debüt ist ein angenehm unaufdringliches, streckenweise recht verträumtes Elektronikalbum geworden. Von markanten Percussions gestützt (kein Wunder, Drums spielt Dalrymple seit frühester Kindheit), bauen sich die Soundschichten allmählich auf, mal mit akustischen Elementen wie einer Gitarre, mal pur maschinengesteuert.
Das bleibt nicht in jedem Fall unmittelbar hängen, biedert sich aber eben auch in keinem Moment an und hat mit den zwei Parts von „The Desert“ (erst zurückhaltend, dann druckvoll knarzend), dem spannenden „The Ride“ und insbesondere der Single „Into The Night“ dann doch einige Höhepunkte.
(Addison)
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