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Warum Garbage zur Depeche Mode-Welt gehören

Pop als Widerstand: Garbage live

/ 7 Kommentare

Auf ihrer aktuellen Europa-Tournee könnt ihr Garbage auch im deutschsprachigen Raum live erleben: am 8. Juni in Wien, am 11. Juni in Hamburg sowie am 27. Juni in Mainz.

Diese Termine unterstreichen, dass Shirley Manson und ihre Band nicht nur nostalgische Ikonen der 90er sind, sondern auch heute noch ein relevantes, politisch aufgeladenes Live-Erlebnis bieten.

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Kaum eine andere Band außerhalb des direkten Depeche Mode-Kosmos wird von DM-Fans so selbstverständlich mitgedacht wie Garbage. Das liegt nicht nur an stilistischen Überschneidungen oder gegenseitigem Respekt, sondern auch an ganz konkreten musikalischen Gesten: Garbage covern „Personal Jesus“ regelmäßig live – oft in einer eigenständigen Version, die sie mit ihrem eigenen Song „Wicked Ways“ verweben.

Diese Mash-ups sind mehr als bloße Hommagen. Sie schlagen eine Brücke zwischen dem ikonischen Erbe von Depeche Mode und Shirley Mansons unverkennbarer, politisch wacher Haltung – und machen deutlich, warum Garbage für viele als Ehrenmitglieder der erweiterten DM-Welt gelten.

Als Garbage im Sommer 1995 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten, war Shirley Manson eine der coolsten und kompromisslosesten Stimmen im Pop- und Alternative-Rock. Von den fünf Singles wurden vier zu sofortigen Klassikern: „Only Happy When It Rains“, „Queer“, „Stupid Girl“ und „Milk“. 1996 gewann die Band bei den MTV Video Music Awards den Preis als Best Breakthrough Act – ein Moment, der vielen bis heute im Gedächtnis geblieben ist, nicht zuletzt wegen Mansons souveräner, unangepasster Präsenz.

Die Verbindung zur Depeche Mode-Welt wurde auch hinter den Kulissen enger: Butch Vig, Produzent von Garbage, remixte 1994 Depeche Modes „In Your Room“ und schuf mit dem legendären Zephyr Mix eine radikal neue Version des Songs – inklusive Gitarrenarbeit von Duke Erikson, die nicht zufällig an Garbages „Queer“ erinnert. Umgekehrt revanchierte sich Martin Gore 1995 mit einem Remix für Garbage. Ein musikalischer Dialog, der bis heute nachhallt.

Das Debütalbum schaffte es später auch auf Pitchforks Liste der 150 besten Alben der 1990er-Jahre. 1998 folgte „Version 2.0“, das Manson einmal als „direkter und persönlicher“ als den Erstling beschrieb. Songs wie „Push It“ und „I Think I’m Paranoid“ dominierten Charts und Kritikerlisten gleichermaßen. Dann kam der große Bond-Moment: „The World Is Not Enough“ (1999). Unabhängig davon, wie man zu James Bond-Filmen steht – dieser Song bleibt ein Gänsehautmoment und markierte einen weiteren Meilenstein in Garbages Karriere.

In der Post-Bond-Ära veröffentlichten Garbage 2001 das erfolgreiche Album „Beautiful Garbage“, bevor sie nach der „Bleed Like Me“-Tour – aus Erschöpfung – eine längere Pause einlegten. Shirley Manson widmete sich zwischenzeitlich der Schauspielerei und eigenen Projekten, doch 2010 kehrte die Band zurück. Seitdem haben Garbage mehrere Alben veröffentlicht, zuletzt „Let All That We Imagine Be the Light“ (2025), und bewiesen damit eindrucksvoll, dass ihre Relevanz weit über einen einzelnen Bond-Song hinausgeht.

Live sind Garbage heute politischer denn je. Wenn sie „Personal Jesus“ anstimmen und den Song in „Wicked Ways“ überführen, entsteht ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart: zwischen religiöser Symbolik, gesellschaftlicher Entfremdung und einem trotzig formulierten Hoffnungsgedanken. Shirley Manson nutzt diese Momente, um klar Stellung zu beziehen – gegen politische Gleichgültigkeit, gegen wachsende Intoleranz und für eine radikale Form von Optimismus.

In Interviews, etwa mit dem Rolling Stone, sprach Manson offen über ihre Sorgen angesichts der Klimakrise und der politischen Entwicklungen in den USA. Gleichzeitig betont sie immer wieder ihren Glauben an die Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung. Auch wenn eine der jüngsten Singles provokant „There’s No Future In Optimism“ heißt, ist die dahinterstehende Haltung eine andere: Optimismus wird bei Garbage nicht als naive Hoffnung verstanden, sondern als notwendiger Akt des Widerstands.

Diese Haltung tragen Shirley Manson, Duke Erikson, Steve Marker und Butch Vig im Juni auch nach Österreich und Deutschland: am 8. Juni nach Wien, am 11. Juni nach Hamburg und am 27. Juni nach Mainz.
Konzerte, die nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich ein Statement setzen. Auftritte, bei denen Klassiker, politische Gegenwart und persönliche Haltung untrennbar miteinander verschmelzen.

Gerade deshalb fühlen sich viele Depeche-Mode-Fans bei Garbage zu Hause: weil beide Bands Popmusik nie nur als Unterhaltung verstanden haben, sondern als emotionales und gesellschaftliches Ausdrucksmittel. Von „Personal Jesus“ bis politischer Hoffnung – Garbage gehören zur DM-Welt.

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7 Kommentare

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  1. „The Trick Is To Keep Breathing“ lief damals oft. Das erste und zweite Album ist klasse

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  2. krass...

    ich kenne mehr von denen als ich dachte…..hatte die gar nich direkt auf dem Radar, aber genau meine Musik in den 90ern….Wahnsinn….wahrscheinlich im Umfeld / Auf den Samplern damals immer wieder dabei gewesen…gerade so Nummern wie Stupid Girl…..Knaller

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  3. DIE Überraschung 2025

    Das Album „Let All That We Imagine Be The Light“ war für mich DIE Überraschung 2025. Etwas aus den Augen verloren, doch nie vergessen, konnten mich Garbage mit diesem Werk begeistern. Ich hoffe, sie spielen auf dieser Tour viele Lieder daraus!

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