Martin Gore: „Meine Lieder handeln von der Suche nach Unschuld“

Bisher veröffentlichte Auszüge:
Martins Piano-Sessions – mehr als nur beschwipste Mini-Gigs
“Das Berlin der Achtzigerjahre war das Berlin Martin Gores”

Music For The Masses

Es gibt viele wiederkehrende Themen in meinen Songs«, sagte Gore 1987 der Zeitschrift Sounds. „Zwei Dinge, die immer wieder in meinen Liedern auftauchen, sind Desillusionierung und fehlende Zufriedenheit. Viele Lieder handeln zudem von der Suche nach Unschuld.“

Er entwickelte zunehmend ein nostalgisches Gefühl für die Teenager-Jahre. „Ich habe die Theorie, dass der Grad der Desillusionierung mit dem Alter steigt. Unsere glücklichsten Tage erleben wir als Teenager. Wenn man älter wird und mehr lernt, sind alle Ecken und Kanten irgendwann abgeschliffen.“

Gores Lebensphilosophie zu dieser Zeit war es, sich die Ecken und Kanten zurückzuerobern. Sein lautes Lachen und die albernen Scherze; seine Entkleidungszeremonien und der zuweilen hemmungslose Umgang mit Alkohol; das Verlangen, Orte zu finden, an denen er sich unbelastet fühlte – all dies waren Versuche, sich nicht dem Mainstream eines Erwachsenenlebens fügen zu müssen, bei dem an jeder Ecke Schuldgefühle warteten. Auch deshalb konnte er es nicht lange in London aushalten.

„Für mich ist die Suche nach Unschuld der einzige Weg, um zu überleben. Ich weiß, dass viele Leute meine Lieder depressiv finden. Für mich sind sie das Gegenteil davon. Sie sind voller Hoffnung“, sagte Gore dem Magazin Best. Und er war guter Hoffnung, dass immer mehr Leute – wenn auch nicht die Journalisten – dies auch erkennen, denn: „Wenn du einen guten Song schreibst, erzählst du den Leuten nichts Neues. Du versuchst nur, Gefühle aufzuschreiben, die deine Hörer kennen und mit denen sie hoffentlich einverstanden sind.“

Dass seine Songs zumeist einen pessimistischen Twist besitzen und die sonnige Sicht auf die Dinge meiden, begründete er in einem finnischen TV-Interview 1987 so: „Ich finde es viel interessanter, über unerfreuliche Dinge zu schreiben. Diese Dinge geben mir mehr Inspiration – in den Charts gibt es schon genug Nettigkeiten“ …..

Letzte Aktualisierung: 12.9.2010 (c)

 Sven Plaggemeier
Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er als Redaktionsleiter eines Stadtportals. Du kannst Sven bei Facebook, Xing und LinkedIn treffen.

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Kommentare

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  1. fpmip
    15.9.2010 - 9:41 Uhr
    25

    @galdost

    ohne Scheiss: mein erster Gedanke war ‚Oberkorn‘. War aber zu unsicher, es einfach rauszuposaunen. Aber ich meinte ‚the great outdoors‘. Naja, sind halt nicht alle Songs von dM bis ins letzte Detail präsent. Es sind ja auch so viele inzwischen… :)

    Danke für den Hinweis!

  2. Karl Dall
    15.9.2010 - 8:59 Uhr
    24

    bisher hat mir alles, was ich aus dem buch gelesen habe, super gefallen. kann es kaum erwarten. nächsten montag ist es soweit!!

  3. DepechedDanny
    14.9.2010 - 22:07 Uhr
    23

    Die Bio will ich jetzt auch haben!!!
    Mart ist der genialste Songwriter auf der ganzen Welt und der Sänger mit der gefühlvollsten Stimme, die ich je gehört habe, grad bei Somebody und Home. Mit Mart gehe ich gerne zürück in die 80er/Teenie-Erinnerungen… uns trennen ja nur 13 Jahre :)

  4. galdost
    14.9.2010 - 21:19 Uhr
    22

    @fpmip
    — the great outdoors—-

  5. schuelbe
    14.9.2010 - 20:47 Uhr
    21

    Und noch eine Bestätigung das Buch kaufen zu müssen bzw.bestellt zu haben!!!