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Live-Review: Mesh auf der Bühne in Nürnberg

Von Michael Horling Das Geheimnis ist gelüftet: Mark Hockings trug früher tatsächlich mal keine Mütze. Jedenfalls scheinen das die eingeblendeten Jugendbilder auf der Leinwand zu beweisen. Alleine deshalb schon war der Besuch der aktuellen Mesh-Tour einen Besuch wert. Auf der Bühne freilich gab sich Frontmann Mark wie immer keine Blöße. „Ohne Mütze geh´n wir nicht ins Bett“ sangen hinterher die Fans, um sich so mehrere Zugaben zu erbetteln. Nein, im Ernst: Auch wenn am Hirsch in Nürnberg diesen Montagabend der halbwegs geschaffte Durchbruch der Briten aus Bristol mit guter Chartplatzierung für das aktuelle Album „Looking Skyward“ angesicht der vielleicht 150 Besucher noch weitestgehend vorüberging: Die beinharten fränkischen Anhänger, viele von ihnen schon in dne 40ern, kamen, sahen und hörten nahezu alle Titel der neuen CD. Doch los ging´s zunächst mit Empathy Test und Aesthetic Perfection. Wohl dem, der sich zwei so angenehme, ambitionierte und talentierte Vorbands leisten kann und will. Die jeweils 20 bis 30 Minuten vergingen so im Fluge, es gab mehr als nur braven Applaus für die beiden Bands um die Sänger Isaac Howlett und Daniel Graves. So muss das sein! Dazu ein erstes Veldensteiner Bier – und der Synthiepop-Abend geht seinen Weg. Und dann eben Mesh: Das …

M’era Luna 2016: Hildesheim lockt 25.000 Festivalbesucher

Wenn du auf ein Festival fährst und eigentlich für eine andere Redaktion Interviews, Standarbeit und Artikel schreiben erledigen sollst und dann deine Kollegin einen Tag vorher aufgrund von Krankheit absagen muss, bist du ziemlich an der Launekotzgrenze. Nicht, dass ich nicht gerne schreiben würde und das Line-Up nicht toll gewesen wäre, aber woher soll man in diesem Fall ( wenn man den ganzen Tag anderweitig am Wuseln ist) noch Zeit für einen kompletten Bericht nehmen? Wie gut, dass es Freunde gibt, die dann zu Hilfe eilen. Neben Fotograf Frank Güthoff ( der euch eine riesige Galerie mitgebracht hat), haben sich noch Inki aus dem Camp Ozzy ( immer der Fahne nach!) und Akanoid-Schönling und Produzent Hilton Theissen dazu hinreissen lassen, ihre Eindrücke zu schildern. An dieser Stelle ein riesiges Danke an alle, denn ohne sie gäbe es wohl gar keinen oder einen stark reduzierten Bericht vom diesjährigen M’era Luna Festival. Samstag Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt der Reutlinger Elektroformation Diorama, die nach drei Jahren Pause vor Kurzem endlich ihr neues Album angekündigt hatten. Dieses wird „Zero Soldier Army“ heißen und Mitte September erschienen. Man vermutete also, zumindest ein paar der neuen Songs das erste Mal live zu ho?ren und …

Amphi 2016: Rückkehr in den Tanzbrunnen absolut gelungen

Im vergangenen Jahr gab es ja einige Diskussionen, weil das Amphi-Festival nicht wie gewohnt im Tanzbrunnen stattfand. In diesem Jahr ist das Festival heimgekehrt und seine Besucher waren mehr als erfreut über die neue (alte) Location. Neben der Hauptbühne und einer Bühne im Theater, gab es dieses Jahr auch eine Bühne auf dem Schiff. Musik direkt auf dem Wasser sozusagen. Das Wetter war kuschelig warm mit ab und zu ein paar Regentropfen, hier und da die Warteschlage zu lang aber wohl im Gesamtfazit einfach mal alles etwas entspannter als bei der Veranstaltung im Vorjahr. Was eine Mischung aus guter Musik, gutem Wetter und gewohnter Umgebung so alles ausrichten kann, ist zauberhaft, oder? Gern hätte ich dem jungen Menschen, der beim Wave Gotik Treffen-Bericht so unentspannt war, die Chance gegeben, sich an diesem Bericht zu beteiligen. Gemeldet hat er sich aber nicht und so bestehen nachfolgende Zeilen aus den Erlebnissen von mir, unserem Neuzugang Alex Licornis und denen unseres Fotografen Frank Güthoff.  (Josie Leopold) Samstag Die erste Band, die am Samstag auf dem Pflichtprogramm stand, waren Lebanon Hanover, die auf dem Wasser auftraten. Als Geheimtipp, der bei der vorherrschenden Enge auf der MS RheinEnergie dann doch nicht sooo geheim war, wurde …

25 Jahre Wave Gotik Treffen in Leipzig – Teil 1

Ja, ich gebe zu, das diesjährige Wave Gotik Treffen liegt schon eine Weile zurück. Vielleicht habt ihr schon viele Bilder gesehen und euch mit zurückgekehrten Freunden unterhalten und deren Einblicke erfahren. Vielleicht können wir meinen diesjährigen Bericht als Rückblick ansehen und nicht als Direktbericht und gehen so einen Kompromiss ein. Meine Verlangsamung bei diesem Bericht hat zum einen berufliche Gründe und ich gebe es offen zu: Es ist nicht einfach ein komplettes Festival als nur ein Schreibmensch abzudecken und allein am Bericht zu sitzen. Das soll keine Entschuldigung für meine Verzögerung sein, ist aber einer der Gründe, die dazu geführt habe, dass es eben erst jetzt Worte von mir dazu gibt. Ob man das Problem mit mehr Akkreditierungen pro Magazin lösen könnte, weiß ich nicht genau. Vermutlich führt das wohl eher zu Fotografenstau im Graben, weil die wenigsten in Laune sind sich aktiv mit Bildern „auszuhelfen“ und jeder „sein“ Magazin als das wichtigste ansieht (was ich zu einem gewissen Prozentsatz auch nachvollziehen kann). Ich stehe dem Ganzen wirklich sehr zwiegspalten gegenüber. Konnte ich mich im vergangenen Jahr noch mit zwei Kolleginnen austauschen und mir Fotos „borgen“, hatte ich in diesem Jahr das Problem weder befreundete Schreiber anwesend zu haben und …

Konzertbericht: Laibach, Christuskirche Bochum

Erinnert man sich in der Bandgeschichte von Laibach ein wenig zurück, so stößt man unweigerlich auf das erste offizielle Konzertplakat der Band aus dem Jahr 1980. Dieses zeigte nicht nur den Bandnamen, sondern auch ein verzerrtes schwarzes Kreuz, welches unübersehbar dick über dem verpönten deutschen Namen der Stadt Ljubljana prangte. Grund genug für die jugoslawischen Machthaber, das Konzert in Trbovlje zu verbieten. Natürlich haben Laibach damals „ihr“ Kreuz nicht der christlichen Symbolik entlehnt, sondern fühlten sich eher dem russischen Avantgardisten Kasimir Malewitsch verbunden, was die Sache aber auch nicht besser machte. Eine lange Erklärung möchte ich an dieser Stelle aussparen und es bei „Malewitsch hängte bei seiner ersten öffentlichen Präsentation seiner Gemälde eines davon in die obere Ecke des Raumes – der Ecke, die traditionell christlichen Ikonen vorbehalten ist“. Dass das auch nicht so gut ankam, kann man sich denken. Für Laibach hat sich die Entscheidung, das Kreuz zu ihrem Bandlogo zu machen und auf die Kommunikation ihres Bandnamens komplett zu verzichten, als eine weise Wahl erwiesen, umgingen sie so doch ein Auftrittsverbot. Noch heute sind Armbinden mit dem Symbol im Bandshop zu finden. Dass Laibach also stets Diskussionspotenzial bieten, ist in der Bandgeschichte schon seit jeher verankert. Heute sind …

Festivalbericht: E-Tropolis Festival in Oberhausen

Fast eine Woche ist es her, da machte ich mich gut gelaunt mit ein paar Kollegen aus anderen Redaktionen auf den Weg nach Oberhausen in die Turbinenhalle, wo das Motto „Bässer – Härter- Lauter“ mit Diorama, Suicide Commando, Kite, Winterkälte und vielen anderen auch im Jahr 2016 gefeiert werden sollte. Vorbei ging für mich die Reise an „Pott-Sehenswürdigkeiten“ und spätestens als ich den Kulttempel erblickte stellte sich schon ein bisschen Zuhausegefühl ein – ich ziehe ja in ungefähr zwei Wochen wirklich nach Oberhausen und zumindest einige Sachen wiederzuerkennen, ist ja als Neuling in NRW gar nicht mal so eine schlechte Leistung.

Konzertbericht: Solar Fake in Köln 2016

An einem frühlingshaft anmutenden Sonntag machte ich mich mit meiner Kollegin Alex von Reflections of Darkness von Bonn auf den Weg nach Köln in den YUCA Club, um dort zum einen Beyond Obsession und zum anderen natürlich Solarf Fake live zu sehen. Seit einiger Zeit sind ja letztere auf „Manic Episodes“-Tour und haben sich als Unterstützung eben Nils und André, die dem einen oder anderen noch aus dem Vorprogramm von And One bekannt sein dürften, mitgebracht. Die Reise führte Alex und mich mit dem Zug nach Köln Ehrenfeld und die Bahn erheiterte unsere Reise durch eine gehörige Verspätung. Verabredet zum Interview mit Beyond Obsession liefen wir die paar Meter vom Bahnhof Ehrenfeld zum YUCA Club, wo uns ein gut gelaunter Nils Upahl entgegen kam. Weil ein bisschen Soundcheck gucken immer schön ist, durften wir sogar mitgehen, schauten den Technikern noch beim Aufbau zu und anschliessend Nils wie er gut gelaunt seine Mappe voll Textstützen sortierte. Aber genug des Reiseberichtes, ihr wollt ja was über das Konzert wissen! Beyond Obsession Wenn Nils Upahl, seines Zeichens Sänger der Band, die Bühne betritt, geht die Sonne auf. Schien das Publikum wohl ähnlich zu sehen, denn gerade in den ersten Reihen wirkte seine gute …

Konzertbericht: Laibach in der Live Music Hall in Köln 2016

Das erste Konzert im neuen Jahr führte mich tatsächlich nach Köln zu Laibach. Eine schneeflockenerfüllte Reise von Leipzig in die westdeutschen Gefilde über die Autobahn, vorbei an defekten LKW, herumliegenden Teilen auf der Fahrbahn und die immer wiederkehrende Frage, ob es jetzt glatt sei oder das nur so aussehen würde, behinderten die Anreise ein wenig, sorgten aber auch für interessante Gespräche zu elektronischer Musik im neuen Fahrzeug meiner Reise- und Konzertbegleitung. So ein Laibachkonzert ist ja prinzipiell nie vorhersehbar, irgendeine Überraschung gibt es immer und die Sache mit dem Ausflug der Band nach Nordkorea sollte auch noch einigen Lesern im Gedächtnis sein. So war es dann auch: Die Band kehrte nach Europa zurück mit einer Art Neuinterpretation von The Sound of Music, einem Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein, das von Nordkoreas Oberhaupt Kim Jong Un wohl als äußerst hörbar befunden wurde. In der Live Music Hall herrschte reichlich viel Platz für jedermann und irgendwie beschlich mich der Gedanke, dass sich daran auch wenig ändern würde und ein wenig Bedauern darüber. Ich war noch nie in der Location und fing noch vor Konzertbeginn an die riesige Diskokugel an der Decke toll zu finden. Okay, die Leere an der Bar …

M’era Luna 2015: Macarena, Sonnenbrand und Dosensuppen

Mit diesem Bericht melde ich mich mitten aus der Krankheitsphase zurück vom M’era Luna Festival aus Hildesheim. Reden darf ich aktuell nicht, weil mein Kehlkopf entzündet ist, dafür ist schreiben umso mehr drin. Also dachte ich, ich nutze die Gunst der Stunde und packe die vielen angesammelten Worte ganz einfach in einen Festivalbericht.

Berlin Festival 2015 – Auf dem Wege der Besserung

Klingt wie aus einer Patientenakte, oder? Ist aber durchaus und zu großen Teilen (sehr!) positiv gemeint, unser Fazit zum diesjährigen Berlin Festival. Und das war nach den Erlebnissen des Vorjahres keine Selbstverständlichkeit.

Amphi Festival 2015 – Stürmischer Neustart auf neuem Gelände

Die Überschrift war wohl am vergangenen Amphi Festival Wochenende Programm, denn aufgrund der Wetterlage mussten die Außenbühnen auf dem Gelände um die Lanxess Arena geschlossen bleiben. Künstler konnten nicht auftreten, wurden umdisponiert, da wurden Slots verschoben, Bands gestrichen, Timetables neu erstellt. Aber es war wohl die vermutlich klügste Entscheidung niemanden draußen auftreten zu lassen, Sicherheit geht schließlich vor.

Bericht: Schwarz, schwärzer, Wave-Gotik-Treffen 2015 in Leipzig – Teil 2

Sonntag – Lustige Niederländer mit Laserschwert, Latex-Modenschau und DM-Party Nach unserem Party-Hopping deluxe am Vortag schien die Sonne bereits wunderschön am Himmel als wir ins Bett fielen und als wir wenige Stunden später wieder aufstanden, tat sie selbiges immer noch. Der Sonntag hielt viele tolle Bands bereit, die Oldschool EBM-Freunde traf man heute alle samt im Stadtbad bei Dupont, NZ oder Jäger 90 zum Stiefelblitz. In der AGRA wurde man mit Goethes Erben in die Anfänge des WGTs 1992 zurück versetzt und mit dem heutigen Headliner Mono Inc. in eine neblige Partynacht mit Thomas Rainer und Steve Weeks entlassen. Von den dezent alkoholisierten, im Kreis tanzenden Niederländern vor der Agra mit ihrem Laserschwert und ihrer Scooter-CD als lustige Begegnung einmal abgesehen, keine schlechte musikalische Ausbeute. Aber bevor wir im Nebel der Nacht versinken, kommen wir zurück zum wunderschönen Sonnenschein, der Sonntag war immerhin der wärmste Tag des diesjährigen WGTs und was bietet sich da mehr an, als eine Latex Modenshow in der Sixtina oder das Heidnische Dorf zu besuchen? Das Heidnische Dorf ist immer wieder mein persönliches Seelenheil. Was gibt es schöneres als mit Freunden auf einer Decke zu sitzen, köstlichen Federweißer zu trinken umgeben von vielen Gleichgesinnten, leckeren Essen, …