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M’era Luna 2019: Durchwachsenes Wetter, Fashion-Show und viel Musik

Das Wetter am Freitag war doch recht durchwachsen. So war ich froh, einen Regenschirm mit in meinen Koffer eingepackt zu haben. Als ich am Freitag eine halbe Stunde vor Lesungsbeginn auf dem M’era Luna-Gelände ankam, war ich sehr erstaunt über die lange Warteschlange am Geländeeintritt.

Jean-Michel Jarre „Planet Jarre – 50 Years of Music“

Wenn der Großmeister der synthetischen Musik seine bisher umfangreichste Werkschau vorstellt, gibt er keine schlichte Pressekonferenz in einem Hotel. Nein, Jean-Michel Jarre hält Hof im Hamburger Planetarium. Die Macher haben tatsächlich im Sternensaal, ganz oben in der Kuppel, extra eine Show zur Musik von Jarre entworfen. Und der Weltpremiere wohnt der 70-Jährige persönlich bei und beantwortet Fragen des Musikjournalisten Max Dax. Die rund einstündige Show ist ein Feuerwerk aus Lasern, Projektionen, Kunstnebel und Videoprojektionen. Alles in 360-Grad-Rundum-Optik. Die musikalische Untermalung speist sich aus „Planet Jarre – 50 Years of Music“, dem Rückblick auf das gesamte künstlerische Schaffen des Ausnahmekomponisten. Die 41 Tracks hat Jean-Michel Jarre in vier Themenbereiche unterteilt: Soundscapes, Themes, Sequences und Explorations & Early Works. Für Neueinsteiger sind natürlich die Hits dabei – allen voran der Übersong „Oxygene 4“. Spezialisten können sich auf vier bisher unveröffentlichte Titel freuen. Das sind zwei nagelneue Songs, Herbalizer und Coachella Opening (bisher nur live zu hören) und zwei echte Raritäten, Music for Supermarkts (Demo Excerpt) und Aor Bleu. So ganz nebenbei lässt Jean-Michel Jarre dann die Katze aus dem Sack: Im November erscheint, passend zum 40-jährigen Jubiläum des Originalalbums Equinoxe, ein zweiter Teil namens Equinoxe Infinity. Im Gespräch erklärt er, dass er …

Review und Livebericht: Gary Numan

Oktober 2017. Berlin. Columbia Theater. Gary Numan ist auf Tour zu Gast. Überraschenderweise erst zum siebenten Mal in seiner tatsächlich schon 40-jährigen Karriere. Nischt wie hin! Hat sich gelohnt sich, genau wie der Erwerb seines neuen Albums.

The Red Paintings – Krefeld 2017

Heute geht es mal nicht um elektronische Klänge, heute machen wir einen Ausflug in die Welt des Orchestral Art Rock. Klingt schlimmer als es ist, glaubt mir. Hätten Brian Molko und Chris Corner ein Adoptivkind, das den ganzen Tag Bonaparte hört und auf Krawall gebürstet ist, würde es genau so klingen wie The Red Paintings aus Australien. Nach einem Gastspiel während der Tour von Die Krupps vor zwei Jahren verzauberte die Gruppe um Kopf Trash McSweeney auch das Publikum hierzulande. 2017 wurden sie und ihr einzigartiger Sound nicht vergessen und so tummelten sich am 10. Mai äußerst viele Gäste auf dem Gelände der Kulturrampe in Krefeld.

[:SITD:] verzücken den Kultube in Mönchengladbach

Manchmal fühlt man sich als Musikschreiberling auch wie das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“: Da bekommt man einen Interviewtermin mitgeteilt, schminkt sich, während das Essen gerade im Ofen landet, hat exakt 30 Minuten Zeit, um einige Fragen zu stellen, bevor der Auflauf aus dem Ofen muss, ist pünktlich vor Ort… und dann gibt es eine Terminplanänderung. Mit der Aussicht auf leckere überbackene Nudeln und ein Bier vor dem Konzert wurde dann der Interviewtermin kurzerhand auf kurz vor Konzertbeginn verschoben. Das Ergebnis der Fragestunde könnt ihr bald hier anschauen. “ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″] Die Vorband aus Hannover namens System Noire habe ich aufgrund des Interviews leider verpasst. Den anwesenden Gästen schien es aber gefallen zu haben und so füllte sich der Gladbacher Kultube kurz vor der Spielzeit von [:SITD:] noch ein bisschen mehr. Flauschig bis ziemlich kuschelig wurde es in dem kleinen Club. Wer schon einmal da war, weiß wovon ich spreche. Ich gebe zu, ich habe mir vor Konzertbeginn schon ein wenig Gedanken um die Soundqualität gemacht, denn [:SITD:]  machen ja nicht gerade bassunlastiges Liedgut. In Kombination mit der kleinen Anlage, kann das schnell zu einem grenzwertigen Erlebnis werden. Wurde es aber nicht. Womit dann auch diejenigen jetzt …

IAMX in Leipzig 2016

Von Iriz Laura Draußen ist es endlich knackig kalt, der Winter hat in Deutschland Einzug genommen und so natürlich auch in Leipzig, wo der Auftritt von IamX in der Halle A vom Werk 2 wieder einen heißen Abend verspricht. Vor der Tür stehen pünktlich zur Einlasszeit schon viele mit den Zähnen klappernde schöne Menschen und warten, dass sich endlich die Tore öffnen. Ich blicke in freudige, aufgeregte Gesichter. Vielen Damen und Herren stehen dort, mit schönem, sehr aufwendigem Make-up und viel, viel Glitzer. Eine junge Dame versteckt ihren Glitzerbeute im Dekolltee, damit er ihr nicht, wie beim Konzert in Hamburg, abgenommen wird. Als ich reinkomme und die Mäntel ausgezogen werden, sehe ich dann, auch viele extravagante und sexy Kleider beim Publikum. Sie haben sich sehr viel Mühe gemacht und sich für den Glitzergott Chris Corner und seine Bühnenmusiker hübsch gemacht. “ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″]Wie es sich für Künstler gehört, erscheint die Truppe mit gebührender Verspätung auf der Bühne, knallt dann aber gleich mit „No maker made me“ den ersten Hit raus und lässt den Zug für die nächsten anderthalb Stunden nicht mehr anhalten. „Happiness“, „Nightlife“ und „the United Field“ folgen nacheinander in raschem Tempo und versprühen viel Energie. „Everything is …

Schwarze Nacht mit Frozen Plasma und Rroyce 2016

Wenn der Veranstalter extra den Ventilator aus dem Keller räumt und putzt, um damit im Laufe der Veranstaltung eventuell Glitzer aufs Publikum zu streuen, Eimer voll Bowle mitgebracht werden und am Ende Einhörner und Schafe durch die Luft fliegen, ist man genau auf der richtigen Party in der Vorweihnachtszeit gelandet. Ich gebe zu, an der Beleuchtung, die eher der Kategorie „Bumslicht“ entsprach, könnte man noch feilen und auch die Bühne ist nichts für die Hochgewachsenen unter den Musikern, aber der Spaßfaktor im kleinen Kultube in Mönchengladbach ist maximal groß. Wer die Veranstaltung bisher noch nicht besucht hat, weil er Mönchengladbach als Fußballclub einfach doof findet, die Stadt nicht mag oder weil irgendwas anderes ja viel cooler ist, der sollte sich spätestens im Februar zur nächsten Schwarzen Nacht trotzdem dort einfinden. Warum? :[SITD]: treten auf – und die sind mindestens genauso eine Reise wert wie Rroyce und Frozen Plasma. “ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″]Zack! Punkt 19.00 Uhr gehen die Türen auf und es wird den Gästen Einlass geboten. Besagte Eimerbowle fleißig verteilt und am Merchstand bereits für die Bands geworben. Aus Kaffeetassen, die als Pötte angeboten wurden, werden letzte Wachmacher gereicht, bevor Rroyce schließlich die Bühne entern. Die Anzüge sind gebügelt, …

20 Jahre NOYCE™ mit Adam Is A Girl und Beyond Obsession / Düsseldorf

Schon Wochen vor dem Konzert hatte Beyond Obsession-Keyboarder André ordentlich Werbung für die Veranstaltung selbst gemacht und verfiel ein wenig in den Fanboy-Modus, wenn es um Adam Is A Girl ging. Man konnte das Glitzern in seinen Augen sehen, wenn er über das 2011 von Anja und Adam gegründete Duo sprach. NOYCE™ hatten sich also nicht den schlechtesten Support ausgesucht, um ihren 20. Geburtstag zu feiern.

Gothic Meets Klassik 2016 – Teil 2

In diesem Jahr an einem Samstag, statt wie in den Jahren zuvor am Sonntag, öffneten sich die Türen des Gewandhauses, um den Gästen zum Klassikteil der Veranstaltung Einlass zu gewähren. Da gab es Gemurmel im Foyer und raschelnde Sitzplatzsuche und schließlich die musikalische Untermalung durch das Sinfonie-Orchester aus Zielona Gora. In monatelanger Feinarbeit und mit Hilfe von Conrad Oleak wurden die Stücke von Depeche Mode, Solar Fake und Peter Heppner neu arrangiert – die mühevolle Arbeit verfehlte ihre Wirkung nicht. (Leobeth) Dass der Frontmann von Forced To Mode, Christian Schottstädt, beinahe als Dave Gahan im Jahr 1993 durchgehen könnte, ist hinlänglich bekannt und wenn man an diesem Samstagabend seine Augen schloss und Songs wie „Sister Of Night“ lauschte, bekam man dieses depechige Feeling, was sonst nur die Band zu jener Zeit zu erzeugen schaffte. Gänsehautstimmung. Ist es doch Dave, der sich da auf die Bühne geschlichen hat oder immer noch die Kopie? Zu „Halo“ in einer Slow-Version wurde Sängerin „Bobo“ auf die Bühne geholt und spätestens zu „Enjoy The Silence“ hätte man gern lauthals mitsingen wollen. Es blieb beim Wollen, wir waren ja im Gewandhaus ;) Eine grandiose Leistung der Band, aber auch nichts wirklich überraschendes hatten doch die Vorbilder …

Gothic Meets Klassik 2016 – Teil 1

Gothic Meets Klassik hat sich zu einem festen Bestandteil in der Musikszene etabliert.Was als Experiment begann, hat sich zu einem wunderbaren Szene-Event entwickelt. In diesem Jahr feierte das Festival am ersten Novemberwochenende seinen fünften Geburtstag. Beim Blick auf das Line-Up für dieses erste Jubiläum sträubten sich manchen schon ein wenig die Haare. Eine unbekannte Band namens Framheim, Depeche-Mode-Coverband, die neue Gruppierung von Marcus Meyn, Szene-Schönling Sven Friedrich mit Solar Fake und auch solo und Peter Heppner. Na Hallelujah! Und während man ein wenig die bereits aufgetretenen Größen wie VNV Nation, Suicide Commando oder auch Mono Inc. vor dem geistigen Auge noch einmal vor sich sah und sich langsam in den Konzertmodus begab, musste man noch vor dem ersten Ton anerkennen, dass es sich um eine wirklich spezielle Mischung an Künstlern handeln würde, die dort auftreten würden (Josie Leopold) Am Freitag trafen sich Kenner der Gothic-Szene passend gekleidet im Haus Auensee , um sich selbst und die Musik zu feiern. Framheim eröffneten den Abend und deren Lichttechniker gab alles, um das Trio in das rechte Licht zu rücken. Stimmlich bezaubernd, von der Bühnenpräsenz noch ausbaufähig, eröffneten die Leipziger das Festivalwochenende. (Leobeth) Auch die Jungs von Forced To Mode enterten leicht aufgeregt …

Project Pitchfork in Krefeld 2016

Es gibt Abende, an denen möchte man das Haus gar nicht verlassen, weil es draußen schon kalt und herbstlich ist und es gibt die Abende, an denen man die eigene Wohnungstür nicht schnell genug hinter sich zuschlagen kann, weil man dringend Extize, Reaper und Project Pitchfork sehen muss. Letztere veröffentlichen gegen Ende des Monats ihr neues Album „Look Up, I’m Down There“ und touren derzeit durch die Konzerthallen der Bundesrepublik um ihr 25-jähriges Bestehen zu feiern. Die Kufa in Krefeld war dabei nur eine Station von vielen, aber eine, die alle anwesenden Bands recht herzlich willkommen hieß. „Was ist denn das?“, diese Frage las man im Gesicht der meisten Konzertbesucher als Extize mit Cowboyhüten und breitem Grinsen die Bühne betraten. Musikalisch früher oft als Kinderelectro belächelt, aber mit durchaus tanzbaren Beats im Gepäck versuchten Cyberella und seine Keyboardbegleitung mit ihrem „Redneck Industrial“ ein bisschen Stimmung in die Halle zu bringen. Das gelang mit mäßigem Erfolg: Wer sich nicht auf einen anderen Musikstil einrichten möchte, der tut dies eben auch nicht. So bleibt an dieser Stelle dem Herrn am Keyboard nur anzuraten etwas mehr Performance zu bieten, vielleicht nicht ganz so überdreht wie der Kollege Feller bei Solar Fake, aber doch …