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40 Jahre „Truthdare Doubledare“

Jon Jon Foster: „Wir waren Freunde, lange bevor ich Mitglied von Bronski Beat wurde“

Als Jimmy Somerville 1985 Bronski Beat verließ, schien die Zukunft der Band ungewiss. Doch mit „Hit That Perfect Beat“ gelang Steve Bronski, Larry Steinbachek und ihrem neuen Sänger John „Jon Jon“ Foster ein weiterer internationaler Hit. Zum 40-jährigen Jubiläum von „Truthdare Doubledare“ spricht Foster mit depechemode.de über seinen Weg in die Band, die Aufnahmen des Albums und eine Essex-Musikszene, in der sich die Wege von Alison Moyet, Yazoo, Erasure, Robert Marlow und Depeche Mode immer wieder kreuzten. Die Neuauflage erscheint am 3. Juli als remasterte Anniversary Edition über London Records und enthält zahlreiche Raritäten, BBC-Sessions sowie bislang unveröffentlichte Aufnahmen.

Wenn heute über Bronski Beat gesprochen wird, fällt meist zuerst der Name Jimmy Somerville. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass die Band nach dessen Ausstieg keineswegs verschwand. Im Gegenteil: Mit „Hit That Perfect Beat“ landeten Steve Bronski und Larry Steinbachek Anfang 1986 einen ihrer größten Erfolge. Die Single erreichte Platz 3 der britischen Charts und ebnete den Weg für das Album „Truthdare Doubledare“, das erste Bronski-Beat-Album mit John „Jon Jon“ Foster als Sänger.

Bronski Beat - Truthdare Doubledare (40th Anniversary)

VÖ: 03.07.2026
2026 feiert das zweite Studioalbum von Bronski Beat seinen 40. Geburtstag. Aus diesem Anlasserscheint „Truthdare Doubledare“ zum allerersten Mal überhaupt als Reissue – in mehreren Formaten.

Letzte Aktualisierung am 7.06.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Vierzig Jahre später wird das lange unterschätzte Album erstmals umfassend neu aufgelegt. Die 40th Anniversary Edition enthält neben dem remasterten Originalalbum zahlreiche Studio-Sessions, BBC-Aufnahmen, Remixe und bislang unveröffentlichte Stücke. Bemerkenswert: Jon Jon Foster selbst steuerte neue Liner Notes bei und blickt darin auf eine Zeit zurück, die sein Leben grundlegend veränderte.

Im Gespräch mit depechemode.de erinnert sich Foster an seine langjährige Freundschaft mit Steve Bronski und Larry Steinbachek, an die kreative Atmosphäre während der Aufnahmen sowie an eine Musikszene in Essex, in der auch Alison Moyet, Marc Almond, Andy Bell und zahlreiche weitere spätere Größen des britischen Synth-Pop verkehrten.

1. Der Einstieg bei Bronski Beat

dm.de: Als „Hit That Perfect Beat“ Ende 1985 erschien, entwickelte sich der Song schnell zu einer der größten Dancefloor-Hymnen des Jahres 1986. Die Single erreichte Platz 3 der britischen Charts und schaffte es in mehreren Ländern in die Top 10. Für viele Fans und Musikjournalisten war dies der Beweis, dass Bronski Beat auch nach dem Ausstieg von Jimmy Somerville eine Zukunft hatte. Hast du damals persönlich Druck verspürt, in eine Band einzusteigen, die bereits eine so starke Identität und ein so großes Erbe hatte?

Jon Jon Foster: Der Druck entstand eigentlich nicht dadurch, dass ich in Jimmys Fußstapfen treten sollte. Der eigentliche Druck kam von London Records. Nachdem „Hit That Perfect Beat“ so erfolgreich geworden war, wollte das Label möglichst schnell ein Album haben. Deshalb entstand „Truthdare Doubledare“ innerhalb von nur drei oder vier Monaten.

Steve und Larry waren schon lange meine Freunde, bevor ich Mitglied von Bronski Beat wurde. Larry kannte ich seit etwa 1979, Steve lernte ich kurz darauf kennen. Wir hatten viele Jahre miteinander verbracht, Musik gemacht, gejammt und einfach Zeit miteinander verbracht.

Deshalb fühlte es sich nie so an, als würde ich in eine völlig fremde Situation geraten. Es war eher so, als würde ein fehlendes Puzzleteil seinen Platz finden. Alles fügte sich ganz natürlich zusammen.

Auch unser Manager Anthony Kawalski war jemand, den ich bereits seit Jahren kannte. Es gab also von Anfang an Vertrauen. Wenn ich heute zurückblicke, erinnere ich mich an eine Zeit voller harter Arbeit, aber auch voller Spaß. Wir arbeiteten intensiv an den Songs, den Arrangements und am Sound des Albums, und ich denke sehr gern an diese Zeit zurück.

2. Dancefloor-Energie und politische Botschaften

dm.de: Viele Kritiker beschrieben „Hit That Perfect Beat“ damals als rohe, energiegeladene Hi-NRG-Dance-Musik, die Bronski Beat von einer eher melancholischen, politischen Ausrichtung hin zu einem stärker cluborientierten Sound führte. Würdest du rückblickend sagen, dass sich queere Identität damit von der Protesthaltung auf die Tanzfläche verlagerte?

Jon Jon Foster: Wenn man zurückblickt, waren die meisten großen Bronski-Beat-Hits ohnehin sehr stark auf die Tanzfläche ausgerichtet. Gleichzeitig gab es aber immer auch eine politische und emotionale Ebene in der Musik der Band – und das hört man auch in meinen Texten.

Songs wie „C’Mon! C’Mon!“ sind ein gutes Beispiel dafür. Wir haben nie gesagt: „Jetzt machen wir ein Dance-Album.“ „Hit That Perfect Beat“ war sicherlich bewusst als Hi-NRG-Track angelegt, aber der Rest des Albums entwickelte sich viel organischer.

Die Wahrheit ist, dass es keinen großen Masterplan gab. Steve, Larry und ich hatten nicht monatelang zusammen geprobt oder Songs geschrieben, bevor wir ins Studio gingen. Alles entstand sehr spontan.

Gerade deshalb wurde „Truthdare Doubledare“ ein so vielfältiges Album. Hätten wir ein komplettes Album im Stil von „Hit That Perfect Beat“ aufgenommen, wäre es wahrscheinlich vorhersehbar geworden. Stattdessen entstanden ganz natürlich auch tiefere und persönlichere Songs, die perfekt zum Album passten.

3. Wie alles begann

dm.de: Wie bist du ursprünglich zu Bronski Beat gekommen? Hattest du bereits zuvor in anderen Bands gesungen oder auf der Bühne gestanden?

Jon Jon Foster: Alles begann mit meiner guten Freundin Gill Wisson, die ich praktisch mein ganzes Leben lang kenne. Wir wuchsen beide in Essex auf und zogen später von Basildon nach Southend.

Gill hatte in Southend ein kleines Zimmer, und über ihr wohnten zwei junge Männer namens Larry und Anthony. Sie gingen regelmäßig in den einzigen Schwulen-Pub der Stadt, der „The Cliff“ hieß.

Durch Gill lernte ich Larry, Anthony und einen ganzen Freundeskreis von Künstlern und Musikern kennen, die mit der örtlichen Kunsthochschule verbunden waren.

Musik wurde schnell ein wichtiger Teil unserer Freundschaft. Wir verbrachten unzählige Stunden damit, gemeinsam Musik zu machen, zu experimentieren und kreativ zu sein. Alison Moyet gehörte ebenfalls zu diesem Umfeld, und jedes Mal, wenn sie sang, hörten wir alle sofort auf mit dem, was wir gerade taten. Ihre Stimme war schon damals außergewöhnlich.

Später zog ich nach Newcastle, blieb aber mit Larry in Kontakt und lernte schließlich auch Steve näher kennen. Unsere Wege kreuzten sich immer wieder.

Foto: Archiv Jon Jon Foster

Einer der entscheidenden Momente ereignete sich in den letzten Tagen der ursprünglichen Bronski-Beat-Besetzung. Die Band sollte in der Fernsehshow „Wogan“ auftreten und musste zuvor eine Kameraprobe absolvieren. Jimmy erschien nicht, also sprang ich ein und mimte gemeinsam mit Marc Almond zu „I Feel Love“.

Dieser Moment brachte unseren Manager Anthony Kawalski auf eine Idee.

Viele Menschen glauben, es habe nach Jimmy Somervilles Ausstieg ein großes Vorsingen gegeben. Aber ich glaube nicht, dass Steve und Larry jemals einen völlig Fremden ausgewählt hätten. Wir kannten uns bereits seit Jahren, und es gab eine natürliche Verbindung zwischen uns.

Schließlich nahm ich mehrere Songs mit ihnen auf, darunter auch Stücke, die heute auf der Jubiläumsausgabe zu finden sind. Als London Records überzeugt war, wurde ich offiziell Mitglied von Bronski Beat. Wir nahmen „Hit That Perfect Beat“ auf, der Song wurde ein Hit – und alles Weitere entwickelte sich daraus.

4. Die Zeit vor Bronski Beat

dm.de: Warst du bereits musikalisch aktiv, bevor du zu Bronski Beat gekommen bist?

Jon Jon Foster: Ja, absolut.

Eine meiner ersten Bands hieß „Yellow Jellies“. Wir gründeten sie während unserer College-Zeit und spielten einige Konzerte. Es war eine großartige Zeit voller Kreativität und Experimente.

Später folgte eine weitere Band namens „Bust“, in der ich gemeinsam mit meinem Freund David spielte. Ironischerweise wurde David später Bassist bei den Communards.

Damals beschäftigte ich mich außerdem intensiv mit Performance-Kunst, Filmprojekten und Straßenkunst. Gemeinsam mit Freunden entwickelte ich ständig neue Ideen und Projekte.

Wenn ich heute darauf zurückblicke, war vieles davon wunderbar verrückt – wahrscheinlich sogar zu verrückt für das Mainstream-Fernsehen.

Als sich die Möglichkeit ergab, nach London zu gehen und mit Steve und Larry zusammenzuarbeiten, wusste ich sofort, dass ich diese Chance nutzen musste.

5. Die Basildon-Verbindung

dm.de: Mitte der Achtzigerjahre war Basildon längst zu einem der wichtigsten Zentren des britischen Synth-Pop geworden – mit Künstlern wie Depeche Mode, Yazoo, Alison Moyet, Erasure oder Robert Marlow. Hast du dich dieser Szene verbunden gefühlt?

Jon Jon Foster: Auf jeden Fall.

Natürlich kannte ich Depeche Mode aus Basildon. Alison Moyet kannte ich ebenfalls, und später lernte ich auch Andy Bell kennen. Zu den Konzerten von Robert Marlow bin ich regelmäßig gegangen.

In vielerlei Hinsicht waren wir alle miteinander verbunden. Ich bewunderte diese Künstler und erlebte, wie viele von ihnen aus derselben regionalen Musikszene hervorgingen.

Ich erinnere mich noch daran, Alison Moyet in Basildon auftreten zu sehen, lange bevor sie berühmt wurde. Die Leute liebten sie. Außerdem gingen wir oft in Clubs wie das „Rocks“ in Rochford, wo die unterschiedlichsten Bands spielten – von elektronischer Musik bis hin zu Punk.

Es war eine unglaublich spannende Zeit. Jeder beschäftigte sich mit Musik, Mode, Kunst und Selbstausdruck. Wir wollten alle auf unsere eigene Weise auffallen und etwas Neues schaffen.

Rückblickend betrachtet waren wir in gewisser Weise Konkurrenten, gleichzeitig gab es aber auch viel gegenseitigen Respekt und Bewunderung. Wir kamen aus demselben Umfeld und teilten die gleiche Begeisterung für neue Musik.

6. Die Aufnahmen zu „Truthdare Doubledare“

dm.de: Woran erinnerst du dich am stärksten, wenn du an die Aufnahmen von „Truthdare Doubledare“ zurückdenkst? Wie war die Stimmung innerhalb der Band?

Jon Jon Foster: „Truthdare Doubledare“ war ein wunderbares Album, an dem man arbeiten konnte. Wir hatten eine fantastische Zeit während der Aufnahmen.

Wir arbeiteten in einigen der besten Studios Londons, verbrachten aber auch Zeit in eher improvisierten Umgebungen. Da Steve und Larry hauptsächlich mit elektronischen Instrumenten und Sequenzern arbeiteten, brauchten sie nicht unbedingt luxuriöse Studios. Die Musik konnte praktisch überall entstehen.

Unser Produzent Adam Williams hat großartige Arbeit geleistet. Wahrscheinlich haben wir seine Geduld mehr als einmal auf die Probe gestellt, aber immer auf die bestmögliche Weise.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Gefühl eines großen Abenteuers. Plötzlich reiste ich nach New York und verbrachte dort mehrere Monate, während Steve und Larry gleichzeitig an „Hundreds & Thousands“ arbeiteten. Wir hatten ein unglaubliches Apartment an der Upper West Side.

Für jemanden, der kurz zuvor noch von Sozialhilfe in Newcastle gelebt hatte, fühlte sich das an wie eine Reise in eine völlig andere Welt.

Ursprünglich hatte ich eine Ausbildung als Koch und Kellner gemacht. Und plötzlich fand ich mich in einigen der aufregendsten Studios und Städte der Welt wieder.

Am stärksten erinnere ich mich jedoch an das Lachen. Wir verbrachten unendlich viel Zeit damit, Musik zu machen, zu experimentieren und gemeinsam Spaß zu haben. Wir waren Freunde, die zusammen Musik machten – und genau das machte den Unterschied aus.

7. Lieblingssongs und persönliche Verbindungen

dm.de: Songs wie „Hit That Perfect Beat“, „C’Mon! C’Mon!“ oder „Punishment For Love“ klingen auch heute noch energiegeladen und einzigartig. Gibt es einen Song auf dem Album, der dir besonders am Herzen liegt?

Jon Jon Foster: Eigentlich sind sie mir alle wichtig, weil jeder Song mit bestimmten Erinnerungen verbunden ist.

„Hit That Perfect Beat“ wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, weil es die erste professionelle Aufnahme meines Lebens war. Es war meine erste richtige Single – und plötzlich wurde sie weltweit ein Hit. Darauf bin ich natürlich sehr stolz.

Ein weiterer Song, der mir viel bedeutet, ist „Punishment For Love“. Der Titel handelt von Einsamkeit, Isolation und dem Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören. Es geht darum, Liebe in sich zu tragen, aber daran gehindert zu werden, die eigene Identität offen auszuleben. Viele homosexuelle Menschen hatten damals das Gefühl, allein für ihr Dasein bestraft zu werden. Genau davon erzählt der Song.

„Dr. John“ ist ebenfalls sehr persönlich. Fast autobiografisch. Wenn ich ihn heute höre, klingt er für mich wie ein Blick in den Spiegel – verbunden mit Fragen nach Identität, Leben und Zukunft.

Und dann gibt es noch „C’Mon! C’Mon!“, das die politische Stimmung im Großbritannien der Thatcher-Jahre widerspiegelte. Manchmal hatte man das Gefühl, das Land bewege sich rückwärts statt vorwärts. Diese Frustration steckt in dem Song – und erstaunlicherweise wirkt er bis heute aktuell.

8. Leben im Schatten von Jimmy Somerville?

dm.de: Zeitgleich startete Jimmy Somerville mit den Communards durch und feierte enorme Erfolge. Gab es innerhalb von Bronski Beat ein Gefühl von Konkurrenz oder zusätzlichen Druck?

Jon Jon Foster: Eigentlich nicht.

Der Druck kam eher von der Plattenfirma als von Jimmy oder den Communards. London Records wollte Erfolge sehen, neue Veröffentlichungen und eine klare Weiterentwicklung.

Persönlich habe ich mich nie als Teil irgendeiner Rivalität gesehen. Meine Beziehung bestand zu Steve und Larry, nicht zur Geschäftswelt der Musikindustrie.

Natürlich gab es Fans und Journalisten, die Bronski Beat ausschließlich mit Jimmy Somerville verbanden. Einige Kritiker machten auch keinen Hehl daraus, dass sie ihn bevorzugten.

Aber das war für mich kein Problem.

Jimmy verfolgte seine eigene Vision, und wir verfolgten unsere. Ich hatte nie das Bedürfnis, mit ihm zu konkurrieren. Wir konzentrierten uns darauf, unsere eigene Musik zu machen.

9. Das Impostor-Syndrom

dm.de: Fühlst du dich heute rückblickend als die Stimme von Bronski Beat akzeptiert?

Jon Jon Foster: Das ist eine interessante Frage.

Nach außen wirkte ich wahrscheinlich selbstbewusst. Interviews, Fernsehauftritte oder Konzerte machten mir keine großen Probleme.

Der eigentliche Kampf fand in meinem Inneren statt.

Ich hatte oft mit dem zu kämpfen, was man heute als Impostor-Syndrom bezeichnet. Da war ständig diese kleine Stimme in meinem Kopf, die sagte: „Du bist nicht gut genug. Du kommst in eine Band, die bereits existiert. Jimmy Somerville ist ein außergewöhnlicher Sänger. Wer glaubst du eigentlich, dass du bist?“

Diese Zweifel waren sehr real.

Gleichzeitig habe ich aber nie versucht, Jimmy zu kopieren oder zu ersetzen. Ich wollte nicht Jimmy Somerville sein. Ich wollte die Songs einfach so ehrlich wie möglich singen und meinen eigenen Beitrag leisten.

Wenn ich heute zurückblicke, war „Truthdare Doubledare“ für uns alle ein Experiment. Wir fragten uns: Können wir das schaffen? Können wir gemeinsam etwas schaffen, das Bestand hat?

Ich denke, wir haben es geschafft.

10. Steve Bronski, Larry Steinbachek und das Vermächtnis des Albums

dm.de: Das 40-jährige Jubiläum von „Truthdare Doubledare“ wird auch von der Tatsache überschattet, dass sowohl Steve Bronski als auch Larry Steinbachek nicht mehr unter uns sind. Denkst du manchmal darüber nach, wie eine Wiedervereinigung oder Jubiläumsfeier mit ihnen ausgesehen hätte?

Jon Jon Foster: Absolut.

Ich bin mir sicher, dass Steve begeistert gewesen wäre, dieses Album wiederentdeckt zu sehen. Er hätte die Sorgfalt und Liebe geschätzt, mit der Cherry Red Records diese Jubiläumsausgabe zusammengestellt hat.

Bei Larry ist das schwerer zu sagen. Vierzig Jahre sind eine sehr lange Zeit, und wir alle haben uns verändert.

Was viele Menschen nicht wissen: Meine Beziehung zu Steve und Larry endete nicht mit meinem Ausstieg bei Bronski Beat. Steve und ich traten später gemeinsam in den USA und auf Hawaii auf. Wir spielten in Clubs, gingen auf Tourneen und blieben enge Freunde.

Auch mit Larry blieb ich über viele Jahre in Kontakt. Später lebten beide in Amsterdam, und ich besuchte sie regelmäßig dort.

Deshalb ist dieses Jubiläum für mich sehr emotional. Natürlich macht es mich traurig, dass beide nicht mehr hier sind, um diese Wiederveröffentlichung mitzuerleben.

Gleichzeitig freue ich mich aber darüber, dass die Musik wieder gefeiert wird.

Für mich ist diese Neuauflage nicht nur eine Würdigung des Albums selbst, sondern auch der Freundschaften, der Kreativität und des Geistes, der damals alles möglich gemacht hat.

Und ich glaube, sowohl Steve als auch Larry wären heute sehr stolz darauf.

11. „Only You“, Alison Moyet und die Essex-Jahre

Viele Jahre später hast du deine eigene Version von Yazoos „Only You“ aufgenommen – einem der wichtigsten Songs der Basildon-Szene. Was hat dich persönlich an diesem Titel gereizt?

Jon Jon Foster:

Als Alison Moyet damals Gills Wohnung besuchte und Larry dort Musik aufnahm, saßen wir oft zusammen und hörten ihr beim Singen zu. Einige dieser alten Kassetten besitze ich noch heute.

Um ehrlich zu sein: Manchmal standen uns dabei die Tränen in den Augen. Alison hatte eine so wunderschöne und kraftvolle Stimme, dass sie die Menschen unmittelbar berührte.

Meine Version von „Only You“ war deshalb auch eine kleine Hommage an sie.

Ich habe diesen Song immer geliebt. Er begleitet mich praktisch mein ganzes Leben. Die Aufnahme fühlte sich an wie ein Dankeschön an eine außergewöhnliche Künstlerin und Freundin.

Wir alle waren durch Essex, durch Musik und durch Freundschaft miteinander verbunden.

Bis heute besuche ich Alisons Konzerte, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Es ist wunderbar, diese Songs nach all den Jahren noch einmal live zu hören.

Ich besitze alle ihre Alben, und ihre Musik ist auf gewisse Weise ein Teil meines Lebens geworden. Jeder Musiker wird von den Menschen geprägt, die ihn inspirieren – und Alison Moyet gehört definitiv zu diesen Menschen.

FACTS

3 Kommentare

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  1. Leider ist das Album schlecht

    Das Debut von BB ist ein Konzeptalbum. Einige gute Songs drauf aber auch wenige Füller. Als Gesamtpaket überzeugt es total.

    Jedoch war der Nachfolger nicht so gut. Hit that perfect Beat boy ist der beste Song da drauf.
    Das Lied war auch soundtrack zu Letter to brezenev. Im Film und im video war auch Al Molinaro der einen russen spielte und den man von Nicht ohne meine Tochter kennt.
    Auch Margi Clarke die man aus dem RENT Video der PSB kennt, war im Film.

    Das Lied war in den USA ein Flop. Wurde aber im College Radio und zum Beispiel von KROQ gespielt. Es gibt ein video von Metallica aus der zeit wo sie das Lied singen.

    Antworten
  2. Hit that perfect beat …

    toller Synthie Pop Ohrwurm Mitte 80er, ne tolle Zeit.
    “ .. zu verrückt für den Mainstream”
    haha …. klasse … glaube das waren einige in der Zeit.
    Kann mich an ein Interview mit Mart erinnern, angesprochen auf ein Musik Jahrzehnt , wies er auch auf die 80er hin und ihre Individualität in der Musikszene.
    War htpBeat auch nicht Movie Soundtrack des neuen britischen Kinos der 80er… glaube
    “Brief an Brezhnev” hieß der Film.
    Sehr schönes Interview, danke
    hierfür

    Beste Grüße

    Antworten
  3. Somerville war halt als Falsett-Gallionsfigur relativ einzigartig – im Grunde fand ich immer diese Neuauflage von Bronsky Beat war schon sowas wie eine neue Band, auch wenn der Namensgeber ja mitgewirkt hat.
    Mir hat „Truth Doubledare“ damals trotzdem gut gefallen, und man merkt die „Bronski“-Handschrift trotzdem.
    Aber klar, eine gewisse Linie hat Jimmy damals scon mitgenommen –
    Smalltown Boy, Why und „it ain’t necessarily so“ fanden im Grunde eher in den Coverversionen, für die die Communards bekannt wurden ihre Fortsetzung, als mit „Hit that perfect beat“.
    Ich erinnere mich trotzdem gern an die Zeit zurück

    Antworten

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