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Überraschung im Wiener Museumsquartier

Interview mit Michal Matej?ík, dem Harfenspieler von Wien

Beim exlusiven Gig von Depeche Mode in Wien zur Vorstellung des neuen Albums Delta Machine überraschte ein Mann im Vorprogramm. Michal Matej?ík dürfte bis dahin den wenigsten Fans bekannt gewesen sein. Seine ungewöhnliche Darbietung von Depeche Mode-Songs an der Harfe sorgte bei vielen Zuschauern jedoch für spontane Begeisterung. Angela Sauter von depechemode.de sprach mit dem Musiker über den Auftritt und stellt ihn Euch in einem Interview vor.

depechemode.de: Michal, Du warst beim Depeche Mode -Album-Launch-Event, im Wiener Museumsquartier der „Pre-Act“ von Depeche Mode. Erzähle uns ein wenig von Dir.

Michal M.: Ich wurde in der Slowakei geboren, wo ich als Kind neben der Schule auch die Musikschule besucht habe.  Ich habe von Kindheit an Klavier und Gitarre gelernt.  Als ich 18 Jahre alt war, wollte ich ein anderes ungewöhnliches Instrument erlernen, welches sich nicht nur in der klassischen Musik, sondern auch im Pop-Rock-Genre durchsetzen kann. Es war ein ziemlich großes Risiko in meinem Leben, weil Harfe damals ein sehr unbekanntes Instrument war. Später habe ich mein Studium in Wien fortgesetzt, wo ich bis heute lebe.

Wann und wie hast Du Depeche Mode für Dich entdeckt?

Alles aus dem Westen war in den 80er Jahren in Osteuropa verboten. Die Musik wurde zu uns in Form von Kassetten „schwarz“ geschmuggelt. Wir haben die Kassetten rauf und runter gehört, bis das Band ganz durchsichtig war und nur noch das Rauschen übrig war. Für uns war diese Musik etwas Wertvolles, etwas was man nicht selbstverständlich bekommen oder gar kaufen konnte. Das erste Depeche Mode-Lied, welches ich auf einer solchen Kassette gehört habe, war Strangelove. Ich war damals noch ein kleines Kind – aber der Sound und der Rhythmus haben mich schon damals gefangen genommen.

Würdest Du Dich als Depeche Mode-Fan bezeichnen?

Ja, absolut mit ganzem Herzen und aus tiefster Seele.

Hast Du einen Lieblingssong oder ein Lieblingsalbum von Depeche Mode ?

Unter all der fantastischen Musik von Depeche Mode ist es schwer, ein Album oder einen Song herauszupicken.  Eine große Rolle spielte in meinen Leben „Songs of Faith and Devotion“ , mit diesem Album wurde ich ein echter Devotee.

Was bedeutet Dir persönlich die Musik von Depeche Mode?

Die Musik von Depeche Mode bedeutet mir persönlich sehr viel! Seit 20 Jahren trage ich die Musik überall mit und höre sie, egal in welcher Stimmung ich gerade bin. Die Musik hat mit mir vieles erlebt, und ich mit ihr, sie trägt meine Erinnerungen und Gefühle in sich, zudem gibt sie mir Kraft, Motivation und  Trost.

Michael Matejcik und Martin Gore.

Wie kam es zu dem Auftritt als „Vorband“ von Depeche Mode in Wien?

Ich habe zusammen mit George Michael auf seiner „Symphonica Tour“ gespielt und unter vielen interessanten Musikern habe ich auch Kerry Hopwood kennengelernt. Er ist Programmierer bei  Depeche Mode-Tourneen und hat auch das Depeche Mode-Album „Ultra“ mitprogrammiert. Im Dezember 2012 habe ich ein Harfen-Rezital nur aus Depeche Mode-Songs gespielt und die Aufnahmen Kerry Hopwood geschickt. Kerry ist mit Martin Gore befreundet und hat ihm erzählt, daß man Depeche Mode- Songs sogar auf einem antiken Instrument wie der Harfe spielen kann. Martin Gore selbst war es, der mit dieser Idee zu mir kam und mich bat, als „Vorband“ in Wien zu spielen. Martin wollte für die Fans in Wien auf dem Album- Launch- Event etwas Spezielles, eine Überraschung.

Depeche Mode-Fans gelten nicht gerade als besonders tolerant, wenn es um Vorbands von Depeche Mode geht. Hattest Du etwas Furcht als „Pre-Act“ von Depeche Mode in Wien? Und wie hast Du dich gefühlt, als die Konzertbesucher in Wien plötzlich anfingen mitzusingen und die Arme schwangen?

Es war etwas ganz Besonderes für mich. Ein DM-Fan spielt für DM-Fans Depeche Mode auf der Harfe. Ich bin einer von den Fans und ich habe es sehr geschätzt, dass die Konzertbesucher gespürt haben, dass ich einer von ihnen bin. Ich habe es genossen, als sie von Anfang an mitsangen. Ich wollte nicht nur Hits spielen, sondern auch Lieder, die gerade von Depeche Mode-Fans geschätzt werden wie z.B. Ice Machine.  Martin Gore hat meine Performance vom Backstagebereich aus beobachtet und lachte, als die Leute bei Never Let Me  Down Again laut gesungen haben und am Ende die Arme schwangen. Es war ein außergewöhnlicher Moment. Normalerweise bei Konzerten schwinge ich meine langen Arme und nun saß ich auf der Bühne von Depeche Mode und spielte den Song für die Fans. Ich habe verstanden, dass die Liebe der Fans zu dieser Band unerschöpflich ist.

Dein Harfenspiel kam in Wien sehr gut an, und das als Instrumental-Solist – eine wohl einzigartige Sache in der bisherigen Geschichte von Depeche Mode.  Zählt der Auftritt in Wien im Museumsquartier zu Deinen persönlichen Highlights im Leben ?

Nach der Zusammenarbeit mit George Michael dachte ich „Okay, was kann ein Harfenspieler im Popgenre noch erreichen?“  Das Harfensolo als Vorband von Depeche Mode in Wien war mein persönlicher Höhepunkt  in meinem bisherigen musikalischen Leben. Ich wünsche jedem Musiker, jedem Menschen, dass sein Fleiß und seine Arbeit so honoriert werden. Im Bereich klassischer Musik habe ich jedoch noch eine Menge zu lernen.

Du hattest die Gelegenheit Martin Gore zu treffen. Wie war diese Begegnung?

Nach dem Auftritt von Depeche Mode haben wir uns Backstage getroffen und ein wenig geplaudert. Martin Gore ist sehr herzlich, er verkörpert das Gute, ist sanftmütig, aufrichtig und unkompliziert.

Was ist Dir außer Musik noch wichtig im Leben?

Ich wandere und reise sehr gerne, lese, lerne Sprachen und verbringe meine Zeit gerne mit Freunden.

Wo können wir Dein Harfenspiel als nächstes bewundern?

Auf der Buchpremierenfeier von „Monument“ am 30.05.13 in Berlin im Babylon.

Vielen Dank für das Interview Michal Matej?ík wir wünschen Dir für die Zukunft das Allerbeste.

Mehr von Michal Matej?ík findet Ihr hier:
Website: www.michalmatejcik.com
Michal bei Facebook: www.facebook.com/michal.matejcik.harpist

38 Kommentare

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  1. Danke

    Tolles Interview!!!!!:-)))) War dabei. Sein Harfenspiel war genial live. Freue mich auf Berlin!

  2. Hmm.. :)

    @Al Da ich letztens auf der DM-Party im Ferry war, würde ich gern was zum Thema wissen wollen! Bist du Derjenige, der mit mir am 31. März auf der Tanzfläche öfters getanzt hat? Hattest du damals eine Mütze, weiße Bluse und eine schw Latzhose an? Warst du mit weibl Begleitung auf der Party? Wir hatten uns dort zwar nicht unterhalten, aber dafür haben wir uns oft gesehen und beim Tanzen gabs einen versehentlichen Handkontakt. Falls du dich hier erkennst, dann sag mir bitte hier Bescheid (bin längst aus d Forum gelöscht)! Ich würde dich nämlich gerne näher kennenlernen bzw auch mal außerh der Party treffen. Ich finde dich total sympathisch.

    Ich habe dich damals paarmal angelächelt. Aber mehr über mich verrate ich nächstes Mal. So, das wars. Und bitte den Beitrag nicht löschen!

    Danke, Gruß Extreme

  3. Klasse, Klasse, ich wäre so gerne dabei gewesen.. Harfe meets Depeche Mode, Großes Kino!!

  4. Osten, Westen, Scheißegal,
    Wir sind Deutsche, verdammt noch mal!

  5. @Öko

    Ich bin Ossi Jahrgang ´77 und wir haben schon so 1986/87 auf Dachböden Monopoly gespielt und Depeche Mode etc. gehört. Da staunste was?

  6. ich habe seit heute mittag Delta Machine laufen
    es wird immer besser, so ein geiles album
    DANKE Depeche Mode

  7. Verboten?

    Also meine Grosseltern hatten mir 1987 ein Westpaket in den Osten geschickt mit Originalkassetten von „Michael Jackson – Bad“ und „Depeche Mode – Music for the masses“. Ich konnte es selber kaum glauben, als ich das Paket aufmachte!!

  8. Re:Sorry

    Petra hat Recht. Ich habe 30 Jahre in der Ost-CSSR gelebt, und konnte mein Ort gar nicht mit Prag, oder Polen vergleichen. DM haben zwar in 1988 ein Konzert gespielt, aber da war die Stadt schon damals sehr liberal. Wo ich gewohnt habe, waren nur russische Platen und Märchen, wie jemand da so schön schreibt zukaufen. Also lassen wir die Politik aus. Sorry.

  9. Re:Sorry

    Petra hat voll Recht. Ich habe 30 Jahre in der Ostslowakei gelebt. Mann kann nicht Prag mit restlicher Land vergleichen. DM waren im Jahr 1988 in Prag. Die Stadt war schon damals sehr westlich. Aber andere Teil von CSSR nicht. Wo ich gelebt hab , haben wir nur die russische Platen und wie jemand da schreibt Märchen angehört. haha sehr funny.
    Sorry das da war unsere einzige pop Welt.

  10. Re:Sorry

    Meine Familie kommt aus der ehm. CSSR oder besser zu sagen aus der Slowakei. Man kann nicht Slowakei mit Czech Republik oder Polen vergleichen. Ich errinere mich sehr gut an die Zeit. In der Geschäften konnte man nur Modern Talking, Sanda, Nena , Toto Cutugno kaufen und das war die Musik aus Westen. Vergiss es !!!

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