Erfolgreichstes Album von Depeche Mode

Im Zeichen der Rose: 30 Jahre Violator

Depeche Mode - Violator

Hinweis: Dieser Beitrag wurde ursprünglich zum 25. Geburtstag verfasst,

Flashback ins Jahr 1989: Das erste Album des kommenden neuen Jahrzehnts sollte für Depeche Mode ein ganz besonderes werden. Die Voraussetzungen waren gut. die kommerziell äußerst erfolgreiche „Music For The Masses Tour“ hatte der Band neue finanzielle Freiräume geschaffen. Zeitgleich befand sich die elektronische Musik im Aufwind: House, Acid und Rave wurden gegen Ende der 80er-Jahre immer populärer. Mittendrin Depeche Mode, die als plötzlich als Influencer Einfluss für den Undergrund-Technosound aus Detroit gehandelt wurden.

Der Band war das eher suspekt. Sie empfand sich trotz ausverkaufter Stadion nicht als Mainstream-Band. Der Titels ihres Vorgängeralbums „Music For The Masses“ war eine triefend ironische Übertreibung der Band und entsprach in keiner Weise dem eigene Selbstverständnis. Depeche Mode bewegten sich musikalisch abseits der Kommerzmasse.

Als Songwriter Martin Gore im Frühjahr 1989 seinen Bandkollegen Dave Gahan, Alan Wilder und Andy Fletcher die Demos zum neuen Album präsentiert, klingen sie anders als die Stücke, die sie sonst von ihm gewohnt waren. Zu diesem Zeitpunkt ahnt niemand, dass sich unter dem neuen Songmaterial gleich zwei Welthits befinden würden. Einer der beiden Song hätte es sehr wahrscheinlich nie zum Klassiker gebracht, wenn die Band bei ihrem neuen Werk nicht grundsätzlich etwas geändert hätte: Ihre Arbeitsweise.

Weil Zeit im Studio teuer ist, hatte Gore seine Demos in der Vergangenheit sehr detailliert vorproduziert. Bei den späteren Aufnahmen ging es oftmals nur noch darum, die richtigen Synthesizersounds und Samples zu finden. Nicht so bei Violator. Gore hatte seine Demosongs auf die wesentlichen Strukturen reduziert: Eine Gitarre hier, ein paar Orgel-Sounds da und simple Drum-Loops zur Untermalung gaben allenfalls eine vage Vorstellung davon, wie der Song später ausfallen könnte. Die Idee dahinter: Bevor ein Stück im Studio aufgenommen wird, soll jedes Bandmitglied seine Ideen einbringen können. Depeche Mode wollten mehr als je zuvor ausprobieren und experimentieren. Die dafür erforderliche zusätzliche Zeit im Studio konnte sich die Band nun leisten.

Letzte Aktualisierung: 19.3.2020 (c)

 Sven Plaggemeier
Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er als Redaktionsleiter eines Stadtportals. Du kannst Sven bei Facebook, Xing und LinkedIn treffen.

77
Kommentare

  1. Frieda
    19.3.2015 - 20:55 Uhr
    30

    25 Jahre ist das her? Wahnsinn! Wir werden alt ! Violator war für mich als Ostler das erste selbst gekaufte Album, das lief bei mir bestimmt 1 Jahr in Dauerschleife. Unglaublich ! Und anschließend die World-Violation Tour. Hannover und Berlin. Unvergessen ! Diese Zeit war für mich sehr prägend und ist ein absolutes High in meinem Lebenslauf. Peters Pop-Show…als wär es gestern gewesen. So sehr ich die Delta Maschine auch mag, dieses Feeling wie zu Zeiten von Violator, war bisher einmalig und hatte ich dann nie wieder. Ob es am Alter liegt ? Damals war ich 20. Ich könnte heulen ! DANKE Depeche Mode für die absolut geile Zeit und Danke Sven für diesen geilen Beitrag !!!!!

    • MG
      19.3.2015 - 21:21 Uhr
      30.1

      Super Kommentar, den ich voll uns ganz zustimme. Für mich war es auch das erste Konzert von DM in Hannover.

  2. Erik
    19.3.2015 - 20:21 Uhr
    29

    Happy birthday, violator! :)
    Das beste album der Welt! Violator hat die jungs endgültig zu legenden gemacht.
    Die jungs waren auf dem absoluten Höhepunkt. Ich erinnere mich in jeder Hinsicht gerne an die violator-zeit zurück. Musikalisch hat die Band alles gegeben, was sie konnte. Das gleiche galt auch für die world-violation-tour!
    Nie sahen die jungs cooler und besser aus. ;)
    Einfach das perfekte album und für mein absolutes lieblingsalbum. Danke, jungs! :)

    DM FOREVER AND EVER AND EVER!!!

  3. Doubting
    19.3.2015 - 20:21 Uhr
    28

    Ich erinnere mich daran!

    Ich erinnere mich daran, was für eine CD ich heute vor 25 Jahren gekauft habe…
    …meine damalige Freundin hatte ich versehentlich ausgesperrt. Ich hörte das Klingeln nicht, weil ich VIOLATOR so laut gehört hatte, dass Sie letztlich bei Ihren Eltern schlief und ich am nächsten Morgen verwundert allein aufwachte…

    Das Video bei Peter`s Pop Show ist echt der Hammer – nicht schlecht für eine Weltpremiere!!!

    • Gundel Wurstbrodt
      19.3.2015 - 22:01 Uhr
      28.1

      Und alles live ;)

  4. alex-c
    19.3.2015 - 19:19 Uhr
    27

    Danke Depeche Mode !!!

  5. modeman
    19.3.2015 - 19:11 Uhr
    26

    Violator ist eine der besten Scheiben, welche je den musikalischen Olymp betreten haben !!!
    Es gibt nicht viele Platten,
    die so nachhaltig die Musikgeschichte beeinflusst haben !
    Es war die erste Platte, die ich nach der Wende offiziell als Neuerscheinung kaufen konnte und damit ein historisches Ereignis für mich !
    Happy Birthday Violator !!!

  6. Manfred Mann
    19.3.2015 - 18:35 Uhr
    25

    ETS hat für mich die geilste, fetteste Bassline überhaupt, sie ist einfach unerreicht.

    Für diejenigen, die sich für die Technik interessieren, hier hat es einer mit einem Softwaresynth nachgebaut:

    https://www.youtube.com/watch?v=3nk5v2Vap9s

  7. 19.3.2015 - 18:30 Uhr
    24

    Violator ist eines der drei besten Alben der Band neben Music For The Masses und Black Celebration und steht für das was Depeche Mode zu einer musikalischen Legende werden ließ.

    Es ist leider auch eines der letzten echten Depeche Mode Alben bzw. das letzte richtige Electropop Album der Band. Die Songs zünden schon beim ersten mal hören, da gibt es keine Songs die man skippen muss oder diverse Songs die man erst nach zehn oder zwanzig Durchläufen (schönhören) doch irgendwie gut findet.

    Damit mich keiner missversteht, ich mag auch die aktuelleren Alben wie Delta Machine und Playing The Angel (Exciter u. Sounds Of The Universe eher weniger) aber so Hammer mässig mitgerissen wie die alten Scheiben hat mich leider keines der neueren mehr, das selbe dann beim Live-Konzert, wer damals in den achtzigern selber mit dabei war wird verstehen was ich meine, die heutigen Live-Konzerte so ab dem Jahr 2001 (Exciter Tour) sind nur noch ein schwacher Abklatsch dessen was DM mal war.

    • Dressed in Red
      19.3.2015 - 20:34 Uhr
      24.1

      Welche große Band hat denn die großen Knüller erst nach ihren ersten paar Alben gebracht? Gut, Kraftwerk vielleicht, wenn man die Hütchen-Alben mitzählt ;)
      Ansonsten ist es doch wohl klar, dass spätere Veröffentlichungen einer Band das bekannte Feeling ihres Sounds im besten Fall weiter ausdifferenzieren (man nehme nur die Reifung von Daves Stimme im Laufe der Zeit), und dass eine Weiterführung nicht dem Paukenschlag der Anfangszeit gleichkommen kann. Der Paukenschlag ging bei DM ja schon unglaublich lang – über mehrere Alben, wenn er denn bis Violator als solcher gilt.
      Nimm mal die Werke der größten Künstler der Menschheitsgeschichte in anderen Bereichen… Z.B. die Dramen von Goethe, Schiller oder Shakespeare. Siehst du die Werke alle als Knaller, wo jedes einem den Atem raubt, wenn man die vorigen schon kennt?

    • 19.3.2015 - 23:43 Uhr
      24.2

      Welche große Band hat denn die großen Knüller erst nach ihren ersten paar Alben gebracht?
      ___________________________________________________________________

      Spontan fällt mir dazu als Beispiel The Human League ein (wenn man die als „große Band“ bezeichnen darf…?) die ersten beiden Alben Reproduction (1979) u. Travelogue (1980) waren mäßig erfolgreich mit jeweils ca. 100 000 verkauften Einheiten (siehe Wikipedia), erst das dritte Album Dare (1981) mit den Hitsingles Don’t You Want Me, Open Your Heart u. Love Action (I Believe in Love) und einer Hinwendung zu kommerziellerem Sound schlug dann mit 1.1 Millionen Verkäufen zu. Die beiden Vorgänger Alben waren experimenteller und avantgardistischer von der musikalischen Ausrichtung.

      Oder die Band Orchestral Manoeuvres in the Dark die ebenfalls erst ab dem dritten Album Architecture & Morality (1981) und dem Überhit Maid of Orleans der breiten Masse bekannt wurden. Man beachte auch hier die Änderungen im Soundstil der jeweiligen dritten Alben die dann zum kommerziellen Erfolg führten.

      Oder zb. die NuMetal Band Ko?n von denen ich nebenbei Bemerkt auch ein großer Fan bin, die ebenso erst mit dem dritten Album Follow the Leader (1998) direkt den großen kommerziellen Durchbruch hatten, Fünffachplatin in den USA und mit weltweit über 14 Millionen verkauften Exemplaren bis heute das erfolgreichste Album der Band. Gibt sicher noch viele andere Bands als Beispiele soll hier aber an dieser Stelle mal reichen.

      Was die gesangliche Ausreifung der Stimme Dave Gahans angeht gebe ich dir recht, er hat schon mit seinen beiden Soloalben und spätestens in der Zusammenarbeit mit den Soulsavern unbestritten bewiesen das er Gesanglich noch eine Schippe drauflegen kann.

    • Dressed in Red
      20.3.2015 - 12:35 Uhr
      24.3

      Und wie ging es dann bei diesen Bands weiter auf den nächsten 10 Alben? Haben sie da vorgemacht, wie man die Begeisterung aufrecht erhalten kann, wie es DM nicht geschafft haben? Oder welche Band hat das?
      Das erste DM-Album wird von vielen ja auch nicht als der ganz große Wurf gesehen.

    • Exitmusic
      21.3.2015 - 8:56 Uhr
      24.4

      Nun die Band Korn ist gerade auf Tour bis Herbst, ein Ausschnitt aus einem Konzert im Jan. 2015 in der 3Arena Dublin.

      https://www.youtube.com/watch?v=znioJqS1NYM

      Also vor leeren Hallen spielen die nicht gerade, oder wollen wir nun einzeln hier verklamüsern wer wo bei welchem Konzert mehr Zuschauer hatte?

      Und OMD oder gar The Human League sind sicher als Band und Live kleinere Nummern, das die nicht in Fußballstadien mit 30 000 – 70 000 Plätzen spielen dürfte wohl klar sein…

    • Violated Jesus
      21.3.2015 - 12:04 Uhr
      24.5

      Welche große Band hat denn die großen Knüller erst nach ihren ersten paar Alben gebracht?
      _____________________________________________

      U2 (Joshua Tree = Album 5), Pink Floyd (Dark Side of the moon = Album 6), Genesis (Invisible Touch = Album 13, We can’t dance = Album 14), Queen (Night at the Opera = Album 4, News of the world = Album 6), AC/DC (Back in Black = Album 6), Bee Gees (Saturday Night Fever Soundtrack = Album Nr 15), Fleetwood Mac (Roumers = Album 11), Michael Jackson (Off the Wall = Album 5, Thriller = Album 6), Beatles (Sgt Pepper = Album 8) … und etliche andere.

      Diese Interpreten konnten übrigens alle im Kreise ihrer Fans die Begeisterung für ihre Musik aufrechterhalten und auf Jahre hinaus massig Konzerttickets verkaufen. In sofern kann ich da den großen Sonderfall Depeche Mode jetzt nicht erkennen.

    • Violated Jesus
      21.3.2015 - 12:49 Uhr
      24.6

      Stelle fest ich hab Herbert Grönemeyer vergessen. Bochum war sein fünftes Album und der direkte Vorgänger „Gemischte Gefühle“ war so erfolglos, dass ihm die Intercord Ton GmbH den Vertrag gekündigt hat. Schätze die haben sich hinterher in den Allerwertesten gebissen. :)

  8. Horselover Fat
    19.3.2015 - 18:03 Uhr
    23

    Das Album ist für mich die Krone des Synthpop. Eine unerreichte Mischung aus vielschichtigen, nie gehörten Klanglandschaften, mit samtener Atmosphäre und großartigem Songwriting. Man achte auch auf die Basslines. Ich wünschte, ich könnte es noch einmal so hören, wie am ersten Tag.

    • Andreas
      19.3.2015 - 20:20 Uhr
      23.1

      5.1 DTS

      „Ich wünschte, ich könnte es noch einmal so hören, wie am ersten Tag.“ Ich wollte es selber nicht glauben, aber es geht. Ich habe mir gestern zum ersten Mal Violator in 5.1 DTS angehört. WAHNSINN WAHNSINN WAHNSINN. Man hört in jedem Lied neue Klänge, Sound etc heraus. Happy Birthday Violator………Happy Birthday

  9. zaehlwerk (Stefan Bee)
    19.3.2015 - 17:17 Uhr
    22

    Hab mir gerade das Video oben von Peters Popshow reingezogen. Meine Fresse, mit dem Hintergrund dieses Artikels und der Geschichte diese unfassbar guten Albums hab ich Gänsehaut wie schon lange nicht mehr. Ich meine die Show hab ich damals auch im TV gesehen. Ungefähr zu dieser Zeit ging es bei mir auch los mit DM und das hab ich bis heute nicht bereut.

    ENJOY!!!

  10. cabaret bizarre
    19.3.2015 - 17:15 Uhr
    21

    ich schließe mich der Begeisterung für die Scheibe an, musste leider aber dann auch feststellen,dass mit diesem Album für mich persönlich die Ära Depeche mode zu Ende ging.
    Alles was dannach produziert wurde, war für mich mich nicht wirklich mehr das typische DM Feeling – Leider….!