GULVØSS hat am Freitag seine Neuinterpretation des Depeche-Mode-Songs „Sister of Night“ veröffentlicht.
Der Song erschien ursprünglich 1997 auf dem Album „Ultra“ von Depeche Mode und gehörte zur Setlist auf der vergangenen Memento-Mori-Tour.
Für Sven Wittmiß, Mastermind von GULVØSS und selbst großer Depeche-Mode-Fan, gehört das Stück zusammen mit „Home“ zu den Highlights des Albums. Auf die Idee, den Song zu covern, kam der Musiker über die Anfrage des Magazins „Sonic Seducer“ für einen Beitrag für eine „Ultra“ Tribute-CD.
Wittmiß lehnte zunächst ab, wie er gegenüber depechemode.de erzählt, um sich später doch an eine „ansprechende Interpretation“ von „Sister of Night“ zu machen. Das Ergebnis spielte er anschließend live auf seinen Konzerten.
Von dort aus verbreitete sich seine Coverversion über Depeche-Mode-Partys in der Fanszene. Ein emotionaler Höhepunkt dieser Reise war für Wittmiß ein Duett mit Thomas Schernikau von Forced To Mode auf der ersten eigenen Headliner-Show in Berlin im vergangenen Jahr.
Seit Freitag gibt es die Coverversion nun ganz offiziell als Stream auf den bekannten Kanälen.
Natürlich wollen wir uns von euch wissen: Wie gefällt euch die Neuinterpretation?
Passt eigentlich fast alles, aber eins nicht – und ohne dies fehlt dem Song Tiefe und einfach die nötige Emotion.
Was es ist? Der zweistimmige Gesang – Martins Vocals sind nicht da. Natürlich nicht von Martin selbst gesungen ;) Im Refrain wurde der Gesang gedoppelt um mehr Tiefe zu erzeugen. Klappt aber nicht, denn die zweite Stimme fehlt komplett und die macht, zumindest für mich, 70 Prozent der Emotionen aus, die von diesem feinen Stück Musik ausgehen. Die Harmonie der beiden Stimmen ist ein Hauptbestandteil dieses Liedes. Für mich zumindest…
Nuancen entscheiden,
m. M. n.!
Zu Beginn warne ich gleich mal vor, daß ich furchtbar kritisch bin, wenn irgendwas mit ‚DM-Songs Covern‘ als Thema daherkommt…
Nicht daß ich bezüglich sowohl zu covern
als auch gecovert werden, die Ehre daran nicht verstünde—den Tribute-Gedanken, keine Frage!
In diesem Sinne!
An Depeche Modes „Sister of Night“ sich heranzuwagen, finde ich erstmal sportlich!
Und zwar deswegen, weil der Song an sich -bevor er überhaupt gesungen wird- bereits ein Drahtseilakt ist…
Heikel. Weil im Lied
der Protagonist—an jenem Orte, wo es ihn hinzieht—in die Sphären der „Sister of Night“—sich besser nicht dem Falschen, respektive auch nur hoffentlich dem Richtgen hinzugeben scheint:
Und deswegen: Puh… Diese Story nachzuerzählen—nahezu jeder Versuch kann echt in Hose gehen!
Denn, singt man eigentlich über Drogen oder doch über Sex—oder gar beides—oder möchte beides halbwegs vermeiden—wobei ersteres (Drogen) ohne jeden positiven Aspekt bleiben wird;
und zweiteres (Sex) ein immens weites Feld beschreibt; bzw. ‚beides‘ in der Interpretation anteilsmäßig unterbringen zu
wollen—tja, dadurch wird’s nunmal nicht weniger an Fallhöhe.
Zunächst wirklich bloß von meinem Geschmack ausgegangen, gehört die ursprüngliche Version original von DM
klanglich eher nicht zu meinen Lieblingsstücken… Denn auf Ultra klingt es mir vom Timbre allzu leidvoll, auf traurige Art hilfesuchend, halluzinierend, niedergeschmettert. Das zu mögen, gelingt mir nicht!
Stattdessen aber
die DM-Live-Performances von der MM-Tour—finde ich großartig!
Eine perfekte Mischung aus zerbrechlich und selbstsicher… Gäsenhaut! Weil von Dave mit viel Bewusstsein
vorgetragen, aber genauso mit
Schalk—ganz herausragend balanciert! Die Herangehensweise läßt
die sensiblen Lyrics unbelastet atmen und vollkommen zur Geltung kommen… Dazu ruhiges, aber vielschichtiges instrumentales Layout von Martin und der Live-Band… Das ist insgesamt, als Einheit, nicht zu toppen! Meiner Ansicht nach.
An diese Performances kommt also das Cover keineswegs heran. Auch musikalisch nicht.
Allerdings klingt Gulvøss‘ Version trotzdem gut—gar keine Frage!
Zwar, vom Gerüst her, ist und bleibt der Song „Sister of Night“, als solcher
-wie gesagt-
ein verzwicktes Unterfangen—das hier jedoch überzeugend von A nach B umgesetzt wurde. Ein kluges, mutiges und gelungenes Tribute!
Mutig… Als ‚außenstehender‘ Künstler, aka Sven Wittmiß, sich an diese Nummer dranzuwagen… Denn dabei kann doch die hochgelegte Messlatte nur gerissen werden… Und sie fällt auf sachte Weise—wobei, wohlgemerkt, dies kein Beinbruch ist!
Weil klug gemacht… Als einfach auch ein DM-Fan—den Song zunächst zu verstehen und sich mit gewisser Hochachtung dranzuwagen.
Gelungen… Denn wenn jemand selber Musiker ist—dann den eigenen musikalischen Helden eine Hommage zuteil werden zu lassen, sowas macht garantiert Spaß—und, nicht zuletzt, ist in diesem Fall sehr hörbar ausgefallen:
Der Charakter des Songs steht im Mittelpunkt. Das gefällt mir!
Hmm, obwohl selber als Musikhörerin bei DM zuhause—bin ich dennoch kein Liebhaber von elektronisch-esoterisch anmutenden Ambienten;
und bin somit (konsequenter Weise) auch keine Kennerin davon. Yep. Deswegen kann ich -technisch- die musikalische Umsetzung nicht beurteilen.
Mir persönlich sind schlicht die Töne zu ‚Nebengeräusch-geklärt‘, falls aus diesem Satz herauszuahnen ist, was ich ungefähr meine… Quasi drängt sich mir beim Hören
das Sinnieren über einen tiefdunklen und glitzernden Sternehimmel auf, und—zumindest bei mir, perfekte Schläfrigkeit macht sich breit.
Paßt zwar zum Thema des Songs
—zu jener wiederholten mystischen Hypnose wider Willen… Also, gar nicht unpassend, das Flair.
Aber geht mir klanglich leider nicht hundertprozentig unter die Haut.
Dafür gesanglich aber prima anzuhören!
Mit viel Wärme und Gefühl und unterschwellig Dramatik vorgetragen. Mehr als ansprechend.
Lediglich die Passage—
„Oh sister, come for me
Embrace me, assure me
Hey sister, I feel it too
Sweet sister, just feel me
I’m trembling, you heal me
Hey sister, I feel it
too“ —die finde ich von Gulvøss weniger ergreifend als von DM. Daher:
Kein neuer SON-Performance-Weltrekord erzielt ;) Das aber war gewiß auch nie die Absicht gewesen.
==> Entsprechend gibt’s grundsätzlich nix am Cover zu bemängeln… Um dann doch, ein kleines bisschen, auf die große Klasse von DM zurückzuverweisen.
==> Insgesamt hat sich Gulvøss durchaus aufs hohe Seil hinausgetraut—und ist am Ziel wohlbehalten angekommen. Gutes Cover.