Goldfrapp haben mit ihren letzten Alben immer wieder Akzente gesetzt und zu รผberraschen gewusst. Dabei versteiften sich Alison Goldfrapp und Will Gregory nie auf eine bestimmte musikalische Richtung, sondern bedienten sich aus diversen Tiegeln, um ihren eigenen Sound zu kreieren. Auch bei Album Nr. 5 haben Goldfrapp wieder ihrer Kreativitรคt freien Lauf gelassen und servieren eine kleine aber sehr feine Poprakete.
Nach dem in sich gekehrten Vorgรคngeralbum „Seventh Tree„, besinnt sich das sympathische Duo mit „Head First“ wieder deutlich mehr auf extrovertierten Pop. Der zuvor so intensiv zelebrierte Folk scheint dabei gรคnzlich vergessen. Vielmehr richten Alison und Will ihren Fokus auf Album Nr. 5 klar auf die Tanzflรคchen. Leichte Reminiszenzen an vergangene Hits wie z.B. „Ooh La La“ oder „Ride A White Horse“ sind dabei genauso existent wie die klar strukturierten Melodien, die „Head First“ nachhaltig prรคgen.
Da flirren Songs wie „Rocket“ und „Believer“ durch die Boxen, irgendwo zwischen 80er Jahre Synthiepop und Discobeat angelegt, und verbreiten ohne groรe Umschweife die Goldfrapp’sche Leichtigkeit des Seins.
Die poppigen und tanzbaren Momente sind es, die das Album formen. Songs wie das glamourรถse „I Wanna Life„, das geradewegs fรผr Tanzflรคchen zugeschneidert ist, oder das groรartige „Dreaming“ bezirzen den Hรถrer mit ihren eingรคngigen Refrains und setzen sich direkt im Ohr fest.
Ruhigere Tรถne gibt es auf dem Silberling hingegen nur mit der รผberragenden Ballade „Hunt„, die durch eine dezente Instrumentierung und Alisons bezaubernde Stimme
genau auf den Punkt gebracht ist.
Goldfrapp zelebrieren auf „Head First“ erstklassigen Pop, der mit einer deutlichen Prise 80er Charme und Discoglimmer aufgepeppt wurde. Die groรen Ecken und Kanten, die man von den Vorgรคngern gewohnt war, weichen zwar einer geradlinigen und glatten Produktion, dafรผr gibt es aber wieder viel Melodie und eine tolle Alison Goldfrapp, die mit ihrer Stimme die Seele des Albums ist. Tipp!