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Gewinnt Musikexpress-Bücher über Depeche Mode!

DEPECHE MODE IM INTERVIEW

Musikalische Differenzen waren ja wohl nicht der Grund, dass Vince sich von euch getrennt hat. Depeche Mode klingt heute nicht viel anders, und auch Vince will ähnlich weitermachen …

DAVID: Wahrscheinlich hatte er Angst, zu sehr von der Öffentlichkeit eingenommen zu werden. Die Leute achten oft mehr auf unsere Gesichter und Kleidung als auf die Musik. Das hat ihm keinen Spaß mehr gemacht … Er hat gerade eine Single aufgenommen, ein Mädchen singt und er macht die Electronics …

MARTIN: Er hat’s auch gemacht, weil er alleine arbeiten wollte. Er wollte eine Solokarriere.

War das ein schwerer Schlag für die Band?

MARTIN: Wir waren besorgt. (Gelächter)

DAVID: Nicht wegen Martins neuer Rolle als Songwriter, das hat mich nicht gesorgt. Aber die Presse verzerrt die Dinge gerne. Die könnten einfach schreiben: „Ja, ganz nett, aber wo sind die Vince-Clarke-Songs?“ Für das Radio ist das nicht so wichtig; die wissen wahrscheinlich sowieso nicht, wer was schreibt. Aber die Presse … sie kann das Image der Band verderben.

Meint ihr, dass Depeche Mode heute besser sind als früher?

MARTIN: Oh ja sicher, wir sind viel mehr Gruppe als früher, als wir vieles einfach Vince überlassen haben. Er war der Typ, der Sachen anpackt, wenn wir nicht weiterwussten. Insofern hat uns sein Ausstieg mehr Gutes als Schlechtes gebracht. Im Studio kennen wir uns jetzt besser aus, die Songs können wir optimaler umsetzen, wir sind einfach erfahrener geworden.

Könnt ihr euch einen Punkt vorstellen, an dem die Maschinen nichts Neues mehr bringen?

MARTIN: Ach, es gibt doch jede Woche neue Instrumente, neue Techniken, man hat immer was zu lernen. Nur übernehmen sollte man sich nicht, dann hat man nicht mehr die Zeit und Konzentration, um gute Songs zu schreiben. Da gehen die meisten Bands dran zugrunde …

In England spielt die Mode auch eine große Rolle. Die Kids springen auf irgendeinen Trend, kaufen sich die ganzen Klamotten, dann kommt plötzlich was Neues und alles ist über Nacht ganz anders. Aber wir haben uns gehalten. Wenn wir so sehr von der Mode abhingen, dann hätten wir höchstens ein oder zwei Singles gehabt.

Ich meine das auch eher auf künstlerischem Gebiet. Ihr habt nun mal einen sehr typischen Sound, eben Synthies und dazu Gesangsharmonien, die an die Beach Boys erinnern. Und die sind ihrer Surf-Welle auch überdrüssig geworden und haben sich der Psychedelic zugewandt.

DAVID: Jede Band verändert sich mit der Zeit. Vielleicht haben sie ja nur etwas Neues versucht, ohne das Alte sattzuhaben. Die alten Beatles- Platten laufen auch heute noch sehr gut. So ist eben Pop. 

Gibt es irgendetwas, wofür ihr steht? Fühlt ihr euch als Teil einer Bewegung?

MARTIN: Man nannte uns letztens „Happy New Wave“. Das gefiel mir gut.

Habt ihr denn so was wie eine Botschaft? Wollt ihr die Leute glücklich machen?

MARTIN: Das ist keine Botschaft. Wenn überhaupt, dann kommt es von allein. Außerdem sind wir sowieso keine glücklichen Typen, oder?“ (Gelächter)

DAVID: Ich möchte unbedingt, dass man bei unserer Musik dahinschmilzt und seufzt: „Oh, ist das toll!“

 Noch eine abschließende Botschaft an unsere Leser?

We’re just a fun band.

Die simple Aussage „We’re just a fun band“ weckt in mir allerdings das Gefühl, es hier mit tendenziell resignierten Jugendlichen zu tun zu haben, deren Bemühungen um Fun kaum mehr sind als eine hoffnungslose Geste persönlicher Richtungslosigkeit. Natürlich hat jeder das Recht auf seine kleinen Pop-Gefühle, doch wer sich so unangreifbar macht wie Depeche Mode, der wird uns auf die Dauer nicht allzu viel zu sagen haben. Und auch die Tanzbeine werden irgendwann einmal müde.

Sven Plaggemeier
Von Sven Plaggemeier

Sven ist Gründer und Betreiber von depechemode.de. In seinem Hauptberuf arbeitet er als Redaktionsleiter eines Stadtportals. Du kannst Sven bei Facebook, Xing und LinkedIn treffen.

32 Kommentare

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  1. @Sven, #7 – 26.2.2013

    Habe mir das Heftbestellt, aber wie andere auch bisher nicht im BK gehabt (was aber kein Problem ist).

    Ich habe inzwischen (wie angedeutet) mal in meinem Inhaltsverzeichnis nachgekiekt:

    Von 1981 bis 1990 gab es zu depeche im ME genau 10 Berichte, 4 Konzertberichte und 1 Blind Date (mit Fletch).

    Also 15 Beiträge bei 120 Monatsheften. Für die Rolle, die depeche zumindest ab 1986 in Deutschland gespielt haben, ist das jetzt kein Maß an geschenkter Beachtung, wo man Jahre später mit einem Extra-Buch auf den Kommerz-Zug aufspringen muß.

    Nun lasse ich mich mal von diesem Buch überraschen, was ich in den Heften übersehen habe. ;)

    Gruß von der Elbe.

  2. bei mir kam die rechnung per gestern per post … (e-mail wäre mir aber lieber gewesen). *grimpf*

    lg karpfen

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