Franz Ferdinand – Always Ascending

Ein Album des Monats Februar schulden wir euch ja noch. Dann nehmen wir doch dieses hier. Die Jungs aus der ersten Reihe der „Class of 2005“ (die sogar schon ein Jahr früher losgelegt haben, diese Streber) haben nach ihrer ersten internen Umformierung neue Energie getankt – und einen Haufen Synthesizer entdeckt.

Alles neu also? Nick McCarthy nahm vor knapp zwei Jahren in Freundschaft seine Gitarre, um sich Familie und eigenen Projekten zu widmen. Der verschworene Glasgower Vierer bestand also nur noch aus Alex Kapranos, Bob Hardy und Paul Thomson. So konnte es nicht bleiben, also holte man sich in der Heimatstadt Julian Corrie (dessen Projekt Miaoux Miaoux übrigens sehr empfehlenswert ist) dazu. Das deutete schon auf eine etwas elektronischere Zukunft hin. Später vervollständigte noch Dino Bartot an der Gitarre das aktuelle Bühnen-Line-Up.

Und dann entschloss man sich für Philippe Zdar von Cassius als Produzenten – und der synthiegetriebene Wumms, der mit diesem Album aus den Boxen springt, bestätigt: Der Mann und sein Studio in Paris waren eine gute Wahl. Schon der vorab veröffentlichte Titeltrack, der auch das Album eröffnet, steigert sich in seinen über fünf Minuten in kräftige elektronische Soundkaskaden hinein.

Franz Ferdinand – Always Ascending (Official Audio)

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Doch der Ferdinand, der franzige, ist ein „Lazy Boy“ (übrigens ein echter Spalter, nicht nur das Album, sondern vor allem auch dieser eigenwillig-ulkige Song) – also machen sie halt doch nicht alles neu wie eigentlich angekündigt. Das ist auch gut so, denn diesen unverkennbaren, zackigen Groove, den hört man schon sehr gerne wieder. Und die gewitzt-literarischen (gelegentlich aber auch mal einfach nur albernen) Texte von Alex Kapranos auch. Der Ausflug, den die Band als FFS mit den Sparks unternommen haben, scheint ebenfalls inspirierend gewirkt zu haben.

Auf der ersten Hälfte wird es nach dem aufregenden Beginn dann jedoch eher zu einem klassischen Franz-Ferdinand-Album. „Paper Cages“, „Finally“ und die nur leicht elektrifizierte Ballade „The Academy Award“ – alles gute Ware, klar. Doch nach der Halbzeit kommen erst die richtigen Perlen. Wie „Lois Lane“ mit seinen herrlich schwelgerischen Synthesizern und (augenzwinkernd?) düsterem inhaltlichem Twist. „Huck and Jim“ wiederum erinnert zum Teil tatsächlich an die ersten beiden Alben, wirft aber einige neue Stilelemente dazwischen.

Dann kommen weitere zwei Höhepunkte für die Synthiefraktion. „Glimpse Of Love“ tänzelt in die Disco, die Gitarre ergänzt die Sounds geschickt. Und das druckvolle „Feel The Love Go“ ist das tanzbarste Stück von allen und hat (neben einem herrlichen Video, s.u.) noch eine saxofonige Überraschung in petto. Mit der sanft-gefühlvollen Bitte „Slow Don’t Kill Me Slow“ endet schließlich ein in Teilen typisches, in anderen Teilen überraschendes und in der Gänze gelungenes Album.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. In den nächsten Tagen sind Franz Ferdinand auch live bei uns zu Gast:

01.03.2018 Hamburg – Mehr! Theater
05.03.2018 Köln – Palladium
07.03.2018 Berlin – Tempodrom
12.03.2018 München – Tonhalle

www.franzferdinand.com
www.facebook.com/officialfranzferdinand

Letzte Aktualisierung: 28.2.2018 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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