Florence + The Machine – „The Odyssee“

Die Odyssee begann mit einem Autounfall. Wörtlich in ihrem intensiven Video zu „What Kind of Man“ und im übertragenen Sinne in ihrem Privatleben, wie sie es dem Magazin Dazed & Confused erzählt: „a bit of a car crash of a year“. Florence Welch von Florence + The Machine nahm sich ein Jahr Auszeit. Ihre damalige Beziehung war zerbrochen, der überwältigende Erfolg ihrer ersten beiden Alben „Lungs“ und „Ceremonials“, die damit verbundenen Welttourneen – all das musste sortiert und verarbeitet werden. Wer war sie, wenn sie nicht als Florence + The Machine, die Göttin mit den flammend roten Haaren und den wallenden Roben, auf der Bühne stand? Ein Teil der Antwort kam in Form von „How Big, How Blue, How Beautiful“. Im Gegensatz zu ihren ersten beiden Platten, zeigt sich Florence Welch verwundbarer und zurückhaltender.

Wer ihre Konzerte gesehen hat, wird wissen, dass sich dies auch in ihrer Bühnenpräsenz widergespiegelt hat. Die Haare nicht mehr flammend rot, sondern in einem sonnigen Kupfer. Die Roben ersetzt durch immer noch äußerst stilvolle 70er-Jahre Mode. Hosenanzüge, breite Hüte, viel weiß, aber hin und wieder noch wilde Farben und Muster. Beinahe ungeschminkt wirbelte sie barfuß über die Bühnen der Welt und brach sich dabei auch vor lauter Enthusiasmus über die seelische Befreiung, die ihr „How Big, How Blue, How Beautiful“ offenbar beschert hatte, auch schon mal einen Fuß (Coachella 2015).