Enjoy The Silence

Depeche Mode covern Klassiker von John Cage

Depeche Mode covern einen Klassiker der zeitgenössischen Musik: Das Stück mit dem Titel 4’33“ von John Cage wird im Mai auf einem Box-Set erscheinen. Die Sache hat nur einen Haken.

Außer Depeche Mode interpretieren rund 50 weitere Künstler des Labels MUTE das Musikstück. Ihre Werke erscheinen im Frühjahr gesammelt unter dem Namen STUMM433. Der Release ist Teil der Veröffentlichungen, zum 40. Jubiläum von MUTE.

4’33“ zählt zu den bekanntesten Kompositionen zeitgenössischer Musik, das 1952 komponiert und uraufgeführt wurde. Der oben erwähnte Haken: Die Partitur weist die Interpreten an, ihr Instrument für die Dauer des Stückes (4 Minuten und 33 Sekunden) nicht zu spielen. Statt dessen soll Stück das Denken über Stille, Klang, Komposition und Hören verändern. 

Mute-Chef Daniel Miller erklärt dazu: „John Cages 4’33“ ist in meinem Musikleben schon seit langem präsent, solange ich mich an eine wichtige und inspirierende Komposition erinnern kann. Als während eines Gesprächs mit Simon Fisher Turner die Idee aufkam, dass jeder Mute-Künstler das Stück selbst interpretieren sollte, dachte ich sofort, dies sei der perfekte Weg, um die MUTE 4. 0 (1978 > TOMORROW) Serie des Labels zu markieren.

Wenn wir schon von Depeche Mode nicht wirklich etwas zu hören bekommen, so bekommen wir die Band womöglich aber zu Gesicht: Alle beteiligten Künstler haben nämlich zu ihrer Performance von 4’33“ ein Visual erstellt.

Der Kurzfilm von Laibach nimmt dabei den Anfang. Gefilmt und aufgezeichnet wurde es während der Performance „Chess Game For Four“ im HDLU-Bačva Gallery Space in Zagreb (ein Verweis einerseits auf das berühmte Foto „Duchamp Playing Chess with a Nude (Eve Babitz)“ im Pasadena-Museum und insbesondere auf Cages Duchamp-inspiriertes Stück „Chess Pieces“. Laibachs Interpretation von 4’33“‘ zeigt den kroatischen Performance-Künstler Vlasta Delimar und einen schwebenden Drehtisch. Hier ist das Video zu sehen:

Die Gewinne aus der Veröffentlichung von STUMM433 werden zwischen der British Tinnitus Association und Music Minds Matter aufgeteilt. Das Box-Set soll im Mai 2019 veröffentlicht werden. Weitere Details werden wir euch in den kommenden Monaten bekannt gegeben. 

Zu den beteiligten Künstlern an STUMM433 gehören:

A Certain Ratio, A.C. Marias, ADULT., The Afghan Whigs, Alexander Balanescu, Barry Adamson, Ben Frost, Bruce Gilbert, Cabaret Voltaire, Carter Tutti Void, Chris Carter, Chris Liebing, Cold Specks, Daniel Blumberg, Depeche Mode, Duet Emmo, Echoboy, Einstürzende Neubauten, Erasure, Fad Gadget (tribute), Goldfrapp, He Said, Irmin Schmidt, Josh T. Pearson, K Á R Y Y N, Komputer, Laibach, Land Observations, Lee Ranaldo, Liars, Looper, Lost Under Heaven, Maps, Mark Stewart, Michael Gira, Mick Harvey, Miranda Sex Garden, Moby, Modey Lemon, Mountaineers, New Order, Nitzer Ebb, NON, Nonpareils, The Normal, onDeadWaves, Phew, Pink Grease, Pole, Polly Scattergood, Renegade Soundwave, Richard Hawley, ShadowParty, Silicon Teens, Simon Fisher Turner, The Warlocks, Wire, Yann Tiersen

Letzte Aktualisierung: 19.1.2019 (c)

91
Kommentare

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  1. A Strange Love – Initials PJ
    23.1.2019 - 6:44 Uhr
    40

    Playing Chess with a Nude

    Vlasta Delimar ist übrigens eine Frau ;)
    Und zwar die nackte Dame
    Gruss
    PJ

  2. Tanzende Lou
    22.1.2019 - 22:56 Uhr
    39

    Das ist neue Musik

    Das hier geht in die Geschichte ein. Noch lachen die, dies nicht einordnen koennen. Nicht der erste Song mit Silence. DM haben sich neu erfunden.

  3. mazano
    22.1.2019 - 17:32 Uhr
    38

    🤦‍♂️ohh man

  4. Olli
    22.1.2019 - 15:51 Uhr
    37

    ich habe den Song jetzt auch mal gecovert,
    ist echt super geworden, meine Frau meinte ich sollte den Job wechseln.

  5. Tanzende Lou
    21.1.2019 - 23:22 Uhr
    36

    Wenn..

    Es unseren 5 Rockern gut tut, warum nicht! Es wird schon ne besondere Art von Stille sein. Einfach nichts ist das nicht. Das ganze hat was.

    • Coverofcoverme
      23.1.2019 - 11:20 Uhr
      36.1

      Stimmt!

      Schlecht ist es nicht

    • Counter
      23.1.2019 - 15:23 Uhr
      36.2

      Wieso...

      …5 ???

  6. Heiko
    21.1.2019 - 22:48 Uhr
    35

    Können Depeche Mode nicht mehr...

    Müssen Depeche Mode jetzt noch mehr covern weil sie keine eigenen Songideen mehr haben? Jetzt mal wirklich der Wiedereinstieg von Vince Clarke und Alan Wilder könnte Depeche Mode zum Comeback verhelfen.Denn seit Precius will keiner mehr neue Depeche Mode Songs hören.Es wird Zeit das sich das ändert.

    • Cindy
      21.1.2019 - 23:27 Uhr
      35.1

      Das ist definitiv so. Die Truppe ist nur noch aufs Geld aus und liefert seit 20 Jahren ein Drecksalbum nach dem anderen ab.

      • Heiko
        22.1.2019 - 1:54 Uhr

        Leider ist es so

        Das unterschreibe ich sofort.Seit Precius kaufe ich nichts mehr von denen.Da finde ich die neuen Sachen von Erasure besser.Unverkennbar wie früher und doch modern! Selbst Prodigy können es noch.Vince und Andy zurück!!! Wenn ich daran denke wie geil die Speak and Spell ist oder die Violator.An die letzten Aöben erinnert sich keine Sau mehr.

      • Manni Kopfeck
        22.1.2019 - 19:55 Uhr

        Und nicht zu vergessen:

        Der Bernat spielt doch seit Jahren einen Scheißdreck zusammen.
        Heike hat auch Mist gebaut.
        I am strong and Hilti.

      • DepecheM
        23.1.2019 - 8:39 Uhr

        Ach Cindy

        Wenn du keine Trollcindy bist, dann schlag ich vor: Hör dir die Platten nochmal in Ruhe an und du wirst merken auf allen Alben sind Perlen. „Drecksalben“ ist ein harter Begriff znd trifft meiner Meinung nach nicht zu. Vielleicht nicht so gut wie die Alben bis 1997 aber Qualität hatte bis jedes Album.

    • Elysium
      22.1.2019 - 9:03 Uhr
      35.2

      Sehe ich genauso, Precious von 2005 war der letzte wirkliche Singlehit der Band und das dazugehörige Album Playing The Angel das man mit Genuss anhören konnte. Precious und alles davor läuft auch heute noch ab und an im Radio, alles danach wie Peace, Heaven, Hole To Feed / Fragile Tension, Soothe My Soul, Where’s the Revolution, Going Backwards usw. ging völlig zu recht unter und diese Songs sind max. der Hardcore Fanbase bekannt.

      • Frieda
        22.1.2019 - 16:55 Uhr

        Aber

        ist alles toll, nur weil es im Radio läuft???
        Hast Du keinen eigenen Geschmack? Was der Mainstream gut findet, ist ja schließlich bekannt….

      • Musikuss
        22.1.2019 - 23:13 Uhr

        Kann mich da nur anschliessen. Die Pet Shop Boys und Erasure haben was erreicht. DM haben keime Hits mehr und sind deshalb auf dem absteigenden Ast.

      • Clean2017
        24.1.2019 - 19:15 Uhr

        Genau. Ich find auch alles geil, was im Radio läuft. Und alles total drecksmäßig schlecht, was nur der harten Fanbase bekannt ist. Scheußlich. Depeche Mode sollten bitte wieder so klingen wie 1981. Oder wie 1990. Hauptsache, nicht so wie heute. All diese Drecksalben, an denen Vince Clarke und Alan Wilder nicht mehr beteiligt waren. So was will doch keiner hören. Die sollten sich mal eine Scheibe abschneiden bei Leuten, die heute so im Radio laufen. Ed Sheeran, Major Lazer oder Maroon 5, um nur ein paar zu nennen. Die können jedenfalls noch Melodien schreiben!

        Seit Precious vor 14 Jahren finde ich alles beschissen, was Depeche Mode gemacht haben. Schreibe trotzdem noch immer meine Meinung in einem so genannten Fanforum. Weil ich andere Bands nicht kenne und darum nicht weiß, was ich sonst machen soll. Und weil ich finde, dass eine Band immer so klingen muss, wie es mir früher einmal gefallen hat. Ich kaufe mir trotzdem jedes neue Album von Depeche Mode und schreibe dann nach einmal Hören auf Amazon, wie scheiße die neue Platte ist. Früher war eben alles besser. Darum gefiel mir auch die Coverversion von „Heros“ nicht, und ich kann gar nicht verstehen, dass die auf YouTube so viele positive Kommentare bekommt und sechs Millionen Mal angeklickt wurde. Komischerweise finde ich den Titel „Heros“ auch auf gar keiner Platte von David Bowie.

        Eine Sache hab ich hier im Bericht zu diesem neuen Cover 4,33 nicht so ganz verstanden. Da ist ja gar nichts zu hören! Was soll das denn? Fällt Depeche Mode jetzt überhaupt nichts mehr ein? So eine Frechheit! Das wäre mit Alan Wilder jedenfalls nicht passiert. Wann kommt Alan endlich zurück?

    • Elysium
      25.1.2019 - 11:40 Uhr
      35.3

      @Clean2017

      Als Depeche Mode Fan der Neuzeit findet man sowieso nur die letzten 2-3 Alben gut oder max. bis zur Exciter (2001). Alles davor in den frühen achtziger bis Anfang der Neunziger Jahre war doch nur so ekelhafter Synthiepop bzw. Electropop für ganz in schwarz gekleidete Gruftis, Waver und Gothic Freaks. Und richtige Super-Hits schrieb Martin erst so ab 2001 und die Band wurde erst bekannt eben durch Songs wie Heaven, Peace, Where’s the Revolution, Going Backwards!

      Und bitte, Depeche Mode darf überhaupt nie mehr so klingen, nicht mal ansatzweise wie von vorgestern und von daher ist es zu begrüßen das sie sich zu einer Mainstream Rock-Band weiterentwickelt haben mit deutlichen Blues, Bluesrock und Soul (Soulsavers) Einflüssen siehe The Worst Crime. Das wäre doch mit diesem komischen Alan in der Band NIEMALS so möglich gewesen…

      Für diesen billigen Electro-Synthiepop Schrott gibts ja noch so komische Bands wie De/Vision, Mesh, Chvrches, VNV Nation, Orchestral Manoeuvres in the Dark, And One und andere Bands, die aber der WAHRE Depeche Mode Fan ignoriert und verachtet weil die eben zu sehr teilweise noch an denn Old-School Sound vergangener Tage erinnern und weil der wahre DM-Fan ausschließlich nur DM hört… aber nur die neueren Alben ab Exciter oder gar erst ab Sounds of the Universe.

      • Clean2017
        25.1.2019 - 14:07 Uhr

        :-)

        Schöne Antwort, Elysium. Jetzt mal im Ernst: Ich bin auch Fan seit 1986. Ich schätze Alans Verdienste und liebe auch die alten Alben und großen Hits. Aber wenn Depeche Mode immer noch so klingen würden wie früher, wäre das bitter. Ich bezweifle, dass sie dann noch jemanden erreichen würden. Ihnen wäre dasselbe widerfahren wie Duran Duran, Simple Minds und anderen – völlige Bedeutungslosigkeit. Wir waren doch alle einmal stolz darauf, dass diese Band gerade NICHT stehenblieb und NICHT rückwärts blickte, sondern immer wieder etwas Neues versuchte. So gesehen finde ich sogar, dass sie auf den neueren Alben viel zu wenig wagen. Aber dann gibt es eben auch Leute wie Dich, die sich ganz eng auf Synth-Pop und 80er-Retrosounds eingeschränkt haben und nichts anderes zu akzeptieren scheinen. Das kann doch eine Band, die irgendeinen Anspruch auf Erneuerung hat, gar nicht erfüllen. Synth-Pop à la Mesh und De/Vision ist eine sooooo kleine Nischensparte. Depeche Mode haben diese Art von Musik geprägt, vielleicht sogar ganz allein ausgefüllt. Aber es wäre doch fatal, wenn sie sich jetzt an ihren eigenen Epigonen orientieren müssten, die seit langem musikalisch stehengeblieben sind.

        Alternative und Independent ist heute schon lange kein Synthpop mehr. Es gibt tolle Bands, auch elektronische, die moderne Musik machen und damit auch erfolgreich sind. Aber das hat nichts mit denen zu tun, die Du aufzählst. Spontan fallen mir z.B. The XX, Moderat, Kelly Lee Owens, Chet Faker, Blood Orange usw. ein. Ganz zu schweigen von Underground-Clubculture von heute. Es gibt tolle Sachen, aber Synthpop ist das alles schon gaaaaanz lange nicht mehr. Und Depeche Mode wirken dagegen selber schon komplett retro – wenngleich Meilen weiter als z.B. Mesh.

        Was ich sagen möchte: Jeder kann in seiner Szene und Nische glücklich sein. Aber Du kannst doch nicht die Qualität einer so vielseitigen Band wie Depeche Mode daran festmachen, ob sie genau in diese Nische hineinpassen. Das ist einfach nicht fair und ziemlicher Unsinn. Depeche Mode haben so viele verschiedene Stile ausprobiert. Manches mag besser geklappt haben, manches schlechter. Aber gerade darin, dass sie immer weitergehen und nicht die x-te Version von Violator nachmachen (was gar nicht gelingen könnte), liegt ihre größte Stärke.

    • Elysium
      27.1.2019 - 12:54 Uhr
      35.4

      @Clean2017

      Grundsätzlich ist es ja positiv zu bewerten, wenn sich Musiker weiterentwickeln und nicht opportunistisch das produzieren, was die „Fans“ hören wollen. ABER: Was DM auf den letzten drei Alben inklusive Singleauskopplungen abliefern, ist für mich schlicht inakzeptabel. Dies ist keine Weiterentwicklung, sondern der totale kreative Stillstand!

      Was waren das noch für Zeiten, in denen Jahrhundertwerke wie Black Celebration oder Music for the Masses Zeichen setzten und Impulse gaben für ganze Musikbereiche (Electronic, Dark Wave bzw. EBM) Alles Futsch! Mit einigem Abstand besehen hat der Weggang von Alan Wilder DM immens geschadet, dabei beruhte der Erfolg von Depeche Mode stets auf dem exzellenten Songwriting von Martin Gore und den faszinierenden Soundtüfteleien von Mr. Wilder.

      Und heute klingt das für mich nach müder zäher alte Männer Musik inklusive Gitarrengeklampfe, Blues Anleihen und Daves gequälter Gesangstil spätestens seit SOTU setzt dem ganzen noch die Krone auf…

      Und zum Thema wen DM noch heute diese Musikrichtung bzw. den Stil machen würden(Synthiepop/Elektropop/Darkwave), ich glaube nicht das sich jedes Album wie eine Fortsetzung von Violator anhören würde, vorausgesetzt man hat den richtigen kreativen Soundtüftler in der Band der die entsprechenden Synthesizer programmieren kann!
      Aber genau da hapert es ja auch gewaltig und man bekommt wohl nur noch irgendwelche verzerrte Beep und Fieps Sounds hin, überspitzt gesagt.

      • the.legion
        27.1.2019 - 20:57 Uhr

        @elysium und clean2017

        Das habt ihr sehr niveuvoll geschrieben. Irgendwie habt ihr beide recht, jeder auf seine Art. Ich sehe es aber genauso, wie Elysium: es komt mir so vor, als ob die letzten 3 Schreiben Resteverwertung sind.

        Der letzte DM-Kracher war aber nicht precious, sondern wrong, für mich jedenfalls. Hängengeblieben sind bei mir von den letzten Scheiben nur wrong, der Rest ist beliebig, einfallslos, kreativlos, das ist nicht DM, so wie ich sie mich damals 1983 mit ec „gefangen“ haben. Man muss sich nur mal so einen track wie blasphemous rumours anhören: in diesem song (ganz klar einer DER DM-Titel) sind mehr melodien, als in der gesamten spirit und mit SynthPop hat das auch nicht das geringste zu tun.

        Aber das kann letztlich jeder sehen, wie er mag. Ich meine, die brauchen einen neuen Input. Früher war es Alan, der Martins Song-Ideen mit sensationellen Soundideen den DM-Style verpasst hat. Das gilt auch für die Folgescheibe der Violator, die SOFAD. Diese scheibe ist das letzte DM-Gesamtkunstwerk.

      • Clean2017
        27.1.2019 - 21:53 Uhr

        Dagegen kann man nichts sagen, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Ich sehe die Post-Wilder-Alben von Depeche Mode relativ differenziert.

        ULTRA – Fand ich zuerst furchtbar unterproduziert, hier schien Alan wahnsinnig zu fehlen. Trotzdem hatte das Alben fantastische Singles. Es hat bei mir Jahre gedauert, dann hat es „Klick“ gemacht. Heute denke ich, Martin hat nie bessere Songs geschrieben. Manches hätte man mehr ausproduzieren können, aber das Album ist dennoch zeitlos schön.

        EXCITER – Gefiel mir spontan super. Mark Bell war ein Mastermind, keine Frage. Ich mag auch die Björk-Alben, die er produziert hat. Natürlich ging das nicht in die Richtung, die sich viele gewünscht haben, aber die Platte war 2001 klanglich ganz weit vorn. Unterm Strich sind hier wohl eher Martins Songs zu schwach. Freelove hätte das Potenzial zum Superhit gehabt – verschenkt. Aber in letzter Zeit gewinnt die Platte bei mir wieder etwas an Boden.

        PLAYING THE ANGEL – Gefiel mir immer sehr gut. Depeche mal wieder ganz klassisch, eine Rückbesinnung auf die alten Stärken. Neben Precious finde ich Pain und Revelator als Singles noch viel stärker. Nach hinten raus Nothing’s impossible und Darkest Star als große Songs. Allerdings die erste Platte, die sich gar nicht mehr bemüht, zeitgemäß zu klingen.

        SOUNDS OF THE UNIVERSE – Wrong war ganz groß. Das Album dann leider ein einziges Desaster. Irgendwas ist aus meiner Sicht hier komplett schiefgelaufen. Ich schiebe es heute auf das Mixing, denn die Sounds sind eigentlich da, man hört sie bloß kaum, und nichts scheint zusammen zu gehen. Plöng-Plöng-Drumsounds, scheckliche Effekte über Dave`s Stimme, alles in allem ein grauenhafter Pseudo-80’s-Retrosound. Das war der Moment, als die Radios aufhörten, Depeche Mode zu spielen. Kein Wunder bei Singles wie Cheese und Hole to feed.

        DELTA MACHINE – Die Konsolidierung. Flood als Mixer gibt dem Ganzen eine ganz andere Tiefe. Klingt erdiger, stärker und vom Konzept (Elektro-Blues) durchdachter als SOUNDS, aber es fehlt trotzdem eine klare Linie. Das Album ist zu lang, und es gibt keine zwingenden Singles. Heaven finde ich trotzdem wunderbar, genauso wie das fantastische Alone und Broken. Und so etwas wie My little Universe mit seinem Minimal-Techno muss man als Band nach 35 Jahren Karriere erstmal bringen – stark.

        SPIRIT – Für mich stimmt es hier endlich wieder auf voller Länge. John Ford ist auf seine Art ein Genius, der Depeche Mode wieder gute Sounds und einen runden Klang liefert. Die Platte ist für mich klanglich und textlich dicht dran an Black Celebration, natürlich 30 Jahre später. Gute Singles wie Going backwards und Cover me, und es gibt genug passende Songs zur Auswahl. Scum ist ganz groß. So much love ist endlich mal wieder ein schneller, guter Depeche-Mode-Song. Mein Favorit heißt allerdings No more/The last time. Dave zeigt auf der Platte, dass er einfach ein immer besserer Songwriter wird.

    • Elysium
      27.1.2019 - 22:44 Uhr
      35.5

      @the.legion

      Danke für deinen Beitrag, und zum Thema Gesamtkunstwerk würde ich schon noch die Ultra 1997 und auch Playing the Angel von 2005 dazu zählen. Diese beide Alben sind auch ohne Alan Wilder was geworden, bei Ultra standen vermutlich unzählige noch nicht benutze Synthesizersounds aus Alans Zeiten zur Verfügung?

      Ich liebe auf jeden Fall Home, einer der besten Songs mit Martins Stimme, außer vielleicht noch The Things You Said. Und mit It’s No Good, Sister Of Night, Insight, Barrel Of A Gun, The Bottom Line sind genügend gute Songs vorhanden die mich heute noch begeistern, sogar das reine Instrumental Uselink mag ich sehr.

      Und bei Playing the Angel sieht es ähnlich aus, nur die letzten drei Alben liegen mir gar nicht, in der Nachbetrachtung mag ich das letzte Album Spirit sogar noch weniger als Delta Machine!

      Und leider hat auch der Produzenten-Wechsel von Ben Hillier zu James Ford wenig gebracht. Für mich klingen die letzten Alben relativ gleich langweilig vom Grundsound, und ich befürchte auch das nächste wird so ähnlich klingen mit viel (Delta) – Blues, Soul(savers) Anleihen, Melodien arm, irgendwelche verzerrte Bluesgitarren-Akkorde, billig klingende Beep und Fiepsounds aus teuren Synthesizern die eigentlich deutlich mehr könnten als nur Beep und Fiep… und dazu Daves gequälter Gesangsstil der einen auf Blues bzw. Soulsänger macht. Da graue ich mich jetzt schon davon. 😒

    • ToldYouSo
      31.1.2019 - 10:25 Uhr
      35.6

      Wieso seit Precious?
      Das Sterben begann mit songs of faith and devotion.

      • Elysium
        31.1.2019 - 15:31 Uhr

        Je nachdem, Songs of Faith and Devotion war schon anders als alles zuvor, ich fand den neuen DM-Rocksound trotzdem gut, wen auch am Anfang gewöhnungsbedürftig… Ultra 1997 ging dann wieder Weg vom Stationrock von SOFAD (Ausnahme die erste Single Barrel Of A Gun die noch rockig war).

        Und erst die völlig öde, viel zu ruhige und langweilige Exciter 2001 läutete quasi die heutige Phase ein.
        Exciter, Sounds of the Universe, Delta Machine und Spirit (die Quadrologie des Grauens) sind für mich die schwächsten Alben der Band. Ausnahme war 2005 Playing the Angel weil die musikalische Stilrichtung mich an den Sound vergangener Tage erinnert und man weniger verzerrte Gitarren einsetze.

      • PHOTOGRAPHIC
        31.1.2019 - 17:55 Uhr

        Also, für mich war die Musik von Depeche Mode bis Exciter
        grossartig. Ich liebe sie und höre sie mir noch heute mit
        Begeisterung an, ohne müde zu werden.
        Das Sterben von Depeche Mode begann für mich
        ab „Playing the Angels“ :-(

  7. MS
    21.1.2019 - 22:33 Uhr
    34

    “… zeitgenössischer Musik …“? Das ist zeitgenössischer Schwachsinn!
    Sollte ja für einige “Musiker“ gar kein Problem sein, so zu tun als ob! ☺

  8. Oliver G.
    21.1.2019 - 22:06 Uhr
    33

    Das Label MUTE und ihre Alben Nummerierung STUMM

    Na dann passt das doch!
    Und DM dann so: 4“33′ (Enjoy The Silence Version)

    Ein sehr philosophischer Ansatz!

    Das Stück funktioniert als Aufführung sicher für eine Band/Artist gut, weil man ja die Umgebung hört und Band/Artist zuschaut. Das passende Video dazu macht dann Sinn; aber CD/LP/download? Von 50 Artists? Ist ja schon meta-philosopisch.

    Auch der Electro-Act Lassigue Bendthaus (aka Atom Heart aka Uwe Schmidt) hat das Stück schon „performt“, auf Render (1994).

    Ich finde es lohnt sich da einzutauchen!

    „Music is everywhere! You just have to have the ears to hear it!“ John Cage

    • Oliver G.
      21.1.2019 - 22:09 Uhr
      33.1

      Und die Beteiligten

      Der Humor kommt, wenn man mal überlegt, von wievielen der Beteiligten man schon lange nichts mehr gehört hat! Und was bekommt man dann von diesen zu hören … NICHTS!

  9. Kiss-A-Mix
    21.1.2019 - 20:51 Uhr
    32

    Kauf ich mir erst in 20 Jahren, wenn es digital remastered wird. Dann klingt es wenigstens so wie es heute klingen sollte. Wer ist eigentlich diesmal Produzent?

  10. Dressed in Red
    21.1.2019 - 14:42 Uhr
    31

    Das Wort "Covern" könnte nicht falscher benutzt werden als hier von der DM.de-Redaktion.

    Es gibt keine Originalversion von John Cage, sondern lediglich die Partitur, die aus drei Teilen „Stille“ besteht. Auch die Länge des Stücks darf beliebig ausfallen, das Stück wurde nur nach der erwürfelten Länge bei der Uraufführung durch den Pianisten David Tudor benannt. Aber auch der hatte as Stück nicht „gecovert“.

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