Vor etwas über 30 Jahren erschien ein Sampler, für den damals das Who is Who der britischen Musikszene innerhalb eines Tages Songs aufnahm, um Kindern in Kriegsgebieten wenigstens ein bisschen Hilfe zu leisten. Viele Jahre später mögen die Regionen teilweise andere sein, die Lage vieler Kinder – jedes fünfte Kind lebt derzeit in einem Kriegsgebiet! – hat sich leider kaum verbessert. Am 6. März erscheint nun mit „HELP(2)“ eine Fortsetzung auf War Child Records. Und neben vielen anderen großen Namen sind auch Depeche Mode vertreten.
Damals konnten Blur, Oasis, Massive Attack, Portishead, Radiohead, The KLF, Suede, The Chemical Brothers, Orbital, Sinéad O’Connor und viele weitere berühmte Acts gewonnen werden, doch auch bei der Neuauflage folgte eine beeindruckende Menge dem Aufruf der Charity-Organisation. Unter der Aufsicht von James Ford wurden in einer Woche im vergangenen November in den Abbey Road Studios 23 Tracks aufgenommen. Dazu drehte der preisgekrönte Regisseur Jonathan Glazer einen begleitenden Film, wobei er die Kameras zu großen Teilen Kindern überließ. Die Songs sind mal neue Stücke, mal Coverversionen, mal Einzelkünstler, mal Kollaborationen. Hier ist die volle Tracklist:
- Arctic Monkeys – Opening Night
- Damon Albarn, Grian Chatten & Kae Tempest – Flags
- Black Country, New Road – Strangers
- The Last Dinner Party – Let’s do it again!
- Beth Gibbons – Sunday Morning
- Arooj Aftab & Beck – Lilac Wine
- King Krule – The 343 Loop
- Depeche Mode – Universal Soldier
- Ezra Collective & Greentea Peng – Helicopters
- Arlo Parks – Nothing I Could Hide
- English Teacher & Graham Coxon – Parasite
- Beabadoobee – Say Yes
- Big Thief – Relive, Redie
- Fontaines D.C. – Black Boys on Mopeds
- Cameron Winter – Warning
- Young Fathers – Don’t Fight the Young
- Pulp – Begging for Change
- Sampha – Naboo
- Wet Leg – Obvious
- Foals – When the War is Finally Done
- Bat For Lashes – Carried my girl
- Anna Calvi, Ellie Rowsell, Nilüfer Yanya & Dove Ellis – Sunday Light
- Olivia Rodrigo – The Book of Love
Der Sound ist oft ruhig, aber doch vielseitig geraten. Die Arctic Monkeys schließen mit loungigen und elektronisch grundierten Sounds eher an ihre jüngeres Material an, das ja auch schon mit James Ford aufgenommen wurde. Beth Gibbons‘ zartes „Sunday Morning“ erinnert ebenfalls mehr an ihr Solomaterial als an Portishead-Zeiten. Die Blur-Mitglieder Albarn und Coxon kollaborieren mit unterschiedlichen Kollegen. Während Coxon der Indie-Band English Teacher sein Gitarrenkönnen leiht, landet Albarn mit Kae Tempest und Grian Chatten, der weiter hinten mit seiner Hauptband Fontaines D.C noch eine intensive Version von Sinéad O’Connors „Black Boys on Mopeds“ liefert, einen frühen emotionalen Höhepunkt. Young Fathers (die auch schon mit DM unterwegs waren) lassen auf „Don’t Fight the Young“ ordentlich Wut ab, und Pulp überraschen auf „Beggin for Change“ mit Punk-Attitüde. Foals liefern mit „When the War is Finally Done“ einen der stärksten Songs, und das finale Trio mit Stücken von Bat For Lashes, Anna Calvi (plus Gästen) und Olivia Rodrigo (mit einem Cover eines Klassikers von The Magnetic Fields) sorgt für lang anhaltende Gänsehaut.
Aber wie klingt denn nun „Universal Soldier“ von Depeche Mode? Der Song ist eine Coverversion eines Antikriegsliedes von Buffy Sainte-Marie aus dem Jahr 1964, bekannter ist die Fassung von Donovan aus dem Jahr 1965. Es gibt auch deutsche Versionen von Bettina Wegner und Juliane Werding. Und man hätte durchaus auch bei Depeche Mode mit einer ruhigen, akustisch gehaltenen Umsetzung rechnen können. Oder mit etwas aus der Soulsavers-Richtung. Aber weit gefehlt, Gahan, Gore (plus Ford und Marta Salogni, die wieder an den Aufnahmen beteiligt war) haben stattdessen die elektronische Wucht der „Memento Mori“-Zeit fortgeführt und geben so der betroffen machenden Geschichte vom Soldaten als quer durch die Epochen und auf allen möglichen Seiten kämpfenden und selten wirklich für eine Ende von Kriegen sorgenden Werkzeugs ein neues Gesicht.
Ganz entscheidend: Alle Beteiligten haben pro bono mitgewirkt, sämtliche Erlöse des Albums kommen War Child UK zugute und unterstützen den Einsatz der Organisation weltweit. Es geht um schnelle Nothilfe, Bildungsangebote, spezialisierte psychosoziale Unterstützung und Schutz für Kinder, die weltweit von Krieg und Konflikten betroffen sind. Jeder kleine Beitrag, jede kleine Plattenbestellung hilft dabei.
War Child Records – HELP(2) hier bestellen oder dort kaufen:

den Song kann man ua. auf DM’s Soundcloud-Seite anhören
https://soundcloud.com/depeche_mode/universal-soldier
https://www.youtube.com/watch?v=UpuDTaAehjI
Never let me down lässt grüßen
:-)
See you
Mario
Is einzig grosstagig. in meine meinung nach.
weil Christian Eigner heute Geburtstag hat:
Herzlichen Glückwunsch zum 55.
Tolle Zusammenarbeit mit Depeche Mode!
Habe mal nachgelesen, er war auch an „Suffer Well“ beteiligt, einer meiner vielen, vielen Lieblingssongs – Grammy-nominiert in 2007 for Best Dance Recording. Gewonnen hatte Justin Timberlake mit ‚Sexyback“, ist ok, weil auch seine Musik mich mitreißt.
Feiert bald auch 20 Jahre Release day…
(damals alles gar nicht so mitbekommen).
https://youtu.be/jCIVyU6DTFY?si=dHso5s5mBLR7ujdj
WOW!!!
P. S.: @Violation, habe nochmal über deine Antwort nachgedacht. VG von S. K.
ok, schließe mich den Glückwünschen an .
Meine Nichte hat auch am 03.März Geburtstag-sie ist 21 geworden ( it’s been a long,
long time since we where there ourselves–seufz…..)
Übrigens „Spiritfan“ — gut gewählt,aber bitte jetzt nicht alle 2 Wochen wechseln-
Dann würde ja der Hund in der Pfanne verrückt
hoffentlich ist das Cover von Universal Soldier mal so „kernig“ wie People are good
oder A question of time ( nur mal so’n Beispiel).
Danke, dass @Spiritfan daran gedacht hat. Heute gibt es ganz schön viel Geburtstags-Feierei:
Christian Eigner (Live-Schlagzeuger Depeche Mode) -> 55 Jahre
Master of Puppets (Metallica Album) -> 40 Jahre
Tobias Forge (Frontman Ghost) -> 45 Jahre
Herzlichen Glückwunsch an alle Geburtstagskinder, natürlich auch an Nichte von @Violation1968 und an alle anderen, die heute einen Ehrentag feiern dürfen.
Welcome Home (Sanitarium) – Song vom Metallica Album – kein Link, weil Thrash Metal – finde den Titel aber momentan irgendwie passend.
…ein Danke @Thomas Bästlein für diese ersten Eindrücke vorab!
Wenn ich’s nicht übersehen habe, dann steht ja wann, wie, wo das Album gehört wurde nicht im Artikel
—für pre-listening Events eventuell ein bisschen früh noch—also wäre per vorab Exemplaren ein Weg. (?)
Spontan fielen mir beim Lesen drei Punkte ein:
DMs Beitrag—wuchtig und elektronisch—klasse, finde ich!
Passend und vielversprechend,
denn Musik und Worte sollen ja gemeinsam wirken, sich gegenseitig zu einem
ganzen Werk vervollständigen.
Dann hatte ich heute im Netz gefunden, daß Oasis offenbar nachträglich auch wieder haben mitmachen wollten—
sie -so heißt es- steuern
„Acquiesce“ (Live from Wembley Stadium, 28 September ‘25) als externen Bonustrack bei.
Und, daß gerade Pulp mit punkiger Attitüde daherkommen, finde ich eigentlich nicht erstaunlich.
Kommt natürlich aber
drauf an, wie sehr punkig =o
Bin generell gespannt auf das Album!
Beste Grüße
Thnx @Thomas Bästlein für den
„Pre-View“ zu Help II.
Freue mich auf die Songs und Künstler wie Arctic Monkeys, WetLeg oder the Last Dinner Party.
Schön zu lesen , dass Signora Silogni bei den Aufnahmen mit dabei war und bin gespannt, auf das
elektronisch wuchtige „Universal Soldier“ Cover von Depeche Mode.
Beste Grüße