Eine gute, alte Rubrik soll hier ihre Fortsetzung erfahren. Was halten vier Ohren unserer Redaktion von einer Platte, die sich sowieso schon sehr am Rande unserer musikalischen Zielbereiche bewegt?

Levent Canseven stammt aus Ankara, lebt in Köln und ist seit den 90ern (damals noch unter dem Alias Can7) als Produzent und Remixer (u.a. für Moloko und De La Soul) tätig. Auf dem ersten Album unter dem neuem Namen Levthand möchte er nun weiter in Richtung Pop vordringen.

Nun ist „Taxidrive“ da und stellt eine recht entspannte Mixtur sommerlicher Cocktailbegleitmusik dar. Die Single „Cadillac Track“ hat lässigen Reggae im Blut, „My Melody“ chillt danach gleich am Strand weiter. Darauf folgen allerdings ein eher unangenehmer Hip-Hop-Funk-Crossover-Track und ein kunststreicherverklebter Schmachtfetzen. Und so zieht sich das Hit’n’Miss-Prinzip durchs Album (und die Miss-Quote ist durchaus die höhere).

Aber die guten Stücke machen immerhin Spaß, und es ist auch erfreulich, mal wieder Kim Appleby (ja, die von Mel & Kim) zu hören, die gleich auf drei Stücken singt – dem poppigen „Took A Minute“, dem 90er-Retro-Dance-Ding „Keep Trying“ und dem Partystückchen „The World Today Is A Mess“.

Keine uneingeschränkte Empfehlung für dieses ziemlich durchwachsene Album, aber ein paar Stücke davon kann man sich durchaus zulegen.

(Addison)

Levthand – „Taxidriver – die Zweite“

Die Eckdaten zu Levthand wurden von Addison ja bereits eingehend und ausführlich niedergebetet, so dass wir uns direkt auf den Gegenstand dieser Zeilen stürzen: Levthand mit seinem Album „Taxidriver„.

Es ist die Leichtigkeit des Seins, die sich (mit einigen Ausnahmen) durch das neue Album von Levthand zieht. Und so eröffnen die unbeschwerten Reggae Tunes von „Cadillac Track“ den Silberling und erzeugen eine entspannte ’shiny happy people‘ Atmosphäre, die durchaus Erinnerungen an Deutschlands Reggae-Sänger Nr. 1 ‚Gentleman‘ wach werden lässt.
Lässig, aber dennoch betont poppig geht es mit „My Melodie“ weiter, bei dem Levthand aka Levent Canseven gesangliche Unterstützung von Lady G. (nein, nicht Fräulein Gaga!) bekommt. Gespickt mit verspielten Saitenklängen und einem flotten Marschbeat, zielt Levent mit diesem Song klar auf die Tanzflächen ab und dürfte durchaus gute Chancen haben dort platziert zu werden.

Weniger entspannt fällt hingegen die ‚Funk’n’Hip-Hop‘ Produktion „Don’t U?“ aus, die den Hörer unvermittelt aus der sommerlichen ‚Piña Colada Strandstimmung‘ herausreißt und den Verdacht aufkommen lässt, dass hier jemand heimlich eine Puff Daddy CD in den Player geworfen haben könnte. Verbuchen wir den Song also mal als unglücklichen bzw. schlecht platzierten Einzellfall, denn im weiteren Verlauf gibt es wieder eine Mischung aus chilligen Electro-Reggae, Pop und drei sehr feinen Produktionen mit Gastsängerin Kim Appleby auf die Ohren, von denen vor allem das poppige „Took A Minute“ zu begeistern weiß.

Zwischen den einzelnen Kim Appleby Songs findet sich mit „Sweet Action noch ein vermeintlicher Titel von Shaggy, was nicht weiter ins Gewicht fällt, da die wohlige ‚Piña Colada Strandstimmung‘ zwischenzeitlich wieder Oberhand gewonnen und den smoothen Beats Tür und Ohr geöffnet hat.

Levthand liefert mit „Taxidriver“ eine überwiegend entspannte Scheibe ab, die trotz einer starken elektronischen Ausrichtung zur Geschmackssache werden dürfte. Wer sich also gerne mal chillgen Klängen jenseits des abgeleckten Tellerrandes hingibt, kann hier durchaus mal ein Ohr riskieren.

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www.myspace.com/levthand

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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